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Lele

Tatranský Durič

Ruhiger Fährtenspezialist mit freundlichem Wesen

auch bekannt als Slowakische Bracke, Tatra Hound

klein (S)Slowakei

Steckbrief

Größe
klein (S), 36 bis 42 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 10 bis 16 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5Keine VDH-Zucht in Deutschland, Bezug meist nur über Import
Fell
Kurzhaar, Kurzes, griffiges Fell mit leichtem Glanz, pflegeleicht mit gelegentlichem Bürsten; die hängenden Ohren regelmäßig kontrollieren.
Herkunft
Slowakei
Anerkennung
FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 377

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt situationsbedingt (3 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
bedingt geeignet für Familien (2 von 5, Tendenzwert)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)

Der Charakter: Tatranský Durič im Porträt

Der Tatranský durič, auch Tatra-Bracke oder slowakische Bracke genannt, ist die jüngste slowakische Hunderasse und stammt aus den Bergregionen der Slowakei. Er geht auf kleinwüchsige Welpen aus Würfen des Slovenský kopov zurück, die gezielt weitergezüchtet wurden. Zur Verbreiterung der Zuchtbasis und um enge Inzucht zu vermeiden kamen laut FCI-Standard außerdem andere Rassen zum Einsatz, unter anderem der Bayerische Gebirgsschweißhund und der Kurzhaardackel. Offiziell anerkannt wurde die Rasse 2016 durch den slowakischen Zuchtverband SKJ, die FCI-Anerkennung folgte erst 2026. Entsprechend jung und klein ist die Population bis heute. Laut FCI-Standard soll der Tatranský durič ausgeglichen, intelligent und gut führbar sein, ohne Anzeichen von Aggression oder Angst gegenüber seiner Umgebung. Trotz seines freundlichen Wesens gegenüber Menschen zeigt er sich im Kontakt mit Wild mutig und ausdauernd, als Fährtenhund arbeitet er konzentriert mit feiner Nase und gutem Orientierungssinn im Gelände. Im Alltag macht ihn das zu einem aufmerksamen, aber nicht dauerbellenden Begleiter, der auf der Fährte durchaus eigenständig entscheidet und wenig auf reinen Gehorsam getrimmt ist. Bewegung braucht er reichlich: Als Gebirgsjagdhund ist er auf ausdauerndes Traben und lange Einsätze im unwegsamen Gelände ausgelegt, ein kurzer Spaziergang um den Block reicht ihm nicht annähernd. Das kurze, griffige Fell ist pflegeleicht, die lang hängenden Ohren verdienen aber regelmäßige Kontrolle, weil sie tendenziell Entzündungen begünstigen können. Zu rassetypischen Erkrankungen gibt es praktisch keine belastbare Datenlage, die Rasse gilt bislang als robust, was sich mit wachsender Population und mehr Zuchtgenerationen erst noch zeigen muss. In Deutschland ist der Tatranský durič faktisch nicht etabliert: Es gibt weder deutsche Züchter noch nennenswerte Bestände. Wer sich für die Rasse interessiert, muss mit langen Wartezeiten und einem Import aus der Slowakei oder Tschechien rechnen, meist direkt aus jagdlich geführten Linien. Passend sind aktive Jäger oder Menschen mit viel Zeit für Fährten- und Nasenarbeit, die einen eigenständig denkenden Jagdhund souverän führen können. Für die klassische Familienhaltung ohne jagdliche Beschäftigung, für reine Wohnungshaltung oder als Ersthund für Anfänger ist er dagegen ungeeignet, sein ausgeprägter Jagdtrieb und Bewegungsdrang verlangen erfahrene Halter mit Zugang zu Jagdgelegenheiten oder sehr intensiver Alternativbeschäftigung wie Fährtenarbeit oder Mantrailing.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Der ausgeprägte Jagd- und Fährtentrieb verlangt tägliche, mehrstündige Nasenarbeit oder Jagdbegleitung, ohne die der Hund unterfordert bleibt.
  • Wer die Rasse in Deutschland sucht, muss mit Wartezeiten von vielen Monaten und einem Import aus der Slowakei oder Tschechien rechnen; seriöse Züchter vorher genau prüfen.
  • Die lang hängenden Ohren sollten wöchentlich kontrolliert und bei Bedarf gereinigt werden, um Entzündungen vorzubeugen.
  • Für Halter ohne Jagdschein oder Zugang zu geführter Fährten- beziehungsweise Mantrailing-Arbeit ist die Rasse in der Regel keine sinnvolle Wahl.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Die lang und locker hängenden Ohren begünstigen tendenziell Ohrentzündungen, regelmäßige Kontrolle und Pflege senken das Risiko.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Tatranský Durič hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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