Sussex Spaniel
Bedächtiger Stöberhund mit eigenem Kopf und Jagdgesang
Zucht-Hinweis
Der lange Rücken bei kurzen, stark bemuskelten Läufen entspricht einem chondrodystrophie ähnlichen Körperbau, wie er auch von Dackel oder Basset bekannt ist, und erhöht nachweislich das Risiko für Bandscheibenvorfälle. Achte beim Züchter auf Rückenprofil und Gangbild der Elterntiere und vermeide im Alltag Sprünge aus der Höhe. Wie beim Dackel betrifft die Einstufung das Bandscheibenrisiko des kurzbeinigen Körperbaus, ein gesundes Tier bewegt sich im Alltag normal.
Steckbrief
- Größe
- klein (S), 38 bis 41 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 20 bis 23 kg
- Lebenserwartung
- typisch 10 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
- Fell
- Reichlich, glatt, leicht gewellter Behang, mit dichter Unterwolle, Regelmäßiges Bürsten mehrmals pro Woche gegen Verfilzung an Ohren, Brust und Läufen, dazu wöchentliche Ohrenkontrolle wegen der schweren Hängeohren.
- Herkunft
- Großbritannien
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 8 (Apportier-, Stöber- und Wasserhunde), Standard Nr. 127
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- eher ruhig (2 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht mäßig Bewegung (2 von 5)
- Trainierbarkeit
- eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
- Bellfreude
- bellt situationsbedingt (3 von 5)
- Pflegeaufwand
- mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
- Haaren
- haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
- Offenheit gegenüber Fremden
- abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5)
- Verträglichkeit mit Hunden
- meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Katzen
- meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- gut geeignet für Familien (4 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
- Jagdtrieb
- ausgeprägter Jagdtrieb (4 von 5)
- Anfänger-Eignung
- für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)
Der Charakter: Sussex Spaniel im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Das dichte, gewellte Fell mit reichlicher Unterwolle braucht mindestens zweimal wöchentlich gründliches Bürsten, sonst verfilzt es besonders an Ohren, Brust und Läufen.
- Die schweren Hängeohren solltest du wöchentlich kontrollieren und bei Bedarf reinigen, da sie anfällig für Ohrenentzündungen sind.
- Wegen des langen Rückens und der kurzen Beine lohnt sich vor der Anschaffung ein Blick auf Bandscheibenerkrankungen in der Zuchtlinie, Sprünge von Möbeln oder aus dem Kofferraum solltest du im Alltag vermeiden.
- Frag beim Züchter nach Untersuchungsbefunden zu Hüfte und Herz der Elterntiere, da Hüftdysplasie und einzelne Herzfehler bei der Rasse dokumentiert sind.
- Die Rasse ist in Deutschland sehr selten, plane für die Welpensuche ausreichend Vorlauf ein und ziehe auch Zuchtvereine im europäischen Ausland in Betracht.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Hüftdysplasie wird bei der Rasse überdurchschnittlich häufig dokumentiert, ein Röntgenbefund der Elterntiere ist beim Kauf sinnvoll.
- Der lange Rücken und die kurzen Beine erhöhen das Risiko für Bandscheibenvorfälle, ähnlich wie bei anderen kurzbeinigen Rassen.
- Die schweren, dicht anliegenden Hängeohren begünstigen Ohrenentzündungen bei mangelnder Pflege.
- Vereinzelt sind Herzerkrankungen wie Pulmonalstenose und ein offener Ductus arteriosus beschrieben, eine kardiologische Untersuchung der Zuchttiere ist ratsam.
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Sussex Spaniel hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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