Curly Coated Retriever
Eigenständiger Jagdbegleiter mit lockigem Wasserfell
auch bekannt als Curly


Steckbrief
- Größe
- groß (L), 64 bis 69 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 29 bis 38 kg
- Lebenserwartung
- typisch 10 bis 13 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- seltenStufe 2 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 47 Welpen
- Fell
- Dicht gelockt, keine Unterwolle, nicht bürsten (zerstört die Locken), stattdessen gelegentlich baden und punktuell von Hand ausdünnen
- Herkunft
- Großbritannien
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 8 (Apportier-, Stöber- und Wasserhunde), Standard Nr. 110
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- lebhaft, viel Energie (4 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht viel Bewegung (4 von 5)
- Trainierbarkeit
- trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
- Bellfreude
- bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
- Pflegeaufwand
- mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
- Haaren
- haart wenig (2 von 5)
- Offenheit gegenüber Fremden
- zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
- Verträglichkeit mit Hunden
- meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Katzen
- meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- gut geeignet für Familien (4 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
- Jagdtrieb
- ausgeprägter Jagdtrieb (4 von 5)
- Anfänger-Eignung
- mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)
Der Charakter: Curly Coated Retriever im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Plane täglich mindestens 1 bis 1,5 Stunden Bewegung mit Apportier- oder Wasserarbeit ein: reines Gassigehen wird dem jagdlichen Erbe des Curly Coated Retriever meist nicht gerecht.
- Bürste das lockige Fell nicht durch, das zerstört die charakteristischen Locken: gelegentliches Baden und punktuelles Ausdünnen von Hand reichen in der Regel aus.
- Die Rasse ist in Deutschland und Europa selten, plane bei der Welpensuche mehr Vorlaufzeit ein und achte auf dokumentierte HD/ED-Röntgenbefunde der Elterntiere.
- Wegen der überdurchschnittlichen Krebsanfälligkeit der Rasse lohnt eine frühzeitige Überlegung zu Krankenversicherung oder finanziellen Rücklagen für spätere Tierarztkosten.
- Als eigenständig denkender Jagdgebrauchshund profitiert der Curly Coated Retriever von konsequenter, aber nicht harter Führung sowie früher, breiter Sozialisierung mit fremden Menschen.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Erhöhte Krebsanfälligkeit (u. a. Lymphome, Mastzelltumoren, Osteosarkome), laut Rasseclub die häufigste Todesursache der Rasse
- Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellbogendysplasie (ED)
- Belastungsinduzierter Kollaps (Exercise Induced Collapse, EIC), bei der Rasse bislang nur risikobasiert erfasst
- Progressive Retinaatrophie (PRA)
- Glykogenspeicherkrankheit Typ III (GSD III), eine für die Rasse spezifisch beschriebene Stoffwechselerkrankung
- Vereinzelt Magendrehung (GDV) bei der tiefen, engen Brust
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Curly Coated Retriever hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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