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Lele

Curly Coated Retriever

Eigenständiger Jagdbegleiter mit lockigem Wasserfell

auch bekannt als Curly

groß (L)Großbritannien
Portrait eines Curly Coated Retriever mit dichtem, gelocktem braunem Fell.
Curly Coated Retriever im PorträtFoto: Naturialae · CC BY-SA 4.0
Curly Coated Retriever steht aufmerksam im herbstlichen Wald zwischen Laub.
Curly Coated Retriever unterwegsFoto: Mattias Agar · CC BY-SA 2.0
Curly Coated Retriever steht am Wasser neben einem roten Spielball.
Curly Coated Retriever zu HauseFoto: Mattias Agar · CC BY-SA 2.0

Steckbrief

Größe
groß (L), 64 bis 69 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 29 bis 38 kg
Lebenserwartung
typisch 10 bis 13 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
seltenStufe 2 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 47 Welpen
Fell
Dicht gelockt, keine Unterwolle, nicht bürsten (zerstört die Locken), stattdessen gelegentlich baden und punktuell von Hand ausdünnen
Herkunft
Großbritannien

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
ausgeprägter Jagdtrieb (4 von 5)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)

Der Charakter: Curly Coated Retriever im Porträt

Der Curly Coated Retriever zählt zu den ältesten anerkannten Apportierhunderassen und entstand im 19. Jahrhundert in England aus einer Kreuzung von Neufundländer, Irish Water Spaniel und verschiedenen Pudeln. Gemeinsam mit dem Vorläufer des heutigen Flat Coated Retriever gehörte er ab etwa 1860 zu den ersten offiziell anerkannten Retriever-Rassen und wurde von Jagdaufsehern für die Arbeit im Wasser und im Federwild-Revier gezüchtet, eine Aufgabe, für die sein dichtes, lockiges Fell wie geschaffen war. Der FCI-Standard beschreibt das Wesen als „mutig, freundlich, selbstbewusst und unabhängig", ergänzt aber, dass die Rasse „den Eindruck von zurückhaltend erwecken" kann. Im Alltag zeigt sich das oft als eine eigenständigere, weniger anhängliche Persönlichkeit als bei Labrador oder Golden Retriever: Curlies denken gern mit, lassen sich aber nicht bedingungslos alles vorschreiben und begegnen Fremden zunächst eher abwartend statt euphorisch. Als Vollgebrauchshund mit Arbeitsprüfung im FCI-Standard bringt die Rasse einen spürbaren Bewegungs- und Beschäftigungsbedarf mit, der über reines Spazierengehen hinausgeht: Apportierarbeit, Schwimmen und Nasenarbeit passen gut zur Veranlagung. Das namensgebende Haarkleid aus kleinen, festen Locken ohne Unterwolle haart im Vergleich zu vielen anderen Retriever-Rassen eher wenig, verlangt dafür aber eine eigene Pflegelogik: Bürsten zerstört die Locken, stattdessen reichen gelegentliches Baden und punktuelles Ausdünnen von Hand. Die Rasse ist in ihrem Ursprungsland Großbritannien inzwischen selten geworden, was sich auch hierzulande in einem sehr überschaubaren Zuchtangebot niederschlägt. Gesundheitlich gilt Krebs (unter anderem Lymphome, Mastzelltumoren und Osteosarkome) laut Rasseclub als häufigste Todesursache der Rasse, daneben kommen Hüft- und Ellenbogendysplasie sowie eine für die Rasse beschriebene Form der Glykogenspeicherkrankheit vor. Der Curly Coated Retriever passt zu aktiven, jagdlich interessierten oder zumindest bewegungsfreudigen Haushalten, die einen eigenständig denkenden Hund zu schätzen wissen und Wert auf verantwortungsvolle Zucht mit dokumentierten Gesundheitschecks legen. Wer einen bedingungslos anhänglichen Dauerkuschler oder eine unkomplizierte Einsteiger-Rasse ohne jagdliche Ansprüche sucht, ist bei dieser seltenen, eigenwilligen Rasse eher nicht richtig.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane täglich mindestens 1 bis 1,5 Stunden Bewegung mit Apportier- oder Wasserarbeit ein: reines Gassigehen wird dem jagdlichen Erbe des Curly Coated Retriever meist nicht gerecht.
  • Bürste das lockige Fell nicht durch, das zerstört die charakteristischen Locken: gelegentliches Baden und punktuelles Ausdünnen von Hand reichen in der Regel aus.
  • Die Rasse ist in Deutschland und Europa selten, plane bei der Welpensuche mehr Vorlaufzeit ein und achte auf dokumentierte HD/ED-Röntgenbefunde der Elterntiere.
  • Wegen der überdurchschnittlichen Krebsanfälligkeit der Rasse lohnt eine frühzeitige Überlegung zu Krankenversicherung oder finanziellen Rücklagen für spätere Tierarztkosten.
  • Als eigenständig denkender Jagdgebrauchshund profitiert der Curly Coated Retriever von konsequenter, aber nicht harter Führung sowie früher, breiter Sozialisierung mit fremden Menschen.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Erhöhte Krebsanfälligkeit (u. a. Lymphome, Mastzelltumoren, Osteosarkome), laut Rasseclub die häufigste Todesursache der Rasse
  • Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellbogendysplasie (ED)
  • Belastungsinduzierter Kollaps (Exercise Induced Collapse, EIC), bei der Rasse bislang nur risikobasiert erfasst
  • Progressive Retinaatrophie (PRA)
  • Glykogenspeicherkrankheit Typ III (GSD III), eine für die Rasse spezifisch beschriebene Stoffwechselerkrankung
  • Vereinzelt Magendrehung (GDV) bei der tiefen, engen Brust

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Curly Coated Retriever hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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