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Lele

Clumber Spaniel

Bedächtiger Kraftprotz mit sanftem Gemüt

auch bekannt als Clumber

groß (L)Großbritannien
Weißer Clumber Spaniel mit rotbraunen Ohren steht im Profil auf einem sandigen Platz.
Clumber Spaniel im PorträtFoto: Canarian · CC BY-SA 4.0
Clumber Spaniel im Profil, Kopf mit rotbraunen Flecken und langen Hängeohren auf einer Wiese.
Clumber Spaniel im PorträtFoto: Pleple2000 · CC BY-SA 4.0

Steckbrief

Größe
groß (L), 43 bis 51 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 25 bis 34 kg
Lebenserwartung
typisch 10 bis 13 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 4 Welpen
Fell
Dichtes, seidiges Glatthaar mit Befederung, Reichliches, dichtes und seidiges Haar mit guter Befederung an Läufen und Brust. Braucht regelmäßiges Bürsten, dazu Kontrolle der schweren Hängeohren und der Lefzen, weil der Clumber zu Speichelbildung neigt.
Herkunft
Großbritannien

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
eher ruhig (2 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5)
Pflegeaufwand
hoher Pflegeaufwand (4 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5)
Jagdtrieb
mittlerer Jagdtrieb (3 von 5)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)

Der Charakter: Clumber Spaniel im Porträt

Der Clumber Spaniel stammt vermutlich aus Frankreich und wurde vor über zweihundert Jahren vom Duke von Newcastle nach Großbritannien gebracht, wo die Rasse auf dem Familiensitz Clumber Park weiterentwickelt wurde. Als schwerster und gemächlichster der englischen Vorstehspaniels wurde er als geduldiger Stöberhund für die Enten, Fasanen und Schnepfenjagd im dichten Unterholz eingesetzt. Der FCI-Standard beschreibt ihn als stummen Arbeiter mit ausgezeichneter Nase, der auch heute noch ein ganzes Jagdtag lang im ruhigen, ausdauernden Tempo durchhalten soll, ohne dabei zu hetzen. Im Wesen gilt der Clumber als unerschütterlich, würdevoll und zuverlässig freundlich, zeigt dabei aber keine Neigung zur Aggressivität. Fremden gegenüber ist er tendenziell zurückhaltender als andere Spaniel-Rassen, oft eher distanziert-höflich als überschwänglich. Er bellt selten und drängt sich nicht als Wachhund auf, sondern bleibt lieber in Ruhe in der Nähe seiner Menschen. Das macht ihn zu einem angenehm unaufgeregten Mitbewohner, der trotzdem Anschluss und Nähe sucht und ungern über lange Zeit allein bleibt. Im Alltag braucht der Clumber moderate, aber regelmäßige Bewegung: ausgedehnte Spaziergänge und, wenn möglich, Gelegenheit zum Stöbern und Schnüffeln passen besser zu ihm als Sport mit hohem Tempo. Bei Hitze reagiert er empfindlich und sollte an warmen Tagen geschont werden. Sein dichtes, seidiges Fell will regelmäßig gebürstet werden, dazu kommen Kontrollen der schweren Hängeohren und der ausgeprägten Lefzen, aus denen er gern sabbert. Wegen seines hohen Gewichts bei vergleichsweise kurzen Läufen sollte er schlank gehalten werden, um Rücken und Hinterhand nicht zusätzlich zu belasten. Der Clumber Spaniel passt zu Menschen, die einen ruhigen, gutmütigen Begleiter mit britischem Understatement schätzen und Zeit für Fellpflege sowie sorgfältige Gesundheitsvorsorge mitbringen. Weniger geeignet ist er für sehr aktive Sportlerhaushalte, die einen ausdauernden Lauf oder Fahrradbegleiter suchen, und für Menschen, die keine Geduld für Sabber und Fellpflege aufbringen. Wer seine gemächliche, würdevolle Art zu schätzen weiß, bekommt einen treuen, umgänglichen Familienhund.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Frag beim Züchter gezielt nach den HD-Auswertungen der Elterntiere: Hüftgelenksdysplasie kommt in der Rasse häufig vor, seriöse Zuchtvereine röntgen und dokumentieren dies.
  • Halte deinen Clumber schlank. Der FCI-Standard warnt ausdrücklich davor, dass zu hohes Gewicht bei den vergleichsweise kurzen Läufen zu Schwächen in der Hinterhand führen kann.
  • Plane feste Routinen für Ohren, Augen und Lefzen ein: Die schweren Hängeohren brauchen regelmäßige Kontrolle, die Augen sollten wegen möglicher Lidfehlstellungen (Entropium, Ektropium) im Blick behalten werden.
  • Rechne mit Sabbern und regelmäßigem Fellwechsel mittleren Ausmaßes. Ein Probetreffen vor der Anschaffung hilft, die Fell- und Speichelmenge im echten Alltag einzuschätzen.
  • Vermeide intensive Belastung und lange Anstrengung bei Hitze, der Clumber reagiert wärmeempfindlich und braucht an warmen Tagen ruhigere Runden.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Hüftgelenksdysplasie (HD), in Zuchtdaten mit auffällig hoher Rate belegt, seriöse Zuchtvereine verlangen Röntgen-Auswertungen der Elterntiere
  • Bandscheibenprobleme und Rückenbelastung durch den langen, schweren Körper auf kurzen Läufen
  • Lidfehlstellungen wie Entropium und Ektropium mit möglicher Augenreizung
  • Wärmeempfindlichkeit, an heißen Tagen sollte Anstrengung reduziert werden

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Clumber Spaniel hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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