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Lele

Stichelhaariger Bosnischer Laufhund

Zäher Fährtenhund mit rauem Fell und lauter Stimme

auch bekannt als Barak, Bosanski Oštrodlaki Gonič

mittelgroß (M)Bosnien und Herzegowina

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 46 bis 56 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 16 bis 24 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
Fell
Stichelhaar/Rauhaar, Langes, hartes, struppiges Haar mit dichter Unterwolle und Bart, wöchentlich bürsten, damit es nicht verfilzt.
Herkunft
Bosnien und Herzegowina
Anerkennung
FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 155

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5)
Pflegeaufwand
mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5, Tendenzwert)
Wach- und Schutztrieb
mittlerer Wach-/Schutztrieb (3 von 5)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Stichelhaariger Bosnischer Laufhund im Porträt

Der Stichelhaariger Bosnische Laufhund, in seiner bosnischen Heimat Barak genannt, ist ein robuster Fährtenhund aus dem westlichen Balkan. Er entstand etwa seit dem neunzehnten Jahrhundert aus einheimischen Laufhundlinien, gekreuzt mit mediterranen Jagdhundtypen, und wurde für die ausdauernde Jagd auf Großwild wie Wildschwein und Bär gezüchtet. 1965 registrierte die FCI die Rasse zunächst als Illyrischer Laufhund, seit 1996 gilt der heutige Standard unter dem Namen Barak. Bis heute wird der Hund fast ausschließlich von Jägern auf dem Balkan gehalten und außerhalb dieser Region kaum gezielt gezüchtet. Der FCI-Standard beschreibt ihn mit lebhaftem Temperament, mutig und ausdauernd, dazu widerstandsfähig mit einer voll tönenden, teils tiefen Stimme, die beim Spurlaut weithin hörbar ist. Er arbeitet traditionell in der Meute und zeigt sich Artgenossen gegenüber entsprechend verträglich, gegenüber Fremden eher neutral bis aufmerksam, ohne Schärfe zu zeigen. Als reiner Nasenarbeiter folgt er seiner Spur oft eigenständiger, als es klassischer Gehorsam erwarten lässt, was die Grundausbildung anspruchsvoller macht als bei typischen Familienhunden. Im Alltag braucht der Barak viel Bewegung, am liebsten mit Gelegenheit zur Nasenarbeit im Feld oder Wald, reine Spaziergänge um den Block reichen kaum aus. Das lange, harte, struppige Haar mit dichter Unterwolle und dem markanten Bart schützt gut vor Wind und Nässe, verfilzt aber ohne regelmäßiges Bürsten, besonders an Bart und Augenbrauen. Weil Hängeohren wenig Luft an den Gehörgang lassen, lohnt sich ein Blick auf die Ohren nach jedem Streifzug durchs Unterholz. Belastbare Angaben zu häufigen Erkrankungen oder einer typischen Todesursache liefert die dünne Quellenlage nicht, hier bleibt nur die Ableitung aus dem Körperbau. In Deutschland ist die Rasse eine echte Seltenheit, Welpen kommen praktisch nur über Import aus Bosnien oder den Nachbarländern, Wartezeiten von vielen Monaten und eine genaue Prüfung von Herkunft und Papieren gehören dazu. Passende Halter kommen eher aus der Jagdszene oder suchen bewusst einen unabhängigen, arbeitsfreudigen Laufhund mit viel Auslauf und Toleranz für lautes Spurlaut-Geben. Für Wohnungshaltung in dicht besiedelten Gegenden, für Einsteiger ohne Hundeerfahrung oder für alle, die einen ruhigen Couchhund suchen, ist der Barak dagegen ausdrücklich nicht die richtige Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Passt am ehesten zu erfahrenen Jägern oder Laufhundefreunden mit Feld- und Waldauslauf für Fährtenarbeit, reine Stadtwohnung ohne Zugang zu weitläufigem Gelände passt kaum.
  • Import aus dem Balkan einplanen: seriöse Zuchtstätten in Deutschland gibt es praktisch keine, Wartezeit oft mehrere Monate bis über ein Jahr, Herkunftspapiere und FCI-Zuchtbuch genau prüfen.
  • Die volltönende, weithin hörbare Stimme beim Spurlaut kann in dicht bebauten Wohngegenden zum Nachbarschaftsthema werden, das vorher bedenken.
  • Das raue, struppige Fell braucht wöchentliches Bürsten inklusive Bart und Augenbrauen, sonst verfilzt es an den dichteren Stellen.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Hängeohren mit wenig Luftzirkulation begünstigen erfahrungsgemäß Ohrentzündungen, rassespezifisch belegte Zahlen dazu liegen nicht vor, das ist eine Tendenzaussage aus dem Körperbau laut Standard.
  • Die dichte Unterwolle unter dem struppigen Deckhaar kann bei vernachlässigter Pflege zu Verfilzungen und in der Folge zu Hautreizungen führen.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Stichelhaariger Bosnischer Laufhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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