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Lele

Steirische Rauhhaarbracke

Hartnäckiger Spurhund fürs steile Gelände

auch bekannt als Peintinger Bracke

mittelgroß (M)Österreich
Rehfarbene Steirische Rauhhaarbracke mit rauem Fell steht aufmerksam auf einer Wiese.
Steirische Rauhhaarbracke unterwegsFoto: Sciencia58 · CC0 1.0
Rehfarbene Steirische Rauhhaarbracke liegt entspannt auf dem Steinboden.
Steirische Rauhhaarbracke zu HauseFoto: Sciencia58 · CC0 1.0

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 45 bis 53 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 15 bis 18 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
mit SucheStufe 3 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 62 Welpen
Fell
Rauhaar, Das harte, glanzlose Rauhaar ist wetterfest und pflegeleicht, gelegentliches Bürsten reicht, eine Schur ist nicht nötig.
Herkunft
Österreich
Anerkennung
FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 62

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht sehr viel Bewegung/Auslastung (5 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5, Tendenzwert)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt sehr häufig (5 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5, Tendenzwert)
Haaren
haart wenig (2 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
verträgt sich selten mit Katzen (1 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
bedingt geeignet für Familien (2 von 5, Tendenzwert)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)

Der Charakter: Steirische Rauhhaarbracke im Porträt

Die Steirische Rauhhaarbracke stammt aus der Obersteiermark, wo der Industrielle Carl Peintinger ab 1870 eine Hannoversche Schweißhündin mit einem rauhhaarigen Istrianer Brackenrüden verpaarte. Ziel war ein wetterfester, ausdauernder Jagdhund für steiles, unwegsames Gebirgsgelände, der sowohl Wild brackiert als auch reine Schweißarbeit auf verletztem Wild leistet. Dieser Ursprung prägt die Rasse bis heute: Sie ist über ihre gesamte Geschichte fast ausschließlich in jagdlich geführten Linien geblieben, kaum als reiner Familienhund. Der FCI-Standard beschreibt einen passionierten, harten Jagdhund mit lockerem, lautem Spurlaut, hoher Spursicherheit und ausgeprägtem Spurwillen. Das bedeutet im Alltag: ein Hund, der der Nase folgt, sobald eine Fährte reizt, und der sich davon nur mit viel Übung wieder abrufen lässt. Fremden gegenüber wirkt sie eher zurückhaltend und ernst, nicht bösartig, aber auch nicht der überschwänglich freundliche Begleithund. Das raue, glanzlose Fell mit dem markanten Schnurrbart am Kopf macht sie unempfindlich gegen Wind, Nässe und Kälte im Hochgebirge. Wer sich für diese Rasse interessiert, sollte viel Zeit für ausgedehnte, auslastende Bewegung mitbringen, im besten Fall mit echter jagdlicher oder fährtenähnlicher Beschäftigung, denn reines Spazierengehen wird dem Bewegungs- und Nasenbedürfnis kaum gerecht. Die Fellpflege ist unkompliziert, ein gelegentliches Bürsten genügt, eine Schur ist nicht nötig. Alleinbleiben ist bei einem so arbeitsorientierten Hund tendenziell schwieriger, und ungenutzte Energie kann sich in Unruhe oder Zerstörungslust äußern. In Deutschland und der Schweiz ist die Steirische Rauhhaarbracke extrem selten und praktisch nur über österreichische oder slowenische Zuchtlinien zu bekommen, entsprechend lang können Wartezeiten und Importwege ausfallen. Sie passt am ehesten zu erfahrenen Jäger- oder Aktivhundehaltern mit viel Auslauf im Grünen, die sich bewusst auf einen eigenständigen, lautfreudigen Spurhund einlassen. Für Wohnungshaltung, ruhige Nachbarschaften oder als erster Hund ist sie dagegen ausdrücklich nicht geeignet, ihr ausgeprägter Jagdtrieb und ihre Stimmfreude verlangen konsequente Führung und viel Platz.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Braucht mehrere Stunden auslastende Bewegung täglich, idealerweise mit Fährten- oder Nasenarbeit, reines Spazierengehen reicht nicht aus.
  • Der ausgeprägte, lockere Spurlaut ist Arbeitsauftrag und keine Unart, in dicht besiedelten Wohnlagen kann das schnell zum Nachbarschaftsthema werden.
  • Kein Anfängerhund: konsequentes Rückruftraining und Erfahrung mit jagdlich geprägten Laufhunden sind Voraussetzung, bevor an Freilauf zu denken ist.
  • Wegen der extremen Seltenheit in Deutschland und der Schweiz sollten Interessenten mit langen Wartezeiten und einem Import aus Österreich oder Slowenien rechnen und sich vorher direkt an den Deutschen beziehungsweise Österreichischen Brackenverein wenden.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Die anliegenden Hängeohren begünstigen wie bei anderen Bracken tendenziell Ohrentzündungen, besonders nach Einsätzen im Unterholz oder Wasser, regelmäßige Ohrenkontrolle ist sinnvoll.
  • Die laut Standard tiefe und breite Brust ist bei aktiven, mittelgroßen Jagdhunden dieser Statur eine anatomische Tendenz für ein erhöhtes Magendrehungsrisiko, konkrete Fallzahlen für die Rasse selbst liegen nicht vor.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Steirische Rauhhaarbracke hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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