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Lele

Spanischer Wasserhund

Wasserfreudiger Arbeitspartner mit Lockenkopf

auch bekannt als Türkenhund, Perro de Agua Español

mittelgroß (M)Spanien
Spanischer Wasserhund mit gelocktem, geschnürtem Fell liegt entspannt in einer Altstadtgasse
Spanischer Wasserhund im Porträt

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 40 bis 50 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 14 bis 22 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
mit SucheStufe 3 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 110 Welpen
Fell
gekräuseltes Wollhaar, Kein Bürsten, damit die Locken nicht auseinandergezogen werden; stattdessen regelmäßiges, gleichmäßiges Scheren am ganzen Körper alle paar Monate.
Herkunft
Spanien

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt situationsbedingt (3 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
Haaren
haart kaum (1 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
mittlerer Wach-/Schutztrieb (3 von 5)
Jagdtrieb
mittlerer Jagdtrieb (3 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Spanischer Wasserhund im Porträt

Der Spanische Wasserhund stammt von der Iberischen Halbinsel, vor allem aus Andalusien, wo er seit Jahrhunderten als vielseitiger Arbeitshund gehalten wird. Der FCI Standard beschreibt ihn als Hüte, Jagd und Fischerhund: Er trieb Schafe und Rinder, half Jägern beim Apportieren von Wasserwild in den Sümpfen und unterstützte Fischer beim Einholen von Netzen. Diese enge Zusammenarbeit mit dem Menschen prägt sein Wesen bis heute. Sein charakteristisches gekräuseltes Wollhaar schützt ihn beim ständigen Wechsel zwischen Nässe und Trockenheit und kann bei längerem Wuchs Zotten bilden, weshalb viele Halter regelmäßig gleichmäßig scheren statt zu bürsten. Im Wesen gilt die Rasse laut Standard als treu, gehorsam, freudig, arbeitswillig, wachsam und sehr ausgeglichen, mit einer außergewöhnlich guten Auffassungsgabe. Diese Lernfreude macht ihn im Schnitt gut trainierbar, verlangt im Alltag aber auch geistige Beschäftigung, sonst sucht er sich selbst welche. Fremden gegenüber verhält er sich tendenziell aufmerksam bis freundlich zurückhaltend, nicht überschwänglich. Als Hund mit engem Bezug zu seinen Menschen fällt ihm Alleinbleiben eher schwer, ein langsamer Trainingsaufbau ist ratsam. Im Alltag braucht der Spanische Wasserhund als ehemaliger Vollzeit Arbeitshund reichlich Bewegung und Kopfarbeit, Wasserkontakt beim Spaziergang wird meist begeistert angenommen. Das Wollhaar haart kaum, verfilzt aber ohne regelmäßige Schur und ist damit pflegeintensiver als reines Kurzhaar. Manche Welpen kommen mit einer angeborenen Stummelrute zur Welt, das Kupieren der Rute ist in Deutschland aus Tierschutzgründen verboten und für Ausstellungen hierzulande nicht relevant. Für aktive Menschen oder Familien, die Zeit für Bewegung, Beschäftigung und regelmäßige Fellpflege mitbringen und einen wendigen, wasserfreudigen Partner suchen, ist die Rasse im Schnitt gut geeignet. Für reine Wohnungshaltung ohne Auslastung, für sehr ruhige Haushalte oder für Erstbesitzer ohne Zeit für Erziehung und Fellpflege eignet er sich dagegen eher weniger. Vor der Anschaffung lohnt ein Kontakt zu erfahrenen Züchtern oder Rasseclubs, um Wesen und Bedürfnisse im direkten Kontakt kennenzulernen.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Bewegungspensum: im Schnitt mindestens 1 bis 1,5 Stunden aktive Bewegung täglich, idealerweise mit Wasserzugang und Aufgaben wie Apportieren oder Dummytraining, sonst sucht sich der ehemalige Arbeitshund selbst Beschäftigung.
  • Fellpflege ist arbeitsintensiv: kein normales Bürsten, sondern regelmäßiges, gleichmäßiges Scheren am ganzen Körper (grob alle paar Monate), da das Wollhaar sonst zu festen Zotten verfilzt. Kostenfaktor beim Hundefriseur oder Zeitaufwand beim Selbstscheren einplanen.
  • Alleinbleiben früh und in kleinen Schritten trainieren: Durch die enge Bindung an Bezugspersonen ist bei Welpen und Junghunden nicht von langer, entspannter Alleinbleibefähigkeit auszugehen.
  • Vor dem Kauf beim Züchter nach HD Röntgenergebnissen der Elterntiere und nach Augenuntersuchungen auf prcd PRA fragen, beides sind rassetypisch dokumentierte Themen.
  • Wegen der hängenden, behaarten Ohren regelmäßig die Ohren kontrollieren und bei Bedarf reinigen, um Entzündungen vorzubeugen.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Hüftgelenksdysplasie (HD) kommt in der Rasse vor, seriöse Zuchtprogramme röntgen und selektieren entsprechend
  • Progressive Retinaatrophie vom Typ prcd (erbliche, fortschreitende Augenerkrankung, die zur Erblindung führen kann) ist rassetypisch beschrieben und gentestbar
  • Die hängenden, dicht behaarten Ohren begünstigen Ohrenentzündungen, regelmäßige Kontrolle und Pflege werden empfohlen

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Spanischer Wasserhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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