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Lele

Sloughi

Vornehmer Sichtjäger, treu und zurückhaltend

auch bekannt als Arabian Greyhound, Arabischer Windhund, Berberwindhund

groß (L)Marokko
Sandfarbener Sloughi mit schlankem Körper steht aufmerksam auf einer Wiese.
Sloughi im PorträtFoto: Sabine.schlenkrich · CC BY-SA 3.0

Steckbrief

Größe
groß (L), 61 bis 72 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 18 bis 28 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 5 Welpen
Fell
Kurzhaar, Sehr kurzes, dichtes und feines Haar braucht kaum Pflege, ein Abstreifen mit dem Handschuh reicht meist. Wegen der dünnen Haut und des kaum vorhandenen Unterfells friert der Sloughi bei Kälte und Nässe schnell, ein Hundemantel für den Winterspaziergang ist sinnvoll.
Herkunft
Marokko
Anerkennung
FCI-Gruppe 10 (Windhunde), Standard Nr. 188

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
eher ruhig (2 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5)
Pflegeaufwand
minimaler Pflegeaufwand (1 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
verträgt sich selten mit Katzen (1 von 5)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
mittlerer Wach-/Schutztrieb (3 von 5)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Sloughi im Porträt

Der Sloughi ist ein uralter Sichtjäger aus Marokko, seit Jahrhunderten in Nordafrika für die Hetzjagd auf Hasen und Gazellen gezüchtet. Der FCI-Standard beschreibt ihn als rassigen, eleganten Hund von großer Trockenheit der Muskulatur, dessen Blick sanft und ein wenig wehmütig wirkt, fast wie voll Heimweh. Genau dieses Bild passt zu seinem Wesen: nach außen zurückhaltend und vornehm distanziert, im eigenen Zuhause aber ein anhänglicher, sensibler Begleiter, der eng an seinen Menschen hängt und ihn im Zweifel verteidigt. Fremden begegnet der Sloughi meist abwartend bis reserviert, das braucht frühe, konsequente Sozialisierung, damit daraus keine übertriebene Ängstlichkeit wird. Sein Jagdtrieb ist ausgeprägt und kaum abtrainierbar, ein Sichtjäger reagiert auf schnelle Bewegung praktisch reflexartig. Für den Alltag heißt das: sicher eingezäunte Freilaufflächen, verlässliches Rückruftraining schon als Welpe und in offenem Gelände eher die Leine als Vertrauen in den Jagdtrieb. Körperlich ist der Sloughi kein Dauerläufer, sondern ein Sprinter, der kurze, intensive Ausläufe braucht und den Rest des Tages entspannt zu Hause verbringt, am liebsten auf einem weichen Platz, denn viel Fett oder Fell zum Polstern hat er nicht. Die Fellpflege ist mit dem sehr kurzen Haar minimal, dafür ist er wetterempfindlich und friert bei Kälte schnell. Sighthounds wie der Sloughi gelten außerdem als empfindlich gegenüber bestimmten Narkosemitteln, das sollte jede Tierarztpraxis vorab wissen. Der Sloughi passt zu erfahrenen, ruhigen Haltern, die einen eigenständigen, sensiblen Hund mit hohem Jagdtrieb wertschätzen und ihm Zeit für Vertrauensaufbau geben, statt schnellen Gehorsam zu erwarten. Für Anfänger, für Haushalte mit Kleintieren oder für alle, die einen unkompliziert-verspielten Familienhund suchen, ist er eher nicht die richtige Wahl. Wer sich auf seine stille, würdevolle Art einlässt, bekommt einen treuen, undramatischen Mitbewohner.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Braucht ein sicher eingezäuntes Grundstück oder eingezäunte Freilaufflächen, der Jagdtrieb auf schnelle Bewegungen ist kaum kontrollierbar, in offenem Gelände gehört er an die Leine.
  • Frühe, konsequente Sozialisierung mit fremden Menschen und Alltagssituationen ist wichtig, sonst kann aus der natürlichen Zurückhaltung schnell Unsicherheit werden.
  • Wegen der bekannten Sighthound-Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Narkosemitteln vor Operationen die Tierarztpraxis gezielt darauf ansprechen.
  • Bei Zuchttieren auf einen PRA-Gentest (progressive Retinaatrophie) achten, bevor Welpen aus der Verpaarung kommen.
  • Dünnes Fell und wenig Unterhautfett bedeuten Kälteempfindlichkeit, im Winter ist ein Hundemantel für längere Spaziergänge sinnvoll.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Progressive Retinaatrophie (PRA), erblich bedingte Augenerkrankung, DNA-Test für Zuchttiere verfügbar
  • Erhöhtes Magendrehungsrisiko als tiefbrüstige Rasse, auf ruhige Fütterung und Anzeichen wie Unruhe oder erfolglosen Würgereiz achten
  • Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Narkosemitteln und Medikamenten, typisch für schlanke Sighthound-Rassen mit wenig Körperfett
  • In der Literatur vereinzelt beschriebene Autoimmunerkrankungen (u. a. Morbus Addison)

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Sloughi hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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