Shetland Sheepdog
Sensibler Schlaukopf im Collie-Look
auch bekannt als Sheltie
Zucht-Hinweis
Merle-Zeichnung: Die Verpaarung zweier Merle-Träger führt zu schweren Hör- und Sehschäden (Doppel-Merle) und gilt als Qualzucht im Sinne von Paragraf 11b Tierschutzgesetz. Achte auf die Farbgenetik der Elterntiere. Riskant ist die Verpaarung zweier Merle-Träger, nicht das einzelne Tier mit normaler Zeichnung.
Steckbrief
- Größe
- klein (S), 35,5 bis 37 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 6,5 bis 9 kg
- Lebenserwartung
- typisch 13 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- sehr verbreitetStufe 5 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 824 Welpen
- Fell
- Langhaar, doppeltes Haarkleid, Das doppelte Haarkleid mit dichter Unterwolle braucht ein bis zwei gründliche Bürsteinheiten pro Woche, im Fellwechsel deutlich mehr; besonders hinter den Ohren und an den Hosen verfilzt es sonst leicht.
- Herkunft
- Großbritannien
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 1 (Hüte- und Treibhunde), Standard Nr. 88
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- lebhaft, viel Energie (4 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht viel Bewegung (4 von 5)
- Trainierbarkeit
- sehr leicht trainierbar, hochgradig gehorsam (5 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
- Bellfreude
- bellt sehr häufig (5 von 5)
- Pflegeaufwand
- mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
- Haaren
- haart stark (4 von 5)
- Offenheit gegenüber Fremden
- zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
- Verträglichkeit mit Hunden
- gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
- Verträglichkeit mit Katzen
- meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- gut geeignet für Familien (4 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- mittlerer Wach-/Schutztrieb (3 von 5)
- Jagdtrieb
- geringer Jagdtrieb (2 von 5)
- Anfänger-Eignung
- gut geeignet für Anfänger (4 von 5)
Der Charakter: Shetland Sheepdog im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Plane täglich rund 1 bis 1,5 Stunden aktive Zeit ein, aufgeteilt in Spaziergänge und Kopfarbeit: Tricktraining, Suchspiele oder Hundesport wie Agility und Obedience passen perfekt zu seiner Lernfreude.
- Bellfreude ernst nehmen: Shelties melden gern und viel. Wenn du hellhörig wohnst oder empfindliche Nachbarn hast, gehört Ruhetraining von Anfang an dazu.
- Fellpflege einplanen: ein bis zwei gründliche Bürsteinheiten pro Woche, im Fellwechsel im Frühjahr und Herbst fast täglich. Er haart spürbar, auch in der Wohnung.
- Beim Züchter Gentests der Elterntiere einfordern: MDR1, Collie Eye Anomaly (CEA) und Augenuntersuchungen sind bei seriösen Zuchten Standard. Merle darf nie mit Merle verpaart werden.
- Sensibles Wesen: grobe Erziehungsmethoden und dauerhafte Hektik überfordern ihn. Freundliche Konsequenz, ruhige Abläufe und frühes Training des Alleinbleibens geben ihm Sicherheit.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- MDR1-Gendefekt: Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Medikamenten, etwa manchen Antiparasitika; ein Gentest schafft Klarheit.
- Collie Eye Anomaly (CEA): erblich bedingte Fehlbildung des Auges, von mild bis hin zur Erblindung; durch Gentest der Elterntiere vermeidbar.
- Dermatomyositis: erbliche Haut- und Muskelerkrankung, die bereits bei Junghunden auftreten kann.
- Von-Willebrand-Krankheit: erbliche Störung der Blutgerinnung.
- Deutlich erhöhtes Risiko für eine Gallenblasenmukozele (Schleimansammlung in der Gallenblase).
- Aus der Verpaarung zweier Merle-Träger (Doppel-Merle) entstehen gehäuft taube oder augengeschädigte Welpen; diese Verpaarung gilt in Deutschland als Qualzucht im Sinne von Paragraf 11b Tierschutzgesetz und ist bei seriösen Vereinen ausgeschlossen.
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Shetland Sheepdog hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Die verfügbaren Angaben stammen von 2017 oder früher, also aus der Zeit vor dem Welpenboom 2020/21. Nimm die Spanne als groben Anhalt und frag beim Zuchtverein nach aktuellen Preisen.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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