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Lele

Segugio Maremmano

Rustikaler Fährtenspezialist mit eigenem Kopf

auch bekannt als Maremma Hound

mittelgroß (M)Italien
Segugio Maremmano steht auf einer Wiese, schwarz-lohfarbenes Fell, Hängeohren, Rute unkupiert geringelt.
Segugio Maremmano im PorträtFoto: Rezzoc91 · CC BY-SA 4.0
Segugio Maremmano steht wachsam auf einem Bauernhof zwischen altem Traktor und Grün, schwarz-lohfarbenes Fell.
Segugio Maremmano zu HauseFoto: Rezzoc91 · CC BY-SA 4.0

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 44 bis 56 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 13 bis 23 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5Keine VDH-Zucht in Deutschland, Bezug meist nur über Import
Fell
Kurzhaar mit Unterwolle oder Rauhaar (zwei Haarvarietäten laut FCI-Standard), Beide Varianten sind pflegeleicht, gelegentliches Buersten reicht, die haengenden Ohren aber regelmaessig auf Rötung und Geruch kontrollieren.
Herkunft
Italien
Anerkennung
FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 361

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht sehr viel Bewegung/Auslastung (5 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5, Tendenzwert)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt sehr häufig (5 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
verträgt sich selten mit Katzen (1 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
bedingt geeignet für Familien (2 von 5, Tendenzwert)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)

Der Charakter: Segugio Maremmano im Porträt

Der Segugio Maremmano stammt aus der Maremma, dem südlichen Teil der Toskana, wo er seit den 1930er Jahren aus der dortigen freilaufenden Hundepopulation entstanden ist. Toskanische Wildschweinjäger formten die Rasse gezielt für die Jagd im dichten Gestrüpp der Region. Erst 2003 erkannte der italienische Zuchtverband ENCI sie an, seit 2018 führt die FCI einen vorläufigen Standard. In Deutschland ist der Segugio Maremmano praktisch unbekannt: Es gibt keinen etablierten Rasseklub im Land, keine geregelte Zucht und kaum Welpen. Wer sich für die Rasse entscheidet, muss mit langen Wartezeiten oder einem Import direkt aus Italien rechnen, meist über jagdlich geführte Linien. Der FCI-Standard beschreibt einen Fährtenhund ohne Übertreibungen: rustikal, lebhaft, mit ausgeprägtem Jagdtrieb und einer charakteristischen Stimme, die er beim Verbellen der gestellten Beute gezielt einsetzt. Er nähert sich dem Wild sicher an und arbeitet ebenso zuverlässig allein wie in der Meute, verfolgt eine einmal aufgenommene Fährte hartnäckig. Das macht ihn zu einem hoch spezialisierten Arbeitshund, dessen Wesen stark vom jagdlichen Einsatzzweck geprägt ist, nicht zu einem klassischen Begleithund für den Alltag. Im Alltag braucht der Segugio Maremmano viel Bewegung und eine Auslastung, die seinem Nasenarbeit-Bedürfnis gerecht wird. Ohne Jagdeinsatz oder vergleichbare Fährtenarbeit wirkt er schnell unterfordert und sucht sich eigene Beschäftigung. Sein Fell gibt es laut Standard in zwei Varianten, kurzhaarig mit Unterwolle oder rauhaarig, beide vergleichsweise pflegeleicht mit gelegentlichem Bürsten. Die hängenden, an den Backen anliegenden Ohren verdienen regelmäßige Kontrolle, weil sie ein feuchteres Ohrklima begünstigen können, was tendenziell Ohrentzündungen begünstigt. Der Segugio Maremmano passt zu erfahrenen Jägern oder Haltern mit viel Zeit für ausgedehnte Fährten- und Bewegungsarbeit im Freien, die einen eigenständigen, stark auf die Nase fokussierten Hund zu schätzen wissen. Für Einsteiger, reine Wohnungshaltung oder Familien, die einen ruhigen Begleiter suchen, ist er eher ungeeignet. Sein starker Jagdtrieb macht Freilauf ohne sicher eingezäunte Fläche oder Schleppleine riskant, besonders in der Nähe von Wild, Kleintieren oder Katzen.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Der ausgeprägte Jagdtrieb bedeutet: Freilauf nur auf sicher eingezäunten Flächen oder an der Schleppleine, gerade in Wald- und Feldnähe mit Wild.
  • Mangels deutscher Zuchtlinien ist mit langen Wartezeiten oder einem Import aus Italien zu rechnen. Auf transparente Gesundheitsnachweise der Elterntiere achten, da die Zuchtbasis in Deutschland noch fehlt.
  • Tägliche, ausgedehnte Bewegung von mehreren Stunden mit Fährten- oder Suchspielen ist nötig, sonst sucht sich der Hund selbst Beschäftigung, oft in Form von Streunen oder Buddeln.
  • Die hängenden Ohren sollten regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf gereinigt werden, um Entzündungen vorzubeugen.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Tendenziell erhöhtes Risiko für Ohrentzündungen durch die hängenden, anliegenden Ohren, aus dem Körperbau laut Standard abgeleitet, keine rassespezifische Studienlage gefunden.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Segugio Maremmano hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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