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Lele

Segugio dell'Appennino

Leidenschaftlicher Bergjäger mit sanftem Gemüt

auch bekannt als Piccolo Lepraiolo Italiano, Appennine Hound

mittelgroß (M)Italien

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 42 bis 50 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 10 bis 18 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5Keine VDH-Zucht in Deutschland, Bezug meist nur über Import
Fell
Kurzhaar oder Rauhaar (zwei laut Standard verpaarbare Varianten), Beide Fellvarianten sind pflegearm, gelegentliches Bürsten genügt. Die langen Hangohren regelmäßig auf Rötung, Schmutz oder Feuchtigkeit kontrollieren.
Herkunft
Italien
Anerkennung
FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 375

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5, Tendenzwert)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Segugio dell'Appennino im Porträt

Der Segugio dell'Appennino, auch Piccolo Lepraiolo Italiano genannt, ist ein italienischer Laufhund aus den Bergregionen des Apennin, wo er seit Generationen zur Hasenjagd im schwierigen Hügel- und Berggelände gezüchtet wird. Erstmals 1882 in der Jagdzeitschrift La Caccia Illustrata beschrieben, blieb die Rasse lange eine regionale Angelegenheit kleiner Grundbesitzer und Jäger. Erst 2005 entstand ein Rassestandard, 2010 folgte die Anerkennung durch den italienischen Kennel Club, die provisorische FCI Anerkennung kam erst im Februar 2026. Entsprechend jung und schmal ist die internationale Dokumentation der Rasse. Der FCI Standard beschreibt ein geselliges, eng an seinen Menschen gebundenes Wesen mit einer ausgeprägten, fast angeborenen Jagdleidenschaft. Der Hund jagt bevorzugt Hase, daneben auch Wildschwein und anderes Haarwild, arbeitet dabei allein, zu zweit oder in der Meute und zeigt sich am Wild bellfreudig, während er selbst ruhig stehen bleibt. Diese Kombination aus Eigenständigkeit im Jagdfeld und enger Bindung an den Halter macht ihn zu einem klaren Arbeitshund, nicht zu einem reinen Begleithund für den ruhigen Alltag. Das Fell gibt es in zwei Varianten, die laut Standard miteinander verpaart werden dürfen: kurz und dicht mit bis zu 2 cm Länge oder rau mit dichter Unterwolle und 2 bis 5 cm Länge. Beide Varianten sind pflegearm, gelegentliches Bürsten reicht, das Rauhaar braucht im Fellwechsel etwas mehr Aufmerksamkeit. Die langen Hangohren wollen regelmäßig kontrolliert werden, weil sie Feuchtigkeit und Schmutz stauen können. Bewegung braucht der Segugio reichlich und mit echter Aufgabe, lange Wanderungen, Fährtenarbeit oder Nasenarbeit Sport passen deutlich besser als reine Spaziergänge, denn der Jagdtrieb gehört fest zur Rasse und lässt sich kaum abtrainieren. In Deutschland ist der Segugio dell'Appennino praktisch unbekannt. Welpen kommen so gut wie ausschließlich über Importe aus Italien und meist aus jagdlich geführten Zuchtlinien, Wartezeiten und Sprachbarrieren zum Züchter sind einzuplanen. Die Rasse passt zu erfahrenen, jagdlich interessierten oder sehr auslastungsbereiten Haltern mit sicher eingezäuntem Grundstück, weil der Hasenjagdtrieb im Alltag ernst genommen werden muss. Für Einsteiger, reine Wohnungshaltung ohne ausgiebige Auslastung oder Haushalte mit Kleintieren ist sie eher ungeeignet.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Der ausgeprägte, kaum abtrainierbare Jagdtrieb verlangt ein sicher eingezäuntes Grundstück und konsequente Leinenführung in wildreichem Gelände, freier Auslauf ohne verlässliches Rückruftraining ist riskant.
  • Rechne mit täglich mindestens 1,5 bis 2 Stunden echter Auslastung wie Fährtenarbeit, langen Wanderungen im Gelände oder Nasenarbeit-Sport, reine Kurzspaziergänge reichen dieser Rasse nicht.
  • Welpen kommen praktisch nur über Importzüchter aus Italien, plane Wartezeit, Reisekosten und eine gründliche Prüfung der Zuchtlinie auf jagdliche Gesundheit und Wesen ein.
  • Die langen Hangohren regelmäßig auf Rötung, Geruch oder Schmutz kontrollieren, besonders nach Einsätzen im Unterholz oder Wasser.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Die langen Hangohren begünstigen tendenziell Ohrentzündungen, wenn sie nicht regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf gereinigt werden. Rassespezifische Studien dazu liegen wegen der kleinen, fast ausschließlich in Italien gehaltenen Population nicht vor, es handelt sich um eine aus dem Körperbau abgeleitete Tendenzaussage.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Segugio dell'Appennino hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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