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Lele

Schweizer Laufhund

Passionierter Fährtenjäger mit sanftem, anhänglichem Wesen

auch bekannt als Chien courant suisse, Swiss Hound

mittelgroß (M)Schweiz

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 47 bis 59 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 15 bis 20 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5Keine VDH-Zucht in Deutschland, Bezug meist nur über Import
Fell
Kurzhaar, Kurzes, glattes Fell braucht nur gelegentliches Bürsten, die langen Hängeohren aber regelmäßige Kontrolle.
Herkunft
Schweiz
Anerkennung
FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 59

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5, Tendenzwert)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)

Der Charakter: Schweizer Laufhund im Porträt

Der Schweizer Laufhund stammt aus den Schweizer Alpen und Voralpen und gehört zu den ältesten europäischen Jagdhundetypen. Ein Mosaik aus dem römerzeitlichen Avenches zeigt bereits Meutehunde, die den heutigen Varietäten ähneln, und schon im 15. und 18. Jahrhundert schätzten italienische und französische Jäger seine außerordentlichen Fähigkeiten bei der Hasenjagd. Als Brackenschlag wurde er gezielt für die selbständige, spurlaute Jagd auf Hase, Reh und Fuchs gezüchtet, gelegentlich auch auf Wildschwein. Der FCI Standard führt vier Varietäten, Berner, Jura, Luzerner und Schwyzer Laufhund, die sich ausschließlich in Fellfarbe und Zeichnung unterscheiden, nicht in Größe oder Haarart. Deshalb bildet Lele sie hier in einem gemeinsamen Profil ab statt in getrennten Einträgen. Im Wesen beschreibt der Standard ihn als lebhaft und passioniert für die Jagd, dabei empfindsam, leicht zu führen und anhänglich. Sein ausgeprägter Jagdtrieb ist kein Zufall: Er sucht und stellt Wild auch in schwierigem Gelände mit großer Sicherheit, und das Lautgeben auf der Fährte gehört zum Rassezweck, nicht zu einem Verhaltensproblem. Wer keine jagdliche Führung bietet, muss mit viel Bewegung, Nasenarbeit und Beschäftigung gegensteuern, sonst sucht sich der Hund seine Auslastung selbst, meist über die Nase und oft über den Gartenzaun hinweg. Im Alltag braucht der Schweizer Laufhund ausdauernde, mehrstündige Bewegung, am liebsten mit Gelegenheit zur Fährtenarbeit. Reine Spaziergänge an der kurzen Leine werden ihm nicht gerecht. Das kurze, glatte Fell ist pflegeleicht, die langen Hängeohren wollen aber regelmäßig kontrolliert werden. In Deutschland und weiten Teilen Mitteleuropas ist die Rasse außerhalb der Schweiz und angrenzender Jagdreviere kaum verbreitet. Welpen kommen praktisch nur über Schweizer Zuchtlinien oder spezialisierte Jagdgebrauchshundvereine, mit entsprechenden Wartezeiten, oft mit Import und mit der Erwartung, dass der Hund tatsächlich jagdlich geführt wird. Der Schweizer Laufhund passt zu erfahrenen Jägerinnen und Jägern oder zu Haltern mit viel Zeit für ausdauernden Sport und kontrollierte Nasenarbeit, die seinen Spurlaut und seinen Jagdtrieb realistisch einschätzen. Für Anfänger, reine Wohnungshaltung oder Haushalte mit Kleintieren und Katzen ist er dagegen ausdrücklich nicht die richtige Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane täglich mindestens zwei bis drei Stunden Bewegung mit echter Nasenarbeit ein, reine Kurzspaziergänge reichen dieser Laufhund-Rasse nicht.
  • Wegen des ausgeprägten Jagdtriebs auf Hase, Reh und Fuchs ist ein sicher eingezäunter Garten Pflicht, im Freilauf bleibt ohne sehr sicheren Rückruf die Leine oft die sicherere Wahl.
  • Welpen kommen praktisch nur über Schweizer Zuchtlinien oder Jagdgebrauchshundvereine, rechne mit Wartezeiten von mehreren Monaten und mit Importkosten.
  • Kontrolliere die langen Hängeohren regelmäßig auf Rötung und Geruch, besonders nach Einsätzen im Unterholz oder im Wasser.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Die langen, gefalteten Hängeohren begünstigen tendenziell Ohrentzündungen, wenn sie nicht regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden.
  • Der FCI Standard schließt Entropium und Ektropium ausdrücklich als disqualifizierenden Fehler aus, was auf ein in der Rasse beachtetes Risiko für Lidfehlstellungen hindeutet.
  • Die tiefe, lange Brust mittelgroßer Laufhunde gilt allgemein als Risikofaktor für Magendrehung, rassespezifische Studien dazu liegen für den Schweizer Laufhund nicht vor.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Schweizer Laufhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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