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Lele

Schwedische Dachsbracke

Bodenständiger Spurhund mit kurzen, kräftigen Beinen

auch bekannt als Drever

klein (S)Schweden

Steckbrief

Größe
klein (S), 30 bis 38 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 13 bis 16 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
Fell
Kurzhaar, Hartes, gerades Kurzhaar, das dicht am Körper anliegt. Wöchentliches Bürsten reicht meist, im Fellwechsel etwas häufiger.
Herkunft
Schweden
Anerkennung
FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 130

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Schwedische Dachsbracke im Porträt

Der Drever, hierzulande meist Schwedische Dachsbracke genannt, geht auf die westfälische Dachsbracke zurück, die 1910 aus Deutschland nach Schweden gebracht wurde. Dort kreuzten Jäger sie mit einheimischen Laufhunden, passten sie an tiefen Schnee und weite Wälder an und gaben ihr 1947 den neuen Namen, abgeleitet vom schwedischen Wort für Treibjagd. Bis heute wird der Drever in Schweden fast ausschließlich als Jagdgebrauchshund gehalten, kaum als reiner Begleithund, das prägt sein Wesen und seinen Bewegungsdrang bis in den Alltag hinein. Der FCI-Standard beschreibt ihn als aufmerksamen, ausgeglichenen Laufhund, der nie aggressiv, nervös oder scheu sein soll. Sein Körperbau, kurze, kräftige Läufe unter einem eher langen, robusten Rumpf, macht ihn zu einem bedächtigen statt schnellen Jäger: Er verfolgt eine Fährte spurlaut, gibt also während der Verfolgung deutlich Laut, dafür sehr sicher und mit feiner Nase. Diese Passion für Fährten bestimmt auch den Alltag: Der Jagdtrieb ist stark ausgeprägt, ohne kontrollierten Auslauf oder gesicherten Garten wird er auf einer frischen Spur schnell taub für Rückrufe. Das dichte, harsche Kurzhaar liegt eng am Körper an und braucht nur gelegentliches Bürsten, echter Pflegeaufwand entsteht eher durch den Fellwechsel als durch die Fellstruktur selbst. Wegen des lang gestreckten Rückens auf kurzen Beinen verdient die Wirbelsäule Aufmerksamkeit im Alltag: Treppen, hohe Sprünge und Übergewicht solltest du meiden, ähnlich wie beim Dackel. In Deutschland ist der Drever eine echte Rarität, belastbare Zahlen zur Verbreitung gibt es kaum, Zuchtvereine und Welpenangebote sind hierzulande jedenfalls kaum vorhanden. Wer sich für die Rasse interessiert, muss mit langen Wartezeiten oder einem Import aus Skandinavien rechnen, die wenigen hier gehaltenen Hunde stammen fast durchweg aus jagdlich geführten Linien mit entsprechenden Anforderungen an Führung und Beschäftigung. Der Drever passt zu erfahrenen, jagdlich interessierten Haltern, die Freude an Fährtenarbeit, Nasenspielen und langen Spaziergängen im Grünen haben und mit einem eigenständigen, nasenorientierten Hund umgehen können. Für Anfängerinnen und Anfänger, reine Wohnungshaltung oder Familien, die einen unkomplizierten Couchhund suchen, ist er dagegen eher ungeeignet: Sein ausgeprägter Jagdtrieb und sein Bedürfnis nach sinnvoller Beschäftigung verlangen Zeit, Konsequenz und ein sicheres Grundstück.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Der ausgeprägte Jagdtrieb verlangt einen gesicherten Garten und kontrollierten Freilauf, ohne Leine kann der Drever auf einer frischen Fährte schnell nicht mehr ansprechbar sein.
  • Der lang gestreckte Rücken auf kurzen Beinen profitiert von Rampen statt Sprüngen aufs Sofa oder ins Auto sowie von konsequentem Normalgewicht, ähnlich wie beim Dackel.
  • Rechne in Deutschland mit langen Wartezeiten oder einem Import aus Schweden, kläre bei Züchtern vorab Gesundheitschecks wie Hüftuntersuchungen, da die Zuchtbasis hierzulande sehr klein ist.
  • Als Nasenhund braucht der Drever tägliche Fährten- oder Suchspiele statt reiner Leinenrunden, sonst sucht er sich seine Beschäftigung selbst, meist auf eigene Faust.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Der lang gestreckte Rücken auf kurzen, kräftigen Beinen legt, ähnlich wie bei anderen niederläufigen Rassen, ein erhöhtes Risiko für Bandscheibenprobleme nahe, dazu liegen jedoch keine belastbaren rassespezifischen Studien vor, eher eine aus dem Körperbau abgeleitete Tendenz.
  • Die hängenden, dicht anliegenden Ohren begünstigen tendenziell Ohrentzündungen, regelmäßige Kontrolle wird empfohlen.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Schwedische Dachsbracke hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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