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Lele

Schwarz-Lohfarbener Waschbärenhund

Bodenständiger Fährtenspezialist mit kräftiger Stimme

auch bekannt als Coonhound, Black and Tan Coonhound, American Black and Tan Coonhound

groß (L)USA
Schwarz-Lohfarbener Waschbärenhund steht auf Kopfsteinpflaster, schwarzes Fell mit lohfarbenen Abzeichen.
Schwarz-Lohfarbener Waschbärenhund im PorträtFoto: Steffen Heinz · CC BY-SA 2.5
Schwarz-Lohfarbener Waschbärenhund steht im Garten mit langen Hängeohren.
Schwarz-Lohfarbener Waschbärenhund zu HauseFoto: Krysta · CC BY 2.0

Steckbrief

Größe
groß (L), 58 bis 68,5 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 18 bis 34 kg
Lebenserwartung
typisch 10 bis 12 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
seltenStufe 2 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 32 Welpen
Fell
Kurzhaar, Kurzes, dichtes Fell braucht nur gelegentliches Bürsten, wichtiger ist die regelmäßige Kontrolle und Reinigung der Hängeohren gegen Ohrentzündungen.
Herkunft
USA
Anerkennung
FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 300

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Schwarz-Lohfarbener Waschbärenhund im Porträt

Der Schwarz-Lohfarbene Waschbärenhund stammt aus den Südstaaten der USA, wo er aus englischen und französischen Laufhundlinien für die Jagd auf Waschbären gezüchtet wurde. Er verfolgt die Fährte ausschließlich über die Nase, treibt seine Beute auf Bäume und meldet den Fund mit lautem, weit tragendem Gebell. Dieses Arbeitsprofil prägt den Hund bis heute: ein kräftiger, ausdauernder Laufhund mit tiefer Brust, hängenden Ohren und wetterfestem Kurzhaar. In Deutschland ist die Rasse extrem selten, im FCI-Standard geführt, aber vom VDH praktisch nicht vermittelt. Interessenten müssen mit langen Wartezeiten rechnen und meist im Ausland, vor allem in den USA, nach Zuchtlinien suchen, die häufig ausschließlich jagdlich geführt werden. Ein reiner Begleithund vom Papier wird selten angeboten, wer sich für die Rasse interessiert, sollte sich auf einen Import und auf Kontakt zu jagdlich aktiven Züchtern einstellen. Laut Standard ist das Wesen ausgeglichen, aufgeschlossen und freundlich, Aggressivität gegenüber Menschen oder Hunden gilt als höchst unerwünscht. Fremden gegenüber zeigt er sich eher zurückhaltend und meldet mit seiner charakteristischen, sehr lauten Stimme, was ihn in dichter Wohnbebauung schnell zum Problem macht. Als Meutehund ist er auf engen Kontakt mit Artgenossen ausgelegt und in der Regel gut verträglich mit anderen Hunden, gegenüber Katzen und Kleintieren überwiegt tendenziell der Jagdtrieb. Der Bewegungsbedarf ist hoch: lange Nasenarbeit, ausgedehnte Spaziergänge und idealerweise Fährtenarbeit oder Mantrailing als Ersatzbeschäftigung gehören in den Alltag, ein gesicherter Auslauf ist wegen der Sichtjagd auf Wild unverzichtbar. Das kurze, dichte Fell braucht kaum Pflege, die Hängeohren sollten aber regelmäßig kontrolliert werden. Der Schwarz-Lohfarbene Waschbärenhund passt zu erfahrenen Halterinnen und Haltern mit viel Zeit für Bewegung und Nasenarbeit, Toleranz für lautes Bellen und Interesse an jagdlicher oder fährtensportlicher Beschäftigung. Für die Stadtwohnung, für Anfänger oder für Menschen, die einen ruhigen, leisen Begleithund suchen, ist er dagegen ausdrücklich nicht die richtige Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane täglich mindestens 1,5 bis 2 Stunden Bewegung mit Nasenarbeit ein, reine Spaziergänge ohne Kopfarbeit reichen dieser Rasse nicht.
  • Der Hund bellt und heult ausdrucksstark, das ist für Nachbarn in Mehrfamilienhäusern oft ein Problem, ein Grundstück mit Abstand zur Nachbarschaft ist von Vorteil.
  • Wegen des ausgeprägten Jagdtriebs braucht sicherer Freilauf einen eingezäunten Bereich, im Wald ist Leinenpflicht meist die sicherere Wahl.
  • Bei der Zucht lohnt sich der Blick auf HD-Röntgenbefunde der Elterntiere, weil die Rasse so selten gezüchtet wird, dass Gesundheitsdaten oft fehlen.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Hüftdysplasie ist rassetypisch beschrieben, ein Gelenkscreening vor der Zucht ist sinnvoll.
  • Die tief angesetzten Hängeohren begünstigen Ohrentzündungen, regelmäßige Kontrolle und Reinigung gehören zur Routine.
  • In der Literatur werden auch Augenprobleme und Fälle von Ohrtumoren genannt, ein Grund für jährliche tierärztliche Kontrolle.
  • Die tiefe, geräumige Brust ist bei großen, laufstarken Rassen tendenziell ein Risikofaktor für Magendrehung, deshalb Ruhe vor und nach dem Fressen einplanen.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Schwarz-Lohfarbener Waschbärenhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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