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Lele

Schottischer Hirschhund

Sanfter Riese mit rasantem Sprint

auch bekannt als Deerhound, Scottish Deerhound

sehr groß (XL)Großbritannien
Schottischer Hirschhund liegt lächelnd in einer Blumenwiese, drahtiges graues Fell.
Schottischer Hirschhund im PorträtFoto: Manializa · CC BY-SA 4.0
Schottischer Hirschhund mit drahtigem grauem Fell liegt zusammengerollt auf einem Sessel zuhause.
Schottischer Hirschhund zu Hause

Steckbrief

Größe
sehr groß (XL), 71 bis 76 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 36 bis 46 kg
Lebenserwartung
typisch 8 bis 11 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
mit SucheStufe 3 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 54 Welpen
Fell
Rauhaar, raues, drahtiges Fell, regelmäßiges Bürsten und gelegentliches Trimmen von Hand
Herkunft
Großbritannien
Anerkennung
FCI-Gruppe 10 (Windhunde), Standard Nr. 164

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
eher ruhig (2 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt meist gut einige Stunden allein (4 von 5)
Bellfreude
bellt sehr selten (1 von 5)
Pflegeaufwand
mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
offen gegenüber Fremden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
verträgt sich selten mit Katzen (1 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
kaum Wach-/Schutztrieb (1 von 5)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)

Der Charakter: Schottischer Hirschhund im Porträt

Der Schottische Hirschhund, meist Deerhound genannt, stammt aus dem schottischen Hochland und wurde über Jahrhunderte gezielt für die Hetzjagd auf Rotwild gezüchtet. Der FCI-Standard beschreibt ihn als rauhaarigen Greyhound von größeren Ausmaßen und stärkerem Knochenbau: Er sollte Schnelligkeit, Kraft und Ausdauer vereinen, um einen Hirsch im offenen Gelände niederzureißen. Im 19. Jahrhundert war er beim schottischen Adel als Jagdbegleiter geschätzt, heute lebt er fast ausschließlich als Begleithund und gelegentlich beim Coursing. Sein Wesen ist ungewöhnlich sanft für einen so kraftvollen Hund: Der Standard fordert edle Würde und beschreibt ihn ausdrücklich als sanft, freundlich, gehorsam und bestrebt zu gefallen, niemals misstrauisch, aggressiv oder scheu. Im Alltag zeigt sich das als ruhiger, gelassener Begleiter im Haus, der Fremden meist unkompliziert offen begegnet. Wie jeder Sichtjäger hat er dabei einen sehr ausgeprägten Jagdtrieb auf schnell flüchtende Beute: Katzen, Kaninchen und ähnliche Kleintiere lösen bei vielen Hirschhunden einen kaum kontrollierbaren Fluchtreiz aus, unabhängig von der Sozialisierung. Trotz seiner Sprintfähigkeiten braucht er keinen sportlichen Dauerlauf-Partner, sondern regelmäßige Gelegenheiten zum freien, ungestörten Rennen auf sicher eingezäuntem Gelände, kombiniert mit ausgedehnten Ruhephasen zuhause. Sein raues, drahtiges Fell ist pflegeleichter als das vieler langhaariger Windhunde, profitiert aber von regelmäßigem Bürsten und gelegentlichem Trimmen von Hand. Gesundheitlich zählt die Rasse zu den eher kurzlebigen großen Hunden: Herzerkrankungen, allen voran die dilatative Kardiomyopathie, gelten als häufigste Todesursache, gefolgt von Krebserkrankungen. Interessenten sollten auf Herzuntersuchungen bei den Elterntieren achten. Der Schottische Hirschhund passt zu Menschen mit Haus und sicher eingezäuntem Grundstück, die einen ruhigen, sanften Riesen ohne übertriebenen Trainingsehrgeiz schätzen und die gesundheitlichen Besonderheiten großer, eher kurzlebiger Rassen realistisch einplanen. Für kleine Wohnungen ohne Auslaufmöglichkeit, für Halter, die einen wendigen Sport- oder Gehorsamspartner suchen, oder für Haushalte mit Katzen und anderen Kleintieren ist er in der Regel weniger geeignet.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Bewegung: kein Dauerlauf-Pensum nötig, aber regelmäßiger freier Auslauf auf sicher eingezäuntem Gelände (mindestens eine längere Freilauf-Session täglich) ist wichtig, da der Jagdtrieb bei Sichtkontakt zu Wild kaum steuerbar ist.
  • Herzgesundheit: vor dem Kauf gezielt nach Herzuntersuchungen (z. B. Echokardiografie) der Elterntiere auf dilatative Kardiomyopathie fragen, die bei der Rasse überdurchschnittlich häufig vorkommt.
  • Fellpflege: das raue, drahtige Fell braucht ein bis zwei Mal wöchentliches Bürsten sowie gelegentliches Trimmen von Hand (Stripping), damit es nicht verfilzt.
  • Platzbedarf: als sehr große Rasse mit bis zu 76 cm Schulterhöhe braucht er ausreichend Raum in Wohnung und Auto sowie ein wirklich sicher eingezäuntes Grundstück, kein Freilauf ohne Zaun in unbekanntem, wildreichem Gelände.
  • Tierarztkosten: bei einer im Schnitt eher kurzen Lebenserwartung von rund 8 bis 11 Jahren sollten Halter Rücklagen für Herz- und Krebsvorsorge sowie höhere Narkose- und Behandlungskosten großer Rassen einplanen.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Dilatative Kardiomyopathie (DCM): laut Auswertungen die häufigste Todesursache der Rasse, mit rund einem Viertel aller Todesfälle deutlich über dem Durchschnitt anderer Rassen.
  • Krebserkrankungen, insbesondere Knochenkrebs (Osteosarkom): zweithäufigste Todesursache und bei großen, schnellwüchsigen Rassen wie dem Hirschhund verbreitet.
  • Magendrehung (Gastric Dilatation-Volvulus): als sehr großer, tiefbrüstiger Hund mit erhöhtem Grundrisiko; mehrere kleine Mahlzeiten und Ruhe nach dem Fressen gelten als sinnvolle Vorbeugung.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Schottischer Hirschhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Die verfügbaren Angaben stammen von 2018 oder früher, also aus der Zeit vor dem Welpenboom 2020/21. Nimm die Spanne als groben Anhalt und frag beim Zuchtverein nach aktuellen Preisen.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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