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Lele

Schipperke

Wachsamer kleiner Kobold mit Schäferhund Herz

auch bekannt als kleiner schwarzer Teufel

klein (S)Belgien
Nahaufnahme eines schwarzen Schipperke mit stehenden Ohren und heraushaengender Zunge.
Schipperke im PorträtFoto: Lilly M · CC BY-SA 3.0
Schwarzer Schipperke sitzt verspielt im Blumenrasen mit einer blauen Wurfscheibe im Fang.
Schipperke unterwegsFoto: Cinvic · CC BY-SA 4.0

Steckbrief

Größe
klein (S)
Gewicht
typisch 4 bis 7 kg
Lebenserwartung
typisch 13 bis 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
seltenStufe 2 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 20 Welpen
Fell
Stockhaar, Dichtes, gerades Deckhaar mit weicher Unterwolle und typischer Mähne, Schürze und Hose an Hals und Hinterhand: wöchentliches Bürsten reicht meist, im Fellwechsel häufiger.
Herkunft
Belgien
Anerkennung
FCI-Gruppe 1 (Hüte- und Treibhunde), Standard Nr. 83

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
sehr ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (5 von 5)
Jagdtrieb
ausgeprägter Jagdtrieb (4 von 5)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)

Der Charakter: Schipperke im Porträt

Der Schipperke stammt aus Flandern und wurde dort seit dem 17. Jahrhundert als kleiner Schäferhund gehalten, der Bauernhöfe, Werkstätten und Brüsseler Kähne bewachte und ganz nebenbei Mäuse, Ratten und Maulwürfe jagte. Sein Name bedeutet im flämischen Dialekt so viel wie kleiner Schäferhund, und genau dieses Wesen ist bis heute spürbar: Der FCI Standard beschreibt ihn als vorzüglichen kleinen Wachhund mit überschwänglicher Vitalität, der Fremden gegenüber zunächst zurückhaltend bleibt und mit heller Stimme meldet, was um ihn herum passiert. Im Alltag zeigt sich der Schipperke beweglich, neugierig und ständig beschäftigt. Er verteidigt sein Zuhause mit Nachdruck, ist dabei laut Standard sehr sanft mit Kindern und baut eine enge Bindung zu seiner Familie auf. Seine Wachsamkeit macht ihn zu einem zuverlässigen Melder, kann ohne Training aber auch in häufiges Bellen kippen. Der ausgeprägte Jagdtrieb auf kleines Wild und Nagetiere geht auf seine historische Aufgabe als Rattenfänger zurück und sollte bei Freilauf und im Umgang mit Kleintieren mitgedacht werden. Bewegung braucht er trotz seiner kompakten Größe regelmäßig: tägliche Spaziergänge, dazu gerne Kopfarbeit wie Such oder Rückrufspiele, damit die Energie nicht in Dauerbellen mündet. Das dichte, gerade Deckhaar mit der weichen Unterwolle und der typischen Mähne, Schürze und Hose braucht wöchentliches Bürsten, im Fellwechsel häufiger. Gesundheitlich ist beim Schipperke die Erbkrankheit MPS IIIB (Sanfilippo Syndrom Typ B) bekannt, ein Gentest vor der Zucht ist sinnvoll. Auch Patellaluxation und die Legg Calve Perthes Erkrankung der Hüfte kommen in der Rasse vor. Der Schipperke passt zu Menschen, die einen aufmerksamen, lebhaften Begleiter mit eigenem Kopf suchen und Freude an konsequentem, spielerischem Training haben. Für Wohnsituationen, in denen ständiges Melden an der Tür stört, oder für Halter, die einen Hund ganz ohne Wachinstinkt möchten, ist er weniger geeignet. Mit Kleintieren im Haushalt braucht es eine sorgfältige, frühe Gewöhnung, und wer absolute Ruhe sucht, sollte vor der Anschaffung ein Probetreffen einplanen.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Bewegungsbedarf trotz kleiner Statur ernst nehmen: mindestens ein bis zwei Spaziergänge täglich plus Kopfarbeit wie Schnüffel und Rückrufspiele, sonst wird die Wachsamkeit schnell zu Dauerbellen.
  • Konsequentes, spielerisches Training ab dem Welpenalter gegen die ausgeprägte Meldefreude, sonst kündigt der Hund jeden Besuch und jedes Geräusch an.
  • Vor dem Kauf beim Züchter den Gentest auf MPS IIIB (Sanfilippo Syndrom Typ B) verlangen, da die Mutation in der Population verbreitet ist.
  • Mit Kleintieren im Haushalt früh und schrittweise gewöhnen, der historische Jagdinstinkt auf Nagetiere ist noch spürbar vorhanden.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • MPS IIIB (Sanfilippo Syndrom Typ B): erbliche Stoffwechselerkrankung, in der Population verbreitet, Gentest vor der Zucht empfohlen
  • Patellaluxation: das Kniescheibchen kann aus seiner Führung springen, tritt bei kleinen Rassen häufiger auf
  • Legg Calve Perthes Erkrankung: Durchblutungsstörung des Hüftkopfs bei jungen Hunden kleiner Rassen

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Schipperke hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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