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Lele

Schillerstövare

Lauffreudiger Fährtenhund mit schwedischem Jagdherz

auch bekannt als Schiller Hound, Schiller-Bracke, Schiller-Laufhund

mittelgroß (M)Schweden
Nahaufnahme eines rotbraunen Schillerstövare mit Schlappohren.
Schillerstövare im PorträtFoto: Lilly M · CC BY-SA 2.5

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 49 bis 61 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 18 bis 25 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
Fell
Kurzhaar, hart und eng anliegend, Das kurze, harte Fell braucht nur gelegentliches Bürsten und haart wenig, dafür verdienen die dicht anliegenden Hängeohren regelmäßige Kontrolle.
Herkunft
Schweden
Anerkennung
FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 131

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt sehr häufig (5 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
bedingt geeignet für Familien (2 von 5, Tendenzwert)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Schillerstövare im Porträt

Der Schillerstövare ist ein schwedischer Laufhund, benannt nach dem Bauern Per Schiller, dessen Hunde Ende des 19. Jahrhunderts als Grundstock der Rasse dienten. Gezüchtet wurde er als lautgebender Fährtenhund für die Jagd auf Hase und Fuchs, wobei er laut FCI-Standard weder als Meutehund noch paarweise eingesetzt wird und nie zur Jagd auf Rotwild gehört. In Schweden bis heute vor allem in jagdlich geführten Linien verbreitet, ist die Rasse in Deutschland extrem selten: Welpen kommen praktisch nur über Import aus Skandinavien in Frage, mit entsprechend langen Wartezeiten und wenig Auswahl bei Wesen und Gesundheitschecks vor Ort. Der Standard beschreibt ihn als lebhaft und aufmerksam, mit sehniger, leicht rechtwinkliger Statur, die Schnelligkeit und Kraft ausstrahlt. Wie die meisten Laufhunde folgt er seiner Nase eigenständig und meldet lautstark, sobald er eine Fährte aufgenommen hat: Das Bellen ist Teil seines Jagdauftrags, nicht abzutrainieren. Ohne Aufgabe wird er schnell unzufrieden und laut. Im Alltag braucht der Schillerstövare tägliche, ausgedehnte Bewegung mit echter Nasenarbeit, lockere Wohnungshaltung allein reicht nicht. Das kurze, harte Fell ist pflegeleicht, gelegentliches Bürsten genügt, er haart wenig. Die hängenden, dicht anliegenden Ohren sollten regelmäßig kontrolliert werden, weil sie die Belüftung des Gehörgangs einschränken und Entzündungen begünstigen können. Bei der tiefen, langen Brust großer, aktiver Laufhunde gilt Magendrehung generell als Risiko, besonders nach großen Mahlzeiten vor Anstrengung. Der Schillerstövare passt zu erfahrenen Jagdhundehaltern oder Menschen mit viel Zeit für ausdauernde Bewegung, Fährtenarbeit und Geduld mit einem eigenständigen, nasengeführten Kopf. Für die klassische Familienhaltung in der Stadt, für Anfänger oder für Halter, die einen ruhigen Begleiter ohne Jagdambitionen suchen, ist er eher nicht geeignet: Sein ausgeprägter Jagdtrieb und die Neigung, laut zu geben, verlangen konsequentes Training und viel Auslauf abseits von Wild.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Rechne mit mindestens 1,5 bis 2 Stunden täglicher Bewegung, davon ein Teil als geführte Nasenarbeit oder Fährtentraining, sonst sucht sich der Hund selbst Beschäftigung mit der Nase.
  • In Deutschland gibt es praktisch keine Züchter, plane Import aus Schweden oder Skandinavien mit entsprechenden Wartezeiten, Reise- und Papierkram ein.
  • Ein sicher eingezäunter Garten ersetzt kein Training, ein Laufhund mit Fährte im Kopf hört im Zweifel nicht auf Rückruf, Freilauf nur in gesicherten Bereichen oder an der Schleppleine.
  • Das laute Melden bei der Arbeit ist Standardverhalten, in dichter Wohnbebauung oder bei lärmempfindlichen Nachbarn kann das zum echten Konfliktpunkt werden.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Die dicht anliegenden Hängeohren schränken die Belüftung des Gehörgangs ein, das begünstigt tendenziell Ohrentzündungen, wie bei vielen hängeohrigen Laufhunden.
  • Die laut Standard tiefe, lange Brust ist bei großen, aktiven Laufhunden ein allgemeiner Risikofaktor für Magendrehung, besonders nach reichlichen Mahlzeiten vor Anstrengung.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Schillerstövare hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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