Saarlooswolfhund
Stolzer Einzelgänger mit wildem Herzen
auch bekannt als Saarloos, Saarlooswolfhond, Europäischer Wolfhund, Dutch Wolfdog

Regionale Haltungsregeln
Prüfe vor der Anschaffung die Regeln an deinem Wohnort.
Steckbrief
- Größe
- groß (L), 60 bis 75 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 30 bis 45 kg
- Lebenserwartung
- typisch 10 bis 12 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- seltenStufe 2 von 5Keine VDH-Zucht in Deutschland, Bezug meist nur über Import
- Fell
- Stockhaar, Dichte Unterwolle vor allem im Winterfell, im Fellwechsel zweimal jährlich starker Haarausfall, regelmäßiges Bürsten hilft.
- Herkunft
- Niederlande
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 1 (Hüte- und Treibhunde), Standard Nr. 311
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- lebhaft, viel Energie (4 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht viel Bewegung (4 von 5)
- Trainierbarkeit
- eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
- Bellfreude
- bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
- Pflegeaufwand
- mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
- Haaren
- haart stark (4 von 5)
- Offenheit gegenüber Fremden
- zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
- Verträglichkeit mit Hunden
- meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Katzen
- verträgt sich selten mit Katzen (1 von 5)
- Familien-Eignung
- bedingt geeignet für Familien (2 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
- Jagdtrieb
- sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
- Anfänger-Eignung
- eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)
Der Charakter: Saarlooswolfhund im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Plane von Welpenalter an eine sehr frühe und breite Sozialisierung bis zur zwölften Lebenswoche ein, im besten Fall mit Unterstützung einer erfahrenen Zuchtstätte oder eines spezialisierten Vereins, sonst neigt die Rasse zu Schreckhaftigkeit gegenüber Fremdem.
- Rechne mit täglich mindestens 1,5 bis 2 Stunden Bewegung in Tempo und Umfang eines ausdauernden Trabers, reine kurze Gassirunden werden dem Bewegungsbedürfnis nicht gerecht.
- Sichere Grundstück und Freilaufflächen konsequent ab, der ausgeprägte und schwer kontrollierbare Jagdinstinkt macht Rückruf in Wildgebieten unzuverlässig.
- Kläre vor dem Kauf, ob der Züchter am seit 2012 laufenden Auskreuzungsprogramm teilnimmt oder zumindest die genetische Vielfalt der Elterntiere dokumentiert, da die Rasse aus einer sehr kleinen Gründerpopulation stammt.
- Wähle Hundeschule und Trainingsmethoden bewusst positiv und geduldig, da die Rasse laut Standard vor allem aus eigenem Willen gehorcht und harte Zwangsmethoden das Vertrauen eher zerstören als Gehorsam aufbauen.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Geringe genetische Vielfalt in der Ursprungspopulation: Die Rasse entstand aus einer sehr kleinen Gründerpopulation, genetische Untersuchungen der Universität Wageningen belegten eine enge Verwandtschaft der Tiere untereinander. Seit 2012 läuft ein kontrolliertes Auskreuzungsprogramm des niederländischen Zuchtverbands, um Vitalität, Fruchtbarkeit und genetische Vielfalt zu verbessern.
- Ängstlichkeit und Schreckhaftigkeit bei unzureichender Sozialisierung: Ohne sehr frühe, breite Sozialisierung neigen Tiere dieser Rasse zu ausgeprägter Schreckhaftigkeit und schwer zugänglichem Wesen gegenüber Menschen, dokumentiert unter anderem an früheren Einsätzen als Gebrauchs- und Blindenführhund, für die sich die Rasse als ungeeignet erwies.
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Saarlooswolfhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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