Rhodesian Ridgeback
Selbstbewusster Athlet für erfahrene Hände
auch bekannt als Ridgie
Regionale Haltungsregeln
Prüfe vor der Anschaffung die Regeln an deinem Wohnort.
Steckbrief
- Größe
- groß (L), 61 bis 69 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 32 bis 36,5 kg
- Lebenserwartung
- typisch 10 bis 12 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- sehr verbreitetStufe 5 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 780 Welpen
- Fell
- Kurzhaar
- Herkunft
- Südliches Afrika
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 146
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- lebhaft, viel Energie (4 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht viel Bewegung (4 von 5)
- Trainierbarkeit
- trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
- Bellfreude
- bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
- Pflegeaufwand
- minimaler Pflegeaufwand (1 von 5)
- Haaren
- haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
- Offenheit gegenüber Fremden
- zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
- Verträglichkeit mit Hunden
- meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Katzen
- eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- gut geeignet für Familien (4 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (4 von 5)
- Jagdtrieb
- ausgeprägter Jagdtrieb (4 von 5)
- Anfänger-Eignung
- für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)
Der Charakter: Rhodesian Ridgeback im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Bewegung: Der Rassezuchtverein RRCD schreibt für Zuchthunde mindestens zwei Stunden freien Auslauf täglich vor. Realistisch sollten Halter mit Spaziergängen, Freilauf und Kopfarbeit eher zwei bis drei Stunden pro Tag einplanen.
- Alleinbleiben: Laut Zuchtclub kein Zwingerhund, sondern ein Hund mit ausgeprägtem Bedürfnis nach ständigem Menschenkontakt, für Haushalte mit regelmäßig langen Abwesenheiten (durchgehend acht Stunden und mehr) eher ungeeignet.
- Pflege und Kosten: Das kurze Fell ist pflegearm und verursacht kaum Fellpflegekosten, dafür verlangt der Zuchtverein für Zuchttiere Röntgenuntersuchungen auf Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellbogendysplasie (ED): bei Welpenkauf auf entsprechende Nachweise der Elterntiere achten.
- Gesundheit: Ein Dermoidsinus, eine angeborene, rassetypische Hautfehlbildung entlang der Wirbelsäule, kommt beim Rhodesian Ridgeback vor und muss bei betroffenen Welpen laut Zuchtordnung vor der Abgabe operativ entfernt werden.
- Erziehung und Reife: Ausgesprochener Spätentwickler, körperlich und im Wesen oft erst mit zwei bis drei Jahren gefestigt. Geduld und eine ruhige, konsequente Führung sind wichtiger als strenge oder harte Erziehungsmethoden.
- Jagdtrieb: Historisch zur Großwildjagd gezüchtet und mit ausgeprägtem Spür- und Jagdtrieb ausgestattet. Frühe, konsequente Sozialisierung mit Katzen und Kleintieren ist empfehlenswert, Freilauf in wildreichem Gelände nur mit sicherem Rückruf.
- Haltungsauflagen: In Deutschland und den meisten Bundesländern/Kantonen ist der Rhodesian Ridgeback nicht gelistet, in Österreich (Vorarlberg) gilt er jedoch als bewilligungspflichtiger 'Kampfhund' und im Schweizer Kanton Glarus besteht ebenfalls eine Bewilligungspflicht mit Sachkundenachweis. Vor Anschaffung unbedingt die aktuellen Regelungen am Wohnort prüfen.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Hüftgelenksdysplasie (HD): rassetypisch relevant, im Zuchtprogramm des RRCD durch verpflichtendes Röntgen ab 18 Monaten kontrolliert.
- Ellbogendysplasie (ED) und Osteochondrosis dissecans (OCD) der Schulter: ebenfalls Bestandteil der vorgeschriebenen Zuchtuntersuchungen.
- Dermoidsinus (DS): angeborene, rassetypische Fehlbildung der Haut entlang der Wirbelsäule, oft mit Verbindung zum Rückenmarkskanal; erfordert bei betroffenen Welpen eine operative Entfernung.
- Degenerative Myelopathie (DM) und Juvenile Myoklonische Epilepsie (JME): erblich bedingte Erkrankungen, auf die Zuchttiere laut Zuchtordnung labortechnisch getestet werden müssen.
- Lumbosakrale Übergangswirbel (LSÜW): werden im Rahmen der HD-Röntgenauswertung der Zuchttiere mit erfasst und können bei Befund Zuchtauflagen nach sich ziehen.
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Rhodesian Ridgeback hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Für diese Rasse liegt ein Welpe beim seriösen Züchter meist zwischen 1.500 und 2.500 Euro.
Quellen: Rhodesian Ridgeback Club Deutschland (2025), zooplus-Magazin (2025), hunderasse.de, ZooRoyal-Magazin (2017). Von uns erhoben am 25.08.2026. Grob auf Hunderter gerundet. Einen amtlichen Preis gibt es nicht.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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