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Lele

Pumi

Wachsamer Clown mit ungarischem Hütehund Temperament

mittelgroß (M)Ungarn
Portrait eines schwarzen Pumi mit charakteristisch aufrechten Ohrenspitzen im Gegenlicht.
Pumi im PorträtFoto: Frantseï Blè · CC BY-SA 4.0
Weisser Pumi steht auf einem verschneiten Felsen vor Berggipfeln.
Pumi unterwegsFoto: Frantseï Blè · CC BY-SA 4.0
Grauer Pumi liegt verspielt auf einem Holztisch vor einem roten Bauernhaus.
Pumi zu HauseFoto: Bissenses · CC BY-SA 4.0

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 38 bis 47 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 8 bis 15 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 7 Welpen
Fell
Gewelltes bis lockiges Rauhaar mit weicher Unterwolle, bildet Büschel, Das Fell braucht regelmäßiges Kämmen und alle paar Monate Handtrimmen oder eine fachgerechte Schur, sonst verfilzt es besonders an Ohren und Läufen.
Herkunft
Ungarn
Anerkennung
FCI-Gruppe 1 (Hüte- und Treibhunde), Standard Nr. 56

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
Bellfreude
bellt sehr häufig (5 von 5)
Pflegeaufwand
mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (4 von 5)
Jagdtrieb
ausgeprägter Jagdtrieb (4 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Pumi im Porträt

Der Pumi entstand im 17. und 18. Jahrhundert in Ungarn, als der ursprüngliche Puli mit importierten deutschen und französischen terrierartigen Hunden mit Stehohren gekreuzt wurde. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts gilt er als eigenständige Rasse, in der FCI-Systematik als terrierähnlicher Treib und Hütehund für Vieh und Schafe geführt, mit gutem Spürsinn auch bei der Bekämpfung von Raubwild und Nagern eingesetzt. Von dieser Arbeitsvergangenheit ist im Alltag heute vor allem der wache, bewegungsfreudige Charakter geblieben. Der FCI-Standard beschreibt den Pumi als recht lebhaften Treibhund mit rastlosem Temperament, kühn und gegenüber fremden Personen etwas misstrauisch, aber nicht ängstlich oder aggressiv. Wörtlich hält der Standard fest, dass der Pumi ziemlich laut ist, und tatsächlich gehört ausgeprägte Bellfreude zu seinen deutlichsten Wesenszügen. Seine ganze Erscheinung wirkt in ständiger Bewegung, in Ungarn trägt er wegen seines verspielten, clownhaften Auftretens einen entsprechenden Kosenamen. Im Alltag braucht der Pumi viel Bewegung und geistige Beschäftigung, er eignet sich gut für Hundesport wie Agility oder Obedience und bleibt auch als erwachsener Hund verspielt. Das mittellange, lockige Haar bildet charakteristische Büschel und wird traditionell von Hand getrimmt statt geschoren, dazu kommt regelmäßiges Kämmen zwischen den Pflegeterminen. Als Wachmelder ist er zuverlässig, aber genau das macht ihn in hellhörigen Wohnsituationen anspruchsvoll. Gut passt der Pumi zu aktiven Menschen und Familien, die konsequentes, liebevolles Training, tägliche Auslastung und das häufige Bellen der Rasse mittragen können, etwa durch frühes Antibell-Training und ausreichend Beschäftigung. Für ruhige Haushalte, Menschen mit wenig Zeit für Bewegung oder Nachbarschaften, die Bellen schlecht vertragen, ist er dagegen eher ungeeignet. Vor der Anschaffung lohnt ein Probetreffen mit ausgewachsenen Hunden, um Lautstärke und Temperament realistisch einzuschätzen.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane täglich mindestens eine, besser zwei ausgiebige Bewegungseinheiten ein und ergänze sie idealerweise durch Hundesport wie Agility oder Obedience, sonst wird der Pumi unruhig und laut.
  • Der Pumi bellt viel und gern, das ist ein im FCI-Standard ausdrücklich genannter Wesenszug und keine Ausnahme. Kläre vor der Anschaffung, ob Wohnsituation und Nachbarschaft das mittragen, und beginne früh mit gezieltem Antibell-Training.
  • Lass beim Zuchttier Hüfte (HD), Kniescheiben (Patellaluxation) und Augen (primäre Linsenluxation, PLL-Gentest) dokumentieren, bevor du einen Welpen reservierst, das sind die am häufigsten genannten Belastungen der Rasse.
  • Das lockige Fell braucht alle paar Monate professionelles Handtrimmen oder eine fachgerechte Schur plus regelmäßiges Kämmen dazwischen, sonst verfilzt es an Ohren und Läufen.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Hüftgelenksdysplasie kommt in der Rasse gehäuft vor, ein HD-Röntgen der Zuchttiere ist sinnvoll.
  • Primäre Linsenluxation (PLL) tritt beim Pumi überdurchschnittlich häufig auf, ein PLL-Gentest beim Zuchttier ist empfehlenswert.
  • Patellaluxation und degenerative Myelopathie sind rassetypisch beschriebene Dispositionen, seriöse Zuchtstätten testen oder erfassen sie.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Pumi hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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