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Lele

Portugiesischer Wasserhund

Wasserverliebter Fischerhund mit Familiensinn

auch bekannt als PWD, Cao de Agua, Portuguese Water Dog, Cão de Água Português

mittelgroß (M)Portugal
Portugiesischer Wasserhund im Löwenschnitt steht auf einem Bootssteg am Wasser.
Portugiesischer Wasserhund im Porträt
Portugiesischer Wasserhund springt mit gelocktem schwarzem Fell in einen Fluss.
Portugiesischer Wasserhund unterwegsFoto: Amigodopescador dietlind scholz · CC BY 3.0
Portugiesischer Wasserhund mit langem gewelltem Fell liegt entspannt im Gras neben einem Pool.
Portugiesischer Wasserhund zu Hause

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 43 bis 57 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 16 bis 25 kg
Lebenserwartung
typisch 10 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
seltenStufe 2 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 42 Welpen
Fell
Gewelltes Langhaar oder kürzeres gekräuseltes Haar, wollig, ohne Unterwolle, Haart kaum, wächst aber ständig weiter: alle sechs bis acht Wochen scheren oder trimmen lassen, dazwischen mehrmals wöchentlich bürsten, sonst verfilzt das Fell. Die traditionelle Schur mit langem Kopfschopf und kurz geschorener hinterer Körperhälfte geht auf die Arbeit als Fischerhund zurück.
Herkunft
Portugal

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
Bellfreude
bellt situationsbedingt (3 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
hoher Pflegeaufwand (4 von 5)
Haaren
haart kaum (1 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
offen gegenüber Fremden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
mittlerer Wach-/Schutztrieb (3 von 5)
Jagdtrieb
geringer Jagdtrieb (2 von 5)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)

Der Charakter: Portugiesischer Wasserhund im Porträt

Der Portugiesische Wasserhund stammt aus der Algarve an der portugiesischen Küste, wo er über Jahrhunderte als unverzichtbarer Helfer der Fischer arbeitete. Er trieb Fischschwärme ins Netz, holte entwischte Fische und verlorenes Gerät aus dem Wasser, schwamm Nachrichten zwischen Boot und Ufer hin und her und bewachte nebenbei Boot und Fang. Diese Wasserarbeit prägt die Rasse bis heute: kräftige Schwimmhäute zwischen den Zehen, ein dichtes, wolliges Fell ohne Unterwolle und ein ausgeprägt wasserfreudiges Temperament. Der FCI-Standard beschreibt den Portugiesischen Wasserhund als außergewöhnlich intelligent, eigenwillig, stolz und unermüdlich, mit einem heftigen Temperament, das freudig auf die Kommandos seines Menschen reagiert. Im Alltag zeigt sich das als wacher, lernfreudiger Begleiter mit enger Bindung an seine Menschen, der bei Unterforderung schnell eigene Wege geht. Fremden gegenüber gilt er tendenziell als freundlich statt misstrauisch, im Umgang mit Kindern wird ihm eine hohe Reizschwelle nachgesagt, ein Probetreffen bleibt trotzdem sinnvoll. Bewegung braucht die Rasse reichlich, im Idealfall mit Wasserzugang: Schwimmen, Apportierspiele und kleine Denkaufgaben passen besser zu ihrer Herkunft als reines Spazierengehen an der Leine. Die Fellpflege ist ein echter Zeit- und Kostenfaktor, das nicht haarende, aber stetig wachsende Haar braucht regelmäßige Schur und Pflege zwischen den Terminen, sonst verfilzt es rasch. Gesundheitlich lohnt sich vor dem Kauf ein Blick auf die Zuchtunterlagen: Hüftgelenksdysplasie kommt vor, dazu zwei erblich bedingte, teils schwere Erkrankungen, die inzwischen per Gentest ausschließbar sind. Die Rasse passt zu aktiven Menschen oder Familien, die täglich Zeit für Auslastung und Fellpflege mitbringen und Freude an einem wasserverrückten, denkfreudigen Hund haben. Wer einen pflegeleichten Couchhund sucht, kaum Zeit für Beschäftigung hat oder Fellpflege scheut, sollte sich eine andere Rasse ansehen, Unterforderung und vernachlässigte Fellpflege rächen sich hier deutlich.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane täglich mindestens 60 bis 90 Minuten Auslastung ein, im besten Fall mit Schwimmgelegenheit, sonst wird der Bewegungsdrang schnell zum Problem.
  • Rechne mit laufenden Fellpflege-Kosten und Zeit: Schur oder Trimmtermin alle sechs bis acht Wochen beim Hundefriseur oder selbst erlernt, dazwischen mehrmals wöchentlich bürsten.
  • Frag beim Züchter aktiv nach Gentests auf juvenile dilatative Kardiomyopathie (JDCM) und GM1-Speicherkrankheit, beides erblich bedingte, potenziell tödliche Erkrankungen bei dieser Rasse.
  • Lass die Hüften der Elterntiere röntgen (HD-Zuchtzulassung), die Rasse gilt als anfällig für Hüftgelenksdysplasie.
  • Wegen der Herkunft als Fischer- und Wasserhund lohnt früh geplanter Wasserzugang, ein Hund ohne Schwimmgelegenheit ist bei dieser Rasse oft schwerer auszulasten.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Hüftgelenksdysplasie (HD), Zuchtzulassung mit Röntgenscreening der Elterntiere empfohlen
  • Juvenile dilatative Kardiomyopathie (JDCM), autosomal rezessiv vererbte, meist tödliche Herzerkrankung bei Welpen, per Gentest ausschließbar
  • GM1-Speicherkrankheit, rezessiv vererbte, tödlich verlaufende neurologische Erkrankung, dank Gentest inzwischen weitgehend aus der Zucht verdrängt
  • Progressive Retinaatrophie (PRA), erblich bedingter fortschreitender Sehverlust
  • Erhöhtes Risiko für Magendrehung (Gastric Dilatation Volvulus) bei großen, aktiven Hunden

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Portugiesischer Wasserhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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