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Lele

Poitevin

Schneller, eigenständiger Meutejäger, kein Sofahund

auch bekannt als Chien du Haut-Poitou, Haut-Poitou

groß (L)Frankreich

Steckbrief

Größe
groß (L), 60 bis 72 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 20 bis 30 kg
Lebenserwartung
typisch 10 bis 12 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5Keine VDH-Zucht in Deutschland, Bezug meist nur über Import
Fell
Kurzhaar, Das kurze, glänzende Fell ist pflegeleicht, die tief angesetzten Hängeohren sollten regelmäßig kontrolliert werden.
Herkunft
Frankreich
Anerkennung
FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 24

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
extrem lebhaft, kaum zu bremsen (5 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht sehr viel Bewegung/Auslastung (5 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5)
Pflegeaufwand
minimaler Pflegeaufwand (1 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
verträgt sich selten mit Katzen (1 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
bedingt geeignet für Familien (2 von 5)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)

Der Charakter: Poitevin im Porträt

Der Poitevin entstand Ende des 17. Jahrhunderts in der französischen Provinz Poitou, als der Marquis de Larre englische Foxhounds mit einheimischen Laufhundschlägen kreuzte, um einen schnellen, ausdauernden Meutehund für die Wolfsjagd zu schaffen. Die Rasse verlor während der Französischen Revolution und einer Tollwutwelle fast ihren gesamten Bestand und wurde danach mühsam mit English Foxhounds rekonstruiert. Bis heute läuft der Poitevin fast ausschließlich in Meuten der französischen Grande Vénérie, der traditionellen Jagd auf Wildschwein und Rotwild zu Pferd. Der FCI-Standard beschreibt ihn als außerordentlich edlen Hund, der Kraft, Eleganz und Leichtfüßigkeit in einer Silhouette vereint, die an eine Mischung aus Foxhound und Windhund erinnert. Mut, Tempo und eine feine Nase gelten als seine Kernmerkmale, dazu eine ausdrucksstarke, melodische Stimme beim Arbeiten. Als reiner Meutehund ist er stark auf seine Hundegruppe geprägt und gilt als zurückhaltender und eigenständiger als viele andere Laufhundrassen, wenn er außerhalb der Meute als Einzelhund gehalten wird. Im Alltag braucht ein Poitevin sehr viel Auslauf und am liebsten echte jagdliche Beschäftigung, ein reines Wohnzimmerleben wird der Rasse kaum gerecht. Das kurze Fell ist pflegeleicht, die tief angesetzten Hängeohren verdienen wegen des eingeschränkten Luftaustauschs regelmäßige Kontrolle. Die sehr tiefe Brust, wie sie der Standard für die Rasse vorschreibt, ist bei großen, sportlichen Hunden tendenziell mit einem erhöhten Magendrehungsrisiko verbunden, weshalb mehrere kleine Mahlzeiten statt einer großen empfehlenswert sind. In Deutschland ist der Poitevin praktisch nicht als Begleithund verbreitet, Welpen kommen so gut wie ausschließlich aus französischen Jagdzuchten, oft an aktive Meuten gebunden, und ein Import bedeutet meist lange Wartezeit und intensive Kontaktaufnahme zu französischen Züchtervereinigungen. Die Rasse passt zu erfahrenen, jagdlich aktiven Haltern mit sehr viel Platz und Zeit für tägliche, ausgedehnte Bewegung sowie idealerweise Anschluss an eine Meute oder zumindest weitere Hunde. Für Anfänger, Wohnungshaltung oder Familien, die einen ruhigen Begleithund suchen, ist der Poitevin ausdrücklich nicht geeignet.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Der Poitevin ist als reiner Meutehund gezüchtet und läuft in Deutschland fast nur über Importe aus französischen Jagdzuchten, plane mehrere Monate Wartezeit und Kontakt zu einer Zuchtvereinigung ein.
  • Tägliche Bewegung von mehreren Stunden ist Pflicht, ideal ist Anschluss an eine Meute oder zumindest regelmäßiges gemeinsames Laufen mit anderen Hunden, ein reiner Stadtwohnungsalltag ohne Auslastung führt schnell zu Frustration.
  • Wegen des ausgeprägten Jagdtriebs braucht ein zuverlässiger Rückruf viel Training und Geduld, freies Laufen in wildreichem Gelände ohne Leine ist bei den meisten Tieren nicht risikofrei möglich.
  • Kleintiere und Katzen im Haushalt sind wegen des Sichtjagd- und Hetztriebs riskant, ein Zusammenleben sollte nur nach vorsichtigem, begleitetem Kennenlernen erwogen werden.
  • Die tiefe Brust großer, sportlicher Laufhunde gilt als Risikofaktor für Magendrehung, mehrere kleine Mahlzeiten statt einer großen und Ruhe vor und nach dem Fressen sind sinnvolle Vorsichtsmaßnahmen.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Tief angesetzte, halblange Hängeohren mit eingeschränktem Luftaustausch begünstigen tendenziell Ohrentzündungen, regelmäßige Kontrolle ist ratsam.
  • Die vom Standard geforderte sehr tiefe Brust ist bei großen, sportlichen Hunden mit einem tendenziell erhöhten Magendrehungsrisiko verbunden.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Poitevin hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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