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Lele

Picardie-Schäferhund

Sensibler Hütehund mit rustikalem Charme

auch bekannt als Picard, Berger Picard, Berger de Picardie, Picardy Sheepdog

groß (L)Frankreich
Picardie-Schäferhund sitzt aufmerksam im Garten, raues sandfarbenes Fell, große Stehohren.
Picardie-Schäferhund im PorträtFoto: Shana · CC0 1.0
Picardie-Schäferhund mit gestromtem Fell liegt entspannt auf einem Waldweg zwischen Kiefern.
Picardie-Schäferhund zu HauseFoto: שי מורגן · CC BY-SA 4.0

Steckbrief

Größe
groß (L), 55 bis 65 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 23 bis 32 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
seltenStufe 2 von 5Keine VDH-Zucht in Deutschland, Bezug meist nur über Import
Fell
Rauhaar, Das harte, 5 bis 6 cm lange Deckhaar mit feiner Unterwolle braucht kein tägliches Bürsten, aber alle paar Monate ein Auskämmen und Trimmen, damit Bart und Augenbrauen nicht verfilzen.
Herkunft
Frankreich
Anerkennung
FCI-Gruppe 1 (Hüte- und Treibhunde), Standard Nr. 176

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt situationsbedingt (3 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (4 von 5)
Jagdtrieb
geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Picardie-Schäferhund im Porträt

Der Picardie-Schäferhund stammt aus dem nordfranzösischen Picardie, einer Region, die im Ersten und Zweiten Weltkrieg mitten im Grabenkrieg lag. Die Rasse wurde dabei fast ausgelöscht und hat sich bis heute nicht auf ein großes Bestandsniveau erholt, in Frankreich selbst zählt man nur wenige Tausend Tiere, in Deutschland schätzungsweise nur einige Hundert. Ursprünglich zog er als robuster Hüte und Wachhund mit Schafherden über die flachen, windigen Ebenen der Region, ein Erbe, das seinen unkomplizierten, wetterfesten Körperbau bis heute prägt. Der FCI-Standard beschreibt ihn als ausgeglichenen Hund, weder aggressiv noch ängstlich, klug und beherzt zugleich, dazu als hervorragenden Familienhund, der die enge Gesellschaft von Kindern sucht. Diese Nähe zu Menschen zeigt sich auch in einer gewissen Sensibilität: Der Picard reagiert auf harten Druck eher mit Rückzug als mit Gehorsam und lässt sich am besten mit ruhiger Konsequenz und viel Geduld führen. Als Wachhund meldet er zuverlässig, ohne dabei über Fremdenschärfe zu verfügen. Im Alltag will er beschäftigt werden, tägliche ausgedehnte Bewegung plus Kopfarbeit passen besser zu ihm als reine Spaziergänge im Schongang. Sein hartes, halblanges Rauhaar mit der charakteristischen Griffonnage über den Augen und dem leichten Bart braucht kein tägliches Bürsten, aber regelmäßiges Auskämmen und gelegentliches Trimmen. Zu rassetypischen gesundheitlichen Themen gehören Hüftdysplasie, wie bei vielen mittelgroßen Hütehunden, und die progressive Retinaatrophie, eine erblich bedingte Augenerkrankung, weshalb Augenuntersuchung und Hüftröntgen bei den Elterntieren wichtige Zuchtchecks sind. Geeignet ist der Picard für Menschen mit Hütehund-Erfahrung, Zeit für Bewegung und Kopfarbeit und der Bereitschaft, sich auf eine sehr seltene Rasse einzulassen: lange Wartelisten und oft ein Import aus Frankreich, Belgien oder den Niederlanden gehören zur Anschaffung dazu. Für reine Couch-Halter, Vielbeschäftigte ohne Zeit für konsequente, geduldige Erziehung oder Menschen, die einen unkompliziert fremdenfreundlichen Sofahund suchen, ist er eher nicht die richtige Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Braucht täglich ausgedehnte Bewegung plus Kopfarbeit, etwa Hütearbeit, Fährten oder Agility. Reine kurze Gassirunden werden ihm nicht gerecht.
  • Reagiert sensibel auf Druck und zieht sich bei harter Hand eher zurück, statt zu gehorchen. Erziehung braucht ruhige Konsequenz und Geduld über Monate, keine Kommando-Härte.
  • Das Rauhaar verfilzt am Bart und an den Augenbrauen ohne regelmäßiges Auskämmen und gelegentliches Trimmen alle paar Monate.
  • In Deutschland eine sehr seltene Rasse mit geschätzt nur einigen Hundert Tieren. Wartelisten bei Züchtern sind lang, oft ist ein Import aus Frankreich oder den Nachbarländern nötig. Auf Hüftröntgen und Augenuntersuchung der Elterntiere achten.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Hüftdysplasie (HD)
  • Progressive Retinaatrophie (PRA)

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Picardie-Schäferhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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