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Lele

Nova Scotia Retriever

Verspielter Wasserjäger mit viel Auslastungsbedarf

auch bekannt als Nova Scotia Duck Tolling Retriever, Toller

mittelgroß (M)Kanada
Nova Scotia Retriever sitzt aufmerksam am Seeufer mit hängenden Ohren.
Nova Scotia Retriever im Porträt
Nova Scotia Retriever rennt mit wehendem Fell über einen Waldweg.
Nova Scotia Retriever unterwegs
Nova Scotia Retriever liegt entspannt im Gras bei Sonnenuntergang.
Nova Scotia Retriever zu Hause

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 42 bis 54 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 17 bis 23 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
mit SucheStufe 3 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 115 Welpen
Fell
gewelltes bis glattes Doppelhaar, Mehrmals pro Woche bürsten, im Fellwechsel häufiger; die dichte, wasserabweisende Unterwolle staut sich sonst schnell.
Herkunft
Kanada

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
Haaren
haart stark (4 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
ausgeprägter Jagdtrieb (4 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Nova Scotia Retriever im Porträt

Der Nova Scotia Retriever, in Kanada und international meist einfach Toller genannt, wurde im frühen 19. Jahrhundert in Neuschottland für eine ungewöhnliche Jagdmethode gezüchtet: Mit auffälligem, verspieltem Rennen und Springen am Ufer weckt er die Neugier von Enten und lockt sie in Schussweite, bevor er die erlegten Vögel zuverlässig aus eisigem Wasser apportiert. Dieses Wechselspiel aus Lockspiel und Apportierarbeit prägt den Hund bis heute: Der FCI-Standard beschreibt ihn als flinken, wachsamen und entschlossenen Hund mit hoher Ausdauer, der beim Spiel intensiv und konzentriert wirkt. Im Alltag zeigt sich das als sehr lebhaftes, wasserverliebtes und arbeitsfreudiges Wesen. Toller gelten als sehr intelligent und gut trainierbar, wollen aber tatsächlich beschäftigt werden, reines Spazierengehen reicht selten. Ohne ausreichend Auslastung neigen sie dazu, sich selbst Beschäftigung zu suchen, was ungewollt destruktiv enden kann. Fremden gegenüber sind viele Toller zunächst zurückhaltender als klassische Retriever, das legt sich meist mit guter Sozialisierung. Das mittellange, wellige Doppelhaar ist wasserabweisend und muss regelmäßig gebürstet werden, besonders im Fellwechsel, wenn die dichte Unterwolle ausfällt. Gesundheitlich ist die Rasse anfällig für mehrere Autoimmunerkrankungen, dazu zählen die für die Rasse mitbenannte steroidsensible Meningitis-Arteriitis, Schilddrüsenentzündungen und die Nebennierenrindeninsuffizienz (Morbus Addison), außerdem Hüftgelenksdysplasie und erbliche Augenerkrankungen wie progressive Retinaatrophie. In einer Auswertung des kanadischen Rasseclubs war Krebs mit Abstand die häufigste Todesursache, deutlich vor hohem Alter, wer sich für die Rasse interessiert, sollte das bei der Zuchtwahl und der tierärztlichen Vorsorge im Blick behalten. Gut passt der Toller zu aktiven Menschen und Familien, die Wasser, Apportierspiele und tägliche intensive Beschäftigung wirklich einplanen, gerne mit Hundesport oder Jagdtraining. Für ruhige Zweitwohnungs- oder reine Couchhaltung, für sehr unerfahrene Erstlingshalter oder für Haushalte ohne Zeit für tägliche Auslastung ist er dagegen keine gute Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane täglich mindestens 1,5 bis 2 Stunden echte Auslastung ein, am besten mit Wasserkontakt, Apportierspielen oder Nasenarbeit, reines Spazierengehen unterfordert die Rasse dauerhaft.
  • Frag beim Züchter gezielt nach Augenuntersuchungen (progressive Retinaatrophie, Collie Eye Anomaly), Hüft-Röntgen und, wenn möglich, nach Fällen von steroidsensibler Meningitis-Arteriitis oder Morbus Addison in der Blutlinie.
  • Kalkuliere die tierärztliche Vorsorge mit ein: Autoimmunerkrankungen und Krebs sind bei der Rasse überdurchschnittlich häufig dokumentiert, regelmäßige Check-ups zahlen sich aus.
  • Für Erstlingshalter ohne Erfahrung mit jagdlich geprägten Apportierhunden empfiehlt sich vorab ein Probetreffen oder eine Zusammenarbeit mit einem Hundetrainer, der Auslastung und Impulskontrolle vermitteln kann.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Steroidsensible Meningitis-Arteriitis (SRMA), eine für die Rasse besonders dokumentierte Autoimmunerkrankung
  • Autoimmune Schilddrüsenentzündung (Thyreoiditis)
  • Nebennierenrindeninsuffizienz (Morbus Addison), deutlich häufiger als im Rassedurchschnitt
  • Progressive Retinaatrophie (PRA) und Collie Eye Anomaly
  • Hüftgelenksdysplasie
  • Krebserkrankungen als häufigste dokumentierte Todesursache der Rasse

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Nova Scotia Retriever hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Die verfügbaren Angaben stammen von 2017 oder früher, also aus der Zeit vor dem Welpenboom 2020/21. Nimm die Spanne als groben Anhalt und frag beim Zuchtverein nach aktuellen Preisen.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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