Mudi
Wachsamer Denker mit Hirtenherz und eigenem Kopf
Zucht-Hinweis
Der Standard erlaubt die Merle Farbvariante Cifra ausdrücklich. Zwei Merle Elternteile ergeben rechnerisch Doppel Merle Welpen mit deutlich erhöhtem Risiko für Taubheit und Augendefekte, Interessenten sollten beim Züchter aktiv nach der Elternfarbe und Gentests fragen. Betroffen ist die Verpaarung zweier Merle-Träger, nicht das einzelne Tier der zugelassenen Farbvariante Cifra.
Steckbrief
- Größe
- klein (S), 38 bis 47 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 8 bis 13 kg
- Lebenserwartung
- typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- seltenStufe 2 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 21 Welpen
- Fell
- Kopf und Vorderseite der Läufe kurzhaarig glatt, restlicher Körper gewelltes bis leicht gelocktes Haar, Wetterfest und im Kern pflegeleicht, an den längeren, gewellten Partien und der Rute hilft regelmäßiges Bürsten gegen Verfilzung.
- Herkunft
- Ungarn
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 1 (Hüte- und Treibhunde), Standard Nr. 238
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- lebhaft, viel Energie (4 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht viel Bewegung (4 von 5)
- Trainierbarkeit
- gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
- Bellfreude
- bellt häufig (4 von 5)
- Pflegeaufwand
- mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
- Haaren
- haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
- Offenheit gegenüber Fremden
- zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
- Verträglichkeit mit Hunden
- meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Katzen
- meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (4 von 5)
- Jagdtrieb
- geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
- Anfänger-Eignung
- für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)
Der Charakter: Mudi im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Der Mudi braucht täglich mindestens 60 bis 90 Minuten aktive Beschäftigung mit echten Aufgaben wie Hütearbeit, Agility, Fährte oder Rückruftraining, reine Spaziergänge reichen ihm nicht aus.
- Wegen seiner ausgeprägten Bellfreude und seines Wachtriebs ist er in hellhörigen Mehrfamilienhäusern oder bei geräuschsensiblen Nachbarn eine echte Herausforderung, ein Haus mit Garten und etwas Abstand zur Nachbarschaft passt meist besser.
- Bei der Zuchtwahl lohnt der gezielte Blick auf die Merle Variante Cifra, zwei Merle Elternteile dürfen aus Tierschutzgründen niemals verpaart werden, seriöse Züchter legen dazu offene Gentests vor.
- Da das ungarische Zuchtbuch noch offen ist und die Population in Deutschland klein bleibt, lohnt sich vor dem Kauf ein Gesundheitscheck der Elterntiere direkt beim Züchter, breite Krankheitsstatistiken zur Rasse gibt es kaum.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Als Trägerin der Merle Genetik (Cifra) braucht die Zucht sorgfältige Gentests, Merle mal Merle Verpaarungen gehen gehäuft mit Taubheit und Augendefekten einher und werden von seriösen Züchtern vermieden.
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Mudi hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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