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Lele

Montenegrinischer Gebirgslaufhund

Anhänglicher Fährtenjäger aus den montenegrinischen Bergen

auch bekannt als Crnogorski Planinski Gonič, Jugoslawischer Gebirgslaufhund

mittelgroß (M)Montenegro

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 44 bis 54 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 20 bis 25 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
Fell
Kurzhaar, Das kurze, dichte Fell mit gut ausgeprägter Unterwolle ist pflegeleicht. Wöchentliches Bürsten reicht meist, im Fellwechsel etwas häufiger.
Herkunft
Montenegro
Anerkennung
FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 279

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5, Tendenzwert)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5, Tendenzwert)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Montenegrinischer Gebirgslaufhund im Porträt

Der Montenegrinische Gebirgslaufhund stammt aus den Bergregionen Montenegros und teilt seine Wurzeln mit den übrigen Laufhunden des Balkans. Früher trug er auch den Namen Jugoslawischer Gebirgslaufhund, seit 1997 führt die FCI ihn unter seiner heutigen Bezeichnung. Gezüchtet wurde er als Meutehund für die Jagd auf Fuchs, Hase und Kleinwild in unwegsamem Gelände, gelegentlich auch für größeres Wild. Diese jagdliche Prägung wirkt bis heute nach: Der Standard beschreibt ihn als ausgeglichen, führig und seinem Menschen gegenüber sehr anhänglich, gleichzeitig aber mit einer Nase und einem Verfolgungsdrang, die sich im Alltag kaum abstellen lassen. Im Wesen ist er ein typischer Laufhund: ausdauernd, konzentriert auf Fährten und Gerüche, mit Meutehunden vertraut und entsprechend gut sozial gegenüber Artgenossen. Fremden begegnet er eher neutral, nicht ängstlich, aber auch nicht überschwänglich. Kleintiere und freilaufende Katzen weckt sein Jagdtrieb fast zuverlässig, ein Zusammenleben braucht daher sehr sorgfältiges, frühes Training und bleibt eine individuelle Frage. Im Alltag verlangt er tägliche, ausgiebige Bewegung mit echter Nasenarbeit, Spaziergänge allein reichen selten aus. Das kurze, dichte Fell mit guter Unterwolle ist pflegeleicht, gebürstet wird nur gelegentlich. Da die Rasse eigenständig denkt und nicht auf reinen Gehorsam gezüchtet wurde, braucht Erziehung Geduld und Konsequenz statt Drill. In Deutschland ist der Montenegrinische Gebirgslaufhund extrem selten, hierzulande gibt es praktisch keine etablierte Zucht. Interessenten müssen mit langen Wartezeiten oder einem Import aus Südosteuropa rechnen, seriöse Vermittlungswege sind entsprechend rar. Die meisten Linien werden weiterhin jagdlich oder als reine Arbeitshunde geführt, nicht als reiner Familienbegleiter gezüchtet. Die Rasse passt zu erfahrenen Halterinnen und Haltern mit Bezug zur Jagd oder viel Zeit für Fährten- und Nasenarbeit, einem sicher eingezäunten Grundstück und Toleranz für gelegentliches Lautgeben. Für die Stadtwohnung, für Katzenhaushalte oder für Menschen, die einen ruhigen Couchhund suchen, ist er dagegen keine gute Wahl. Wer sich für diese seltene Rasse interessiert, sollte sich vorab intensiv mit Herkunftszuchten und Importwegen befassen und ein Probetreffen mit erwachsenen Hunden suchen.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane täglich mindestens eine bis zwei Stunden Bewegung mit echter Nasenarbeit ein, reines Gassigehen ohne Beschäftigung reicht dieser Rasse nicht aus.
  • Rechne mit langen Wartezeiten oder einem Import aus Montenegro beziehungsweise dem restlichen Balkan, in Deutschland gibt es praktisch keine etablierte Zucht.
  • Ein sicher eingezäuntes Grundstück ist wichtig, der ausgeprägte Jagdtrieb macht Freilauf ohne Rückruftraining riskant.
  • Ein Zusammenleben mit Katzen oder anderen Kleintieren solltest du nur nach sehr sorgfältiger, früher Sozialisierung und im Einzelfall in Betracht ziehen.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Die hängenden, dicht anliegenden Ohren laut Standard begünstigen bei Laufhunden allgemein eine Neigung zu Ohrentzündungen, rassespezifische Studien dazu fehlen allerdings.
  • Die tiefe, kräftige Brust (laut Standard 45 bis 50 Prozent der Widerristhöhe) ist bei mittelgroßen bis großen Hunden ein allgemeiner Risikofaktor für Magendrehung, auch hierzu gibt es keine rassespezifischen Zahlen.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Montenegrinischer Gebirgslaufhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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