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Lele

Mittelgrosser Anglo-Französischer Laufhund

Ausdauernder Meutejäger mit ruhigem Wesen im Rudel

auch bekannt als Anglo-Français de Petite Vénerie

mittelgroß (M)Frankreich

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 48 bis 56 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 18 bis 22 kg
Lebenserwartung
typisch 10 bis 12 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
Fell
Kurzhaar, Kurzes, glattes Fell mit wenig Aufwand: Gelegentliches Bürsten reicht, dafür verdienen die Schlappohren wegen der Entzündungsanfälligkeit regelmäßige Kontrolle.
Herkunft
Frankreich
Anerkennung
FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 325

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5, Tendenzwert)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5)
Pflegeaufwand
minimaler Pflegeaufwand (1 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
sehr verträglich, liebt Hundekontakt (5 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
verträgt sich selten mit Katzen (1 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
bedingt geeignet für Familien (2 von 5, Tendenzwert)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)

Der Charakter: Mittelgrosser Anglo-Französischer Laufhund im Porträt

Der Mittelgroße Anglo-Französische Laufhund, im Ursprungsland Anglo-Français de Petite Vénerie genannt, entstand in Frankreich ab den 1950er Jahren aus der Kreuzung des englischen Harrier mit französischen Meutehunden wie Poitevin, Petit Gascon-Saintongeois und Petit Bleu de Gascogne. 1978 erhielt die Rasse ihren heutigen Namen, 1983 den gültigen FCI-Standard. Gezüchtet wurde sie gezielt für die Niederwildjagd zu Fuß, also für die Verfolgung von Hase, Fuchs oder Rehwild in der Meute, und genau das ist bis heute ihr eigentlicher Daseinszweck geblieben. In Deutschland ist die Rasse bislang kaum vertreten: Es gibt weder einen eigenen Rasseklub noch nennenswerte Zuchtaktivität, Welpen stammen praktisch immer aus französischen Jagdmeuten oder aus dem Import. Interessierte müssen mit langen Wartezeiten, Sprachbarrieren in der Kommunikation mit Züchtern und einem Auswahlprozess rechnen, der jagdliche Eignung deutlich stärker gewichtet als reine Familientauglichkeit. Der FCI-Standard beschreibt einen ausgeglichenen, kräftigen, aber nicht schweren Hund mit sanftem, lebhaftem Blick und schmal angesetzten, weichen Schlappohren. Im Wesen zeigt sich der Anglo-Français als typischer Meutehund: ausdauernd, nasenorientiert und mit ausgeprägtem Jagdtrieb, dafür kaum auf Wach- oder Schutzverhalten hin gezüchtet. Unter Artgenossen in der Meute fühlt er sich sichtlich wohl, als Einzelhund an der kurzen Leine im Stadtleben wirkt er dagegen oft unterfordert und ruhelos. Im Alltag braucht er viel Auslauf mit echten Möglichkeiten zum Fährten und Schnüffeln, am liebsten über Stunden und im Grünen. Das kurze, glatte Fell ist pflegeleicht, die Schlappohren sollten wegen ihrer Anfälligkeit für Entzündungen regelmäßig kontrolliert werden. Belastbare Studien zu rassetypischen Erkrankungen fehlen bei dieser seltenen Rasse bislang völlig, die tiefe Brust legt bei aktiven Hunden dieser Statur allgemein ein gewisses Magendrehungsrisiko nahe, das sich aus dem Körperbau ableitet und keine belegte Rassestatistik ist. Passend ist die Rasse für erfahrene, jagdlich aktive Halterinnen und Halter mit viel Zeit im Freien und Anschluss an eine Meute oder zumindest an weitere Hunde. Für Anfänger, reine Wohnungshaltung oder Familien, die einen ruhigen Begleithund suchen, eignet sie sich ausdrücklich nicht.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Auslastung: Mehrere Stunden Bewegung täglich mit echter Möglichkeit zum Fährten sind Grundvoraussetzung, reine Spaziergänge an der Leine reichen dieser Rasse nicht aus.
  • Jagdtrieb: Der ausgeprägte Trieb auf Niederwild ist nicht antrainiert, sondern Zuchtziel; ein sicher eingezäuntes Grundstück und konsequentes Rückruftraining sind Pflicht, Freilauf ohne Sicherung ist riskant.
  • Import und Wartezeit: Da es in Deutschland praktisch keine Zucht gibt, ist mit Kontakt zu französischen Meuten oder Zuchtvereinen, Sprachbarrieren und mehrmonatigen Wartezeiten zu rechnen.
  • Haltung: Die Rasse ist als Meute- und Arbeitshund gedacht; Einzelhaltung ohne Hundekontakt und ohne jagdliche oder sportliche Beschäftigung wird der Rasse in aller Regel nicht gerecht.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Erhöhtes Risiko für Ohrentzündungen durch die tief und schmal angesetzten Schlappohren, wie beim FCI-Standard für die Ohrform beschrieben (Tendenzaussage, keine belegte Rassestatistik)
  • Möglicherweise erhöhtes Magendrehungsrisiko bei Belastung durch die laut Standard tiefe Brust, aus dem Körperbau abgeleitet und nicht durch rassespezifische Studien belegt
  • Für diese seltene Rasse liegen keine belastbaren veterinärmedizinischen Studien zu rassetypischen Erkrankungen vor, das ist eine Lücke in der Quellenlage und keine Aussage über tatsächliche Gesundheit

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Mittelgrosser Anglo-Französischer Laufhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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