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Lele

Mallorca-Schäferhund

Treuer Wächter, der nur seinem Menschen wirklich vertraut

auch bekannt als Ca de Bestiar, Perro de Pastor Mallorquin

groß (L)Spanien
Mallorca-Schäferhund mit glänzend schwarzem Fell steht aufmerksam auf einem Felsen im Gebüsch.
Mallorca-Schäferhund im PorträtFoto: Kriegerkalle · Gemeinfrei
Mallorca-Schäferhund mit schwarzem Fell steht hechelnd zwischen Felsen und Kiefern in der Natur.
Mallorca-Schäferhund unterwegsFoto: Kriegerkalle · Gemeinfrei

Steckbrief

Größe
groß (L), 62 bis 73 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 35 bis 45 kg
Lebenserwartung
typisch 10 bis 12 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
Fell
Kurzhaar oder Langhaar, Die verbreitetere kurzhaarige Variante ist pflegeleicht, regelmäßiges Bürsten reicht meist aus. Die seltene langhaarige Variante braucht während des Fellwechsels etwas häufigere Pflege.
Herkunft
Spanien
Anerkennung
FCI-Gruppe 1 (Hüte- und Treibhunde), Standard Nr. 321

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5, Tendenzwert)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5, Tendenzwert)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt situationsbedingt (3 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5, Tendenzwert)
Haaren
haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
sehr zurückhaltend gegenüber Fremden (1 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
eingeschränkt verträglich mit anderen Hunden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
bedingt geeignet für Familien (2 von 5, Tendenzwert)
Wach- und Schutztrieb
sehr ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (5 von 5)
Jagdtrieb
geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Anfänger-Eignung
eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)

Der Charakter: Mallorca-Schäferhund im Porträt

Der Mallorca-Schäferhund, auf den Balearen Ca de Bestiar genannt, stammt von Mallorca, wo er seit Jahrhunderten Rinder, Schafe und Ziegen hütete und die Gehöfte bewachte. Unter der Franco-Diktatur geriet die Rasse fast in Vergessenheit, erst ab 1967 baute der Züchter Alonso Guasp den Bestand mühsam wieder auf. 1982 erkannte die FCI den Standard an. Seither zählt die Rasse zu den seltensten Hütehunden Europas: Wikipedia nennt für das Zuchtbuch nur eine niedrige zweistellige bis niedrige dreistellige Zahl eingetragener Tiere, kritisch wenig für eine gesunde Populationsbasis. Der FCI-Standard beschreibt ihn als Hund, der nur einen Herrn anerkenne und Fremde nur ungern an sich heranlasse. Im Wesen sei er intelligent, führig und seinem Menschen bis in den Tod treu, dabei tapfer und ausdrücklich streitsüchtig. Das ist Zuchtziel, keine Übertreibung: Der Mallorca-Schäferhund ist ein territorialer Wach- und Schutzhund, kein Kuschelhund für die Hundewiese. Rüden gelten untereinander als eher unverträglich, gegenüber fremden Menschen bleibt er reserviert bis misstrauisch. Im Alltag braucht er klare, konsequente Führung, feste Bezugspersonen und ausreichend Aufgabe, sonst kann die natürliche Wachsamkeit in Dauerspannung kippen. Bewegung und Beschäftigung sollten regelmäßig stattfinden, Sozialisation mit fremden Menschen und Hunden gehört von Welpenbeinen an dazu, ändert am reservierten Grundcharakter aber tendenziell wenig. Das dichte, meist kurze Fell (die selten gezüchtete langhaarige Variante braucht etwas mehr Pflege) ist unaufwendig, laut Standard ist einfarbig Schwarz die einzig zulässige Farbe. Wegen der tiefen, geräumigen Brust und der Größe der Rasse gehört ein Magendrehungsrisiko wie bei anderen großen Hunden zur Tendenz, auf die man achten sollte, auch wenn dazu keine rassespezifischen Studien vorliegen. In Deutschland ist der Mallorca-Schäferhund praktisch nicht vertreten: Es gibt keine etablierte Zucht, Interessenten müssen mit langen Wartezeiten oder einem Import von den Balearen rechnen, meist über spezialisierte spanische Züchter oder Vereine. Wer sich für die Rasse entscheidet, sollte Erfahrung mit selbstständigen, territorialen Hütehunden mitbringen und sich vorab über die Rechtslage zur Haltung von Wach- und Schutzhunden im eigenen Bundesland oder Kanton informieren. Für erfahrene Halterinnen und Halter mit Grundstück und klarer Linie kann er ein enorm loyaler Begleiter sein, für Anfänger oder reine Wohnungshaltung eignet er sich nicht.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Für Anfänger und reine Stadtwohnungen eher ungeeignet: Der Mallorca-Schäferhund braucht erfahrene, konsequente Führung und idealerweise ein Zuhause mit Grundstück, das er bewachen kann.
  • Sozialisationsarbeit mit fremden Menschen und Hunden sollte ab der achten Lebenswoche konsequent und über Monate laufen, weil die Rasse laut Standard von Natur aus reserviert gegenüber Fremden und rüdenuntereinander streitsüchtig ist.
  • Vor der Anschaffung die Rechtslage zur Haltung von Wach- und Schutzhunden im eigenen Bundesland oder Kanton prüfen, da Halteauflagen regional unterschiedlich sind.
  • Welpen und Züchter in Deutschland sind kaum zu finden: realistisch ist ein Import über spanische Zuchtvereine mit entsprechenden Wartezeiten, Transportplanung und Gesundheitschecks der Elterntiere.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Tendenziell erhöhtes Magendrehungsrisiko wie bei anderen großen, tiefbrüstigen Rassen, abgeleitet aus der vom FCI-Standard beschriebenen geräumigen, tiefen Brust; rassespezifische Studien dazu liegen nicht vor.
  • Als großer, muskulöser Arbeitshund grundsätzlich ein Kandidat für Gelenkerkrankungen wie Hüftgelenksdysplasie; wegen der geringen Zuchtpopulation und fehlender systematischer Gesundheitsdaten ist das aber eine Tendenzaussage, kein belegter Rassebefund.
  • Die hängend gefalteten, dick angesetzten Ohren laut Standard begünstigen tendenziell Ohrenentzündungen, wie bei vielen Hunden mit Schlappohren; auch hierzu fehlen rassespezifische Zahlen.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Mallorca-Schäferhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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