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Lele

Labrador Retriever

Sanftmütiger Menschenfreund mit Bewegungsdrang

auch bekannt als Labbi, Lab

groß (L)Großbritannien
Erwachsener schokoladenbrauner Labrador Retriever im Porträt vor blauem Hintergrund
Labrador Retriever im Porträt
Fuchsroter Labrador Retriever rennt mit einem Ball im Fang über eine schneebedeckte Wiese
Labrador Retriever unterwegs
Cremefarbener Labrador Retriever liegt entspannt auf einem Sofa im Wohnzimmer
Labrador Retriever zu Hause

Steckbrief

Größe
groß (L), 54 bis 57 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 25 bis 36 kg
Lebenserwartung
typisch 10 bis 13 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
sehr verbreitetStufe 5 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 2.367 Welpen
Fell
Kurz, dicht
Herkunft
Großbritannien

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
sehr leicht trainierbar, hochgradig gehorsam (5 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart stark (4 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
sehr offen, begrüßt Fremde freudig (5 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
sehr gut geeignet für Familien mit Kindern (5 von 5)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5)
Jagdtrieb
ausgeprägter Jagdtrieb (4 von 5)
Anfänger-Eignung
gut geeignet für Anfänger (4 von 5)

Der Charakter: Labrador Retriever im Porträt

Der Labrador Retriever stammt nicht, wie der Name vermuten lässt, aus der kanadischen Region Labrador, sondern von der Ostküste Neufundlands, wo kleine Wasserhunde beim Einholen von Fischernetzen halfen. Im 19. Jahrhundert brachten britische Adlige diese Hunde nach England, wo sie zur heutigen Rasse verfeinert wurden. Seit 1903 vom englischen Kennel Club anerkannt, gilt Großbritannien im FCI-Standard entsprechend als Ursprungsland. Im Wesen neigt der Labrador zu ausgeglichener Freundlichkeit: Der FCI-Standard verlangt ausdrücklich keine Anzeichen von Aggression oder Schreckhaftigkeit, und in der Praxis bestätigt sich das meist: ein tendenziell kontaktfreudiger, sanftmütiger Begleiter mit ausgeprägtem Wunsch, seinen Menschen zu gefallen. Diese Kooperationsbereitschaft macht die Erziehung oft angenehm, ersetzt aber keine konsequente Führung: Ohne klare Linie und ausreichend Beschäftigung neigt er dazu, seinen eigenen Kopf durchzusetzen, etwa beim Apportieren von allem, was sich anbietet. Im Alltag braucht die Rasse mehr als den kurzen Spaziergang um den Block. Als Apportierhund mit ausgeprägter Wasserfreude ist er im Durchschnitt erst nach ausgedehnter Bewegung und einer geistigen Aufgabe (etwa Dummyarbeit, Fährtensuche oder Schwimmen) wirklich zufrieden. Bleibt das aus, kann sich überschüssige Energie in Unruhe entladen, und bei zu großzügiger Fütterung neigen Labradore rassetypisch zu Übergewicht, das Gelenke zusätzlich belastet. Das kurze, dichte Fell mit wetterfester Unterwolle ist pflegeleicht, haart im Fellwechsel im Frühjahr und Herbst aber oft kräftig. Allein bleiben zählt selten zu seinen Stärken: die enge Bindung an die Familie ist tendenziell ein Grundbedürfnis, stundenlange Einsamkeit passt eher schlecht zu diesem Wesen. Als Wachhund taugt er kaum, dafür fehlt ihm die nötige Zurückhaltung gegenüber Fremden fast vollständig. Für aktive Familien und Einzelpersonen mit Zeit für tägliche, abwechslungsreiche Bewegung kann der Labrador ein unkomplizierter, anhänglicher Begleiter sein, grundsätzlich auch für Hundeanfänger geeignet, sofern sie bereit sind, von Welpenbeinen an konsequent zu erziehen. Wer wenig Zeit hat, lange Arbeitstage mit einer einsamen Wohnung kombiniert oder eher einen zurückhaltenden, unabhängigen Hund sucht, findet in dieser Rasse vermutlich nicht den passenden Partner.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Bewegungspensum von im Schnitt 1,5 bis 2 Stunden täglich einplanen, inklusive geistiger Auslastung wie Dummyarbeit oder Fährtenarbeit.
  • Für regelmäßiges stundenlanges Alleinbleiben ist die Rasse tendenziell wenig geeignet. Ohne Betreuung tagsüber wird es meist eng.
  • Neigt bei überschüssiger Fütterung schnell zu Übergewicht, was Gelenke zusätzlich belastet: Futtermenge eher knapp bemessen und Leckerlis mit einrechnen.
  • Fellwechsel im Frühjahr und Herbst bedeutet spürbar mehr Haaraufkommen in Wohnung und Auto, trotz insgesamt pflegeleichtem Kurzhaarfell.
  • Vor der Anschaffung Zuchtlinien auf HD/ED-Zuchtwerte und Augenuntersuchungen (PRA) prüfen lassen. Seriöse Züchter legen diese Befunde offen.
  • Kein Listenhund in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Bei der Haltung fallen daher keine rassespezifischen Sonderauflagen an.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellenbogendysplasie (ED)
  • Progressive Retinaatrophie (PRA) sowie weitere erbliche Augenerkrankungen wie Katarakt und Retinadysplasie
  • Ausgeprägte Neigung zu Übergewicht, unter anderem durch eine genetisch bedingt schwächere Sättigungsregulation
  • Belastungskollaps (Exercise Induced Collapse), vor allem in leistungsbetonten Arbeitslinien beschrieben
  • Vereinzelt Kupferspeicherkrankheit und ektopische Ureter

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Labrador Retriever hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Für diese Rasse liegt ein Welpe beim seriösen Züchter meist zwischen 1.200 und 2.000 Euro.

Quellen: Fressnapf-Magazin, SanteVet-Rasseportrait (2025), edogs-Magazin (2024), HonestDog (2026). Von uns erhoben am 25.08.2026. Grob auf Hunderter gerundet. Einen amtlichen Preis gibt es nicht.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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