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Lele

Kurzhaariger Schottischer Schäferhund

Sensibler Denker mit Hüteherz und wachem Blick

auch bekannt als Collie, Smooth Collie, Kurzhaarcollie, Collie Smooth

groß (L)Großbritannien
Kurzhaariger Schottischer Schäferhund blickt aufmerksam mit aufgestellten Ohren in die Kamera.
Kurzhaariger Schottischer Schäferhund im Porträt
Kurzhaariger Schottischer Schäferhund im Profil in der Abendsonne.
Kurzhaariger Schottischer Schäferhund im Porträt
Kurzhaariger Schottischer Schäferhund steht wachsam auf einem Pfad durch hohes Gras.
Kurzhaariger Schottischer Schäferhund unterwegs

Steckbrief

Größe
groß (L), 51 bis 61 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 18 bis 29,5 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
mit SucheStufe 3 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 201 Welpen
Fell
Kurzhaar, Hartes, kurzes Deckhaar mit dichter Unterwolle, deutlich pflegeleichter als beim Langhaarcollie, im Fellwechsel aber regelmäßiges Bürsten sinnvoll.
Herkunft
Großbritannien
Anerkennung
FCI-Gruppe 1 (Hüte- und Treibhunde), Standard Nr. 296

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
Bellfreude
bellt situationsbedingt (3 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
mittlerer Wach-/Schutztrieb (3 von 5)
Jagdtrieb
geringer Jagdtrieb (2 von 5)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)

Der Charakter: Kurzhaariger Schottischer Schäferhund im Porträt

Der Kurzhaarcollie, im FCI-Standard "Collie Smooth" genannt, stammt aus den Hochmooren Schottlands, wo er seit Jahrhunderten Schafherden hütete. Königin Victoria entdeckte die Rasse im 19. Jahrhundert für sich und machte sie in England populär, was ihr neben der Arbeit auch eine Karriere als Begleit und Ausstellungshund einbrachte. Der erste Rassestandard entstand 1881. Genetisch und äußerlich ist der Kurzhaarcollie eng mit dem bekannteren Langhaarcollie verwandt, beide teilen sich die Wesenszüge, unterscheiden sich aber deutlich im Fellkleid und wurden lange sogar miteinander verpaart. Der FCI Standard beschreibt ihn als intelligenten, wachsamen und aktiven Hund von würdevollem Gesamtbild, mit freundlichem Wesen ohne Nervosität oder Aggressivität. Das passt zu seinem Ruf als sensibler, menschenbezogener Partner, der auf harte Korrekturen empfindlich reagiert und stattdessen mit motivierender, konsequenter Führung arbeitet. Er gilt als sehr lernwillig und zeigt sich in Obedience, Agility und Hütewettbewerben oft überdurchschnittlich talentiert. Im Alltag braucht der Kurzhaarcollie mehr als eine Runde um den Block. Er ist ein Arbeitshund geblieben, der Kopf und Körper beschäftigt haben möchte, sei es beim Hüten, in Hundesport oder bei ausgedehnten Spaziergängen mit kleinen Aufgaben. Sein kurzes, hartes Deckhaar mit dichter Unterwolle ist pflegeleichter als das des Langhaarcollies, haart im Fellwechsel aber trotzdem spürbar. Regelmäßiges Bürsten reicht meist aus. Für aktive Familien mit Zeit für Beschäftigung und einem ruhigen, konsequenten Umgangston kann der Kurzhaarcollie ein anhänglicher, wachsamer Begleiter sein, der Fremde meldet, ohne dabei aufdringlich zu bellen. Wenig geeignet ist er für Menschen, die viele Stunden am Tag außer Haus sind oder eine harte Hand erwarten. Die Rasse gehört zu den selteneren Hunden in Deutschland, Welpen und erfahrene Züchter sind entsprechend rar, ein Besuch beim Zuchtverein vor der Anschaffung lohnt sich. Achte zudem auf Gesundheitstests der Elterntiere, insbesondere auf die Collie Eye Anomaly und den MDR1 Gendefekt, die in der Rasse gehäuft vorkommen, sowie bei Blue Merle Verpaarungen auf die Vermeidung von Merle mal Merle Kombinationen.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Der Kurzhaarcollie ist ein Arbeitshund, der neben Spaziergängen tägliche Kopfarbeit braucht, etwa Hütearbeit, Longieren, Trickdogging, Agility oder Obedience, sonst wird er unterfordert.
  • Frag beim Zuchtverein gezielt nach einem Gesundheitstest auf Collie Eye Anomaly und nach dem MDR1-Status der Elterntiere, denn beide Themen sind in der Rasse belegt gehäuft.
  • Plane für Erstbesitzer eine Hundeschule mit Erfahrung in sensibler, positiver Führung ein, harte Korrekturen wirken bei dieser Rasse eher kontraproduktiv.
  • Wegen des MDR1-Gendefekts vor jeder Medikamentengabe, etwa gegen Milben oder Würmer, mit der Tierarztpraxis abklären, welche Wirkstoffe unbedenklich sind.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Collie Eye Anomaly (CEA), eine erblich gehäufte Augenfehlbildung, die von leicht bis zu deutlichen Sehbeeinträchtigungen reichen kann; ein Gentest oder eine Augenuntersuchung der Zuchttiere ist sinnvoll.
  • MDR1-Gendefekt mit Überempfindlichkeit gegen bestimmte Wirkstoffe (unter anderem Ivermectin), der bei einem Großteil der Collie-Population nachgewiesen wurde und vor Medikamentengaben getestet werden sollte.
  • Progressive Retinaatrophie (PRA), eine fortschreitende Netzhauterkrankung, die zur Erblindung führen kann.
  • Dermatomyositis, eine erblich bedingte Haut- und Muskelerkrankung, die in der Rasse gehäuft beschrieben wird.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Kurzhaariger Schottischer Schäferhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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