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Lele

Kurzhaariger Italienischer Laufhund

Ausdauernder Fährtenspezialist mit sanftem Wesen

auch bekannt als Segugio, Segugio Italiano a Pelo Raso, Segugio Italiano

groß (L)Italien
Kurzhaariger Italienischer Laufhund steht auf einer Blumenwiese, schwarz-lohfarbenes glattes Fell, lange Hängeohren.
Kurzhaariger Italienischer Laufhund im PorträtFoto: Curzio Cavicchioli · CC BY-SA 4.0

Steckbrief

Größe
groß (L), 46 bis 60 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 18 bis 28 kg
Lebenserwartung
typisch 11 bis 13 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5Keine VDH-Zucht in Deutschland, Bezug meist nur über Import
Fell
Kurzhaar, Das kurze, dichte Fell ist pflegeleicht, gelegentliches Bürsten und eine regelmäßige Kontrolle der Hängeohren reichen aus.
Herkunft
Italien
Anerkennung
FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 337

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht sehr viel Bewegung/Auslastung (5 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
bedingt geeignet für Familien (2 von 5, Tendenzwert)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)

Der Charakter: Kurzhaariger Italienischer Laufhund im Porträt

Der Kurzhaarige Italienische Laufhund, italienisch Segugio Italiano a Pelo Raso, ist ein uralter italienischer Jagdhund. Ähnliche Hunde sind auf antiken römischen Statuen der Jagdgöttin Diana zu erkennen, und Hundeskelette aus langobardischer Zeit zeigen bereits die Proportionen der heutigen Rasse. Während der italienischen Renaissance war der Segugio ein fester Bestandteil großer Jagdgesellschaften. Nach dem Zweiten Weltkrieg wäre die Rasse fast verschwunden, engagierte Züchter bauten den Bestand ab 1947 wieder auf, seit 1993 ist sie von der FCI vollständig anerkannt. Gezüchtet wurde er als reiner Laufhund für die Jagd auf Hasen und gelegentlich Wildschweine, alleine oder in der Meute, und dieser Arbeitshintergrund prägt ihn bis heute. Der FCI-Standard beschreibt ihn als widerstandsfähig und schnell, mit stetem, wenig aufdringlichem Temperament, einem sanften Blick und einer wohlklingenden, angenehmen Stimme, die er beim Jagen gern einsetzt. Der Spürsinn steht im Mittelpunkt seines Wesens: Er kann einer Fährte über viele Stunden folgen und lässt sich davon kaum ablenken. Das macht ihn zu einem ausgesprochen eigenständigen Hund, der Anweisungen eher abwägt als sie sofort auszuführen, ähnlich eigenwillig wie Beagle oder Dackel, nur im deutlich größeren Format. Im Alltag braucht der Kurzhaarige Italienische Laufhund viel Auslauf und Beschäftigung über die Nase, ein reiner Wohnungshund mit kurzen Spaziergängen wird ihm nicht gerecht. Das kurze, dichte Fell ist pflegeleicht. Die Hängeohren sollten regelmäßig kontrolliert werden, sie begünstigen tendenziell ein feuchtwarmes Klima im Gehörgang und damit Entzündungen. In Deutschland ist die Rasse extrem selten, es gibt praktisch keine etablierte Zucht. Interessenten müssen mit langen Wartezeiten oder einem Import aus Italien rechnen, wo die meisten Linien nach wie vor jagdlich geführt werden. Ein Welpe ohne klare Beschäftigung für die Nase wird schnell unausgelastet und findet sich selbst Aufgaben, die Halterinnen und Haltern selten gefallen. Der Kurzhaarige Italienische Laufhund passt zu erfahrenen, sportlichen Menschen mit viel Zeit für ausgedehnte Bewegung und Freude an Fährten- oder Nasenarbeit, idealerweise mit Jagdhintergrund oder Kontakt zu einem italienischen Zuchtverein. Für Anfänger, reine Wohnungshaltung oder alle, die einen ruhigen, unkomplizierten Familienbegleiter suchen, ist er dagegen keine gute Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane täglich mehrere ausgedehnte Auslastungseinheiten mit Fährten- oder Nasenarbeit ein, reine Gassi-Runden um den Block reichen bei diesem Laufhund nicht aus.
  • Kontrolliere die Hängeohren wöchentlich auf Rötung oder Geruch und reinige sie bei Bedarf, das beugt Ohrentzündungen vor.
  • Rechne bei der Anschaffung mit langen Wartezeiten oder einem Import aus Italien, da es in Deutschland kaum etablierte Zuchtstätten gibt.
  • Sichere Grundstück und Freilauf konsequent ab, der ausgeprägte Jagdtrieb und die starke Fährtenbindung machen ein zuverlässiges Rückrufsignal zu einer echten Trainingsaufgabe.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Die tief angesetzten Hängeohren aus dem FCI-Standard begünstigen tendenziell ein feuchtwarmes Klima im Gehörgang, dadurch ein erhöhtes Risiko für Ohrentzündungen, dies ist eine körperbau-bedingte Tendenz und kein belegter Rassebefund.
  • Als sportlich gebauter, aktiver Laufhund braucht er ausreichend Bewegung, sonst steigt tendenziell das Risiko für Übergewicht und daraus folgende Gelenkbelastung.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Kurzhaariger Italienischer Laufhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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