Kroatischer Schäferhund
Wendiger Hütehund mit treuem, wachsamem Wesen
auch bekannt als Hrvatski Ovcar, Hrvatski Ovčar, Croatian Sheepdog

Steckbrief
- Größe
- mittelgroß (M), 43 bis 50 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 13 bis 17 kg
- Lebenserwartung
- typisch 13 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
- Fell
- Welliges bis krauses Deckhaar mit dichter Unterwolle, 6 bis 14 cm lang, kurz an Kopf und Läufen, Regelmäßiges Bürsten hält das Fell frei von Verfilzungen, vor allem an Läufen und Hosen. Geschoren wird es nicht.
- Herkunft
- Kroatien
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 1 (Hüte- und Treibhunde), Standard Nr. 277
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- lebhaft, viel Energie (4 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht viel Bewegung (4 von 5)
- Trainierbarkeit
- gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
- Bellfreude
- bellt häufig (4 von 5)
- Pflegeaufwand
- mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
- Haaren
- haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
- Offenheit gegenüber Fremden
- zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Hunden
- meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Katzen
- meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- gut geeignet für Familien (4 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (4 von 5)
- Jagdtrieb
- geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
- Anfänger-Eignung
- für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)
Der Charakter: Kroatischer Schäferhund im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Braucht täglich eine echte Aufgabe, reine Gassirunden reichen selten aus. Ohne Beschäftigung wie Hüten, Mantrailing oder Hundesport neigt er zu Unterforderung und vermehrtem Bellen.
- Wöchentliches Bürsten reicht meist aus, das gewellte bis krause Fell verfilzt bei Nässe und im Fellwechsel aber schneller, besonders an Läufen und Hinterhand. Regelmäßig kontrollieren.
- In Deutschland gibt es kaum Züchter. Rechne mit Wartezeiten von mehreren Monaten bis Jahren oder mit einem Import aus Kroatien beziehungsweise dem Balkanraum, dazu mit entsprechendem Papier und Gesundheitscheck der Elterntiere.
- Wachsames Wesen und Zuneigung zur Bezugsperson brauchen frühe, konsequente Sozialisierung mit Fremden, anderen Hunden und wechselnden Situationen, damit der Wachtrieb nicht in Dauerbellen oder Distanz kippt.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Der Standard erlaubt sowohl stehende als auch als Kippohr getragene Ohren. Bei Hunden mit gefaltetem Kippohr besteht tendenziell ein etwas höheres Risiko für Ohrentzündungen als bei Stehohren, da die Belüftung eingeschränkt ist. Dies ist eine aus dem Körperbau abgeleitete Tendenz, keine belegte rassespezifische Studienlage.
- Das dichte, gewellte bis krause Doppelhaar kann bei mangelnder Pflege oder in feuchtem Klima zu Verfilzungen und in der Folge zu Hautreizungen unter den Verfilzungen neigen. Ebenfalls eine Tendenzaussage aus dem Fellaufbau laut Standard, keine dokumentierte Rassestatistik.
- Zur allgemeinen Gesundheit und zu häufigen Erbkrankheiten liegt für diese seltene Rasse keine belastbare veterinärmedizinische Studienlage vor. Der Standard selbst betont die historische Selektion auf Robustheit und Anpassung an einfache Lebensbedingungen, was auf eine insgesamt gesunde Landrasse mit wenig Übertypisierung hindeutet, ersetzt aber keine rassespezifischen Gesundheitsdaten.
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Kroatischer Schäferhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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