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Lele

Kleiner Basset Griffon Vendéen

Eigensinniger Jäger mit Passion fürs Gestrüpp

auch bekannt als Petit Basset Griffon Vendéen, PBGV

klein (S)Frankreich
Kleiner Basset Griffon Vendéen im Porträt, zottelige Hängeohren, braun-graues Fell mit weißen Abzeichen.
Kleiner Basset Griffon Vendéen im PorträtFoto: Nathan150 · CC BY 2.0
Kleiner Basset Griffon Vendéen steht im Schnee, zotteliges braun-weißes Fell, kurze Beine, lange Hängeohren.
Kleiner Basset Griffon Vendéen zu HauseFoto: Nathan150 · CC BY 2.0

Steckbrief

Größe
klein (S), 33 bis 39 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 13 bis 18 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
Fell
Rauhaar, Das harte, straffe Rauhaar mit Bart und Augenbrauen gehört regelmäßig getrimmt (ausgezupft), nicht geschoren, dann bleibt die typische Struktur erhalten und die Pflege überschaubar.
Herkunft
Frankreich
Anerkennung
FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 67

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5)
Pflegeaufwand
mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Kleiner Basset Griffon Vendéen im Porträt

Der Kleine Basset Griffon Vendéen, kurz PBGV, stammt aus der Vendée in Westfrankreich und wurde gezielt aus dem größeren Grand Basset Griffon Vendéen herausgezüchtet, um in dichtem Dornengestrüpp und Unterholz auf Hasenjagd zu gehen. Der französische Kynologe Abel Dezamy gab ihm einen eigenen Standard, weil die ersten kleinformatigen Bassets halb krummbeinig und zu schwer für die Arbeit im Gestrüpp waren. Bis heute wird die Rasse überwiegend in jagdlichen Kreisen und Meuten geführt, in Deutschland ist sie sehr selten: Welpen gibt es fast ausschließlich über französische oder britische Züchter, wer sich für einen PBGV entscheidet, sollte mit längeren Wartezeiten und einem Import rechnen. Der FCI Standard beschreibt ihn treffend als Teufel im Gelände, Engel zu Hause: voller Jagdleidenschaft, mutig, verliebt in Dornenhecken, dabei grundsätzlich gehorsam, aber eigensinnig. Diese Eigenständigkeit merkt man im Alltag deutlich, der PBGV denkt gern selbst mit und lässt sich nicht einfach abrichten wie ein klassischer Gebrauchshund. Seine Nase führt ihn, und ist er einmal auf einer Fährte, hört er tendenziell schlechter. Bewegung braucht er reichlich: als aktiver Jagdgebrauchshund will er täglich raus, am liebsten mit Nasenarbeit, Fährten oder Schleppen, reine Spaziergänge langweilen ihn auf Dauer. Das raue, straffe Rauhaar mit Bart und buschigen Augenbrauen sollte regelmäßig ausgezupft statt geschoren werden, dann bleibt die Struktur erhalten und die Fellpflege überschaubar. Als klassischer Meutehund kommt er in der Regel gut mit anderen Hunden zurecht, gegenüber Kleintieren und Katzen ist wegen der stark ausgeprägten Jagdpassion Vorsicht angebracht. Für aktive Menschen mit etwas Erfahrung in der Hundeerziehung, Freude an gemeinsamer Nasenarbeit und einem sicher eingezäunten Garten, denn er folgt Fährten hartnäckig und buddelt gern, ist der PBGV ein interessanter, charaktervoller Begleiter. Für ruhige Wohnungshaltung ohne viel Auslauf, für reine Anfänger oder für Haushalte mit Kleintieren ist er eher ungeeignet. Wer sich auf seinen eigenen Kopf einlässt, bekommt einen treuen, humorvollen und robusten kleinen Hund mit viel Charakter und einer klaren Meinung zu fast allem.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane täglich mindestens eine Stunde aktive Bewegung mit Nasenarbeit ein, reine Leinenspaziergänge werden diesem Jagdhund auf Dauer nicht gerecht.
  • Der Garten sollte lückenlos eingezäunt sein: Einmal auf einer Fährte, gräbt und klettert der PBGV hartnäckig über Hindernisse hinweg.
  • Das Rauhaar braucht regelmäßiges Trimmen (Handstripping oder durch geschultes Fachpersonal), reines Scheren zerstört die Fellstruktur und den Wetterschutz.
  • Wegen des ausgeprägten Jagdtriebs ist ein Zusammenleben mit Kleintieren oder Katzen nur mit sehr sorgfältiger, langsamer Eingewöhnung und im Einzelfall zu prüfen.
  • Rechne bei dieser sehr seltenen Rasse in Deutschland mit langen Wartelisten und meist einem Import aus Frankreich, Großbritannien oder einem anderen Nachbarland.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Ohrentzündungen: Die tief angesetzten, dicht behaarten Hängeohren begünstigen laut Zuchtverbands-Erhebungen wiederkehrende Ohrenentzündungen.
  • Primäres Offenwinkelglaukom: Die Rasse gehört zu den häufiger betroffenen Rassen für diese erblich bedingte Augenerkrankung, ausgelöst durch eine bekannte ADAMTS17-Genmutation.
  • Hypothyreose: In Gesundheitsbefragungen des amerikanischen Rasseclubs wiederkehrend als eine der häufigeren Erkrankungen genannt.
  • Rückenbelastung: Der langgestreckte Körperbau bei kurzen Beinen ist tendenziell mit einem erhöhten Risiko für Bandscheibenprobleme und Hüftverrenkungen verbunden, eine belastbare rassespezifische Studie dazu fehlt bislang.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Kleiner Basset Griffon Vendéen hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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