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Lele

Kazakh Tazy

Steppenläufer mit scharfem Blick und weitem Herzen

auch bekannt als Tasy, Tazy, Kasachischer Windhund

groß (L)Kasachstan
Kazakh Tazy mit cremefarbenem Fell liegt zusammengerollt auf einem gemusterten Kissen.
Kazakh Tazy zu HauseFoto: Canarian · CC BY 4.0

Steckbrief

Größe
groß (L), 56 bis 72 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 20 bis 35 kg
Lebenserwartung
typisch 10 bis 13 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
Fell
Kurzhaar mit Behang, Das Fell liegt eng am Körper und ist pflegeleicht, nur die Fransen an Ohren, Rute und Läufen brauchen gelegentlich eine Kontrolle auf Verfilzungen. Im Winter bildet sich eine dichtere Unterwolle, die im Fellwechsel etwas mehr Bürsten braucht.
Herkunft
Kasachstan
Anerkennung
FCI-Gruppe 10 (Windhunde), Standard Nr. 372

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht sehr viel Bewegung/Auslastung (5 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
verträgt sich selten mit Katzen (1 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
bedingt geeignet für Familien (2 von 5, Tendenzwert)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)

Der Charakter: Kazakh Tazy im Porträt

Der Kazakh Tazy ist der Jagdwindhund der kasachischen Steppe und wurde über Jahrhunderte im Alltag der nomadischen Reiterhirten gezüchtet, als Helfer bei der Hetzjagd auf Hase, Fuchs und Wild sowie in Zusammenarbeit mit Beizvögeln. Der FCI-Standard beschreibt ihn als hochbeinig, elegant und muskulös, mit ausgeprägtem Geschlechtsdimorphismus und der für Windhunde typischen tiefen, langen Brust. Erst im September 2024 wurde die Rasse offiziell von der FCI anerkannt, in Mitteleuropa ist sie praktisch unbekannt. Im Wesen beschreibt der Standard den Tazy als ausgeglichen und wendig, mit hoher Auffassungsgabe, im Alltag ruhig und zurückhaltend, Fremden gegenüber reserviert. Misshandlung verträgt er laut Standard gar nicht, er braucht eine ruhige, konsequente und wertschätzende Führung. Auf der Jagd zeigt er sich leidenschaftlich, wendig und ausdauernd über weite Strecken, kombiniert Sichtjagd mit Spursuche und apportiert bei manchen Linien sogar. Dieser tief verankerte Jagd- und Hetztrieb lässt sich nicht wegtrainieren und bestimmt den ganzen Umgang mit der Rasse. Im Alltag braucht der Tazy viel Auslauf mit Gelegenheit zu freiem, schnellem Lauf in sicher eingezäunten Bereichen, dazu am besten regelmäßiges Coursing oder vergleichbare Auslastung, denn im Freilauf ist er wegen des Sichtjagdreflexes kaum zuverlässig abrufbar. Das kurze Fell ist pflegeleicht, die Fransen an Ohren und Rute wollen ab und zu kontrolliert werden. Als reiner Steppenhund ist er kälteempfindlicher als robuste Hütehunde und freut sich über eine Decke im Winter. Der Tazy passt zu erfahrenen Windhund- oder Jagdhundehaltern mit sicher eingezäuntem Grundstück, die Zeit für lange, freie Bewegungseinheiten mitbringen und keine Notwendigkeit für einen Wach- oder Familienhund im klassischen Sinn haben. Für Anfänger, Wohnungshaltung ohne Auslaufmöglichkeit oder Haushalte mit Kleintieren und Katzen ist er wegen des starken Jagdtriebs eher ungeeignet. Wer sich für die Rasse interessiert, muss in Deutschland mit langen Wartezeiten oder einem Import aus dem Herkunftsgebiet rechnen, seriöse Zuchtstätten außerhalb Zentralasiens sind noch selten.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Braucht täglich Gelegenheit zu freiem, schnellem Lauf auf sicher eingezäuntem Gelände, da der Sichtjagdreflex einen zuverlässigen Freilauf ohne Zaun praktisch ausschließt.
  • Wegen des ausgeprägten Jagdtriebs keine Haltung mit Kleintieren oder unbeaufsichtigt mit Katzen, ein Probetreffen vorab ersetzt keine dauerhafte Sicherheitsvorkehrung.
  • Vor der Anschaffung realistisch prüfen, ob eine seriöse Zuchtstätte erreichbar ist: Die Rasse ist außerhalb Zentralasiens sehr selten, Wartezeiten oder ein Import mit entsprechender Vorbereitung sind einzuplanen.
  • Aus dem tiefen, langen Brustkorb ergibt sich bei großen, sportlichen Windhunden allgemein ein Magendrehungs-Risiko, größere Portionen unmittelbar vor oder nach starker Anstrengung sollten vermieden werden.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Zu rassespezifischen Erkrankungen des Kazakh Tazy liegen keine belastbaren veterinärmedizinischen Daten vor, die Rasse ist außerhalb Zentralasiens kaum erforscht.
  • Wie bei anderen großen, sportlichen Windhunden mit tiefer Brust gilt allgemein ein erhöhtes Magendrehungs-Risiko als Tendenz, nicht als belegter Rassebefund.
  • Der dünne, eng anliegende Kurzhaar-Mantel bietet wenig Kälteschutz, in rauen Wintern ist zusätzlicher Schutz sinnvoll.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Kazakh Tazy hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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