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Lele

Katalanischer Schäferhund

Wachsamer Hirtenhund mit zottigem Charme

auch bekannt als Gos d'Atura, Gos d'Atura Català, Perro de Pastor Catalán

mittelgroß (M)Spanien
Katalanischer Schaeferhund mit zottigem Fell schaut fröhlich in die Kamera.
Katalanischer Schäferhund im Porträt
Nahaufnahme eines Katalanischen Schäferhundes mit zotteligem Fell im warmen Licht.
Katalanischer Schäferhund zu HauseFoto: Elinandreassen · CC BY-SA 3.0

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 45 bis 55 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 17 bis 25 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
mit SucheStufe 3 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 70 Welpen
Fell
Langhaar, Langes, leicht gewelltes Fell mit dichter Unterwolle, mehrmals wöchentlich bürsten, im saisonalen Fellwechsel eher täglich. Der Fellwechsel verläuft rassetypisch in zwei Phasen: erst wechselt die vordere, dann die hintere Körperhälfte das Haar. Es gibt auch eine kurzhaarige Varietät, sie gilt aber inzwischen als nahezu ausgestorben.
Herkunft
Spanien
Anerkennung
FCI-Gruppe 1 (Hüte- und Treibhunde), Standard Nr. 87

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5)
Pflegeaufwand
mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
Haaren
haart stark (4 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (4 von 5)
Jagdtrieb
geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Katalanischer Schäferhund im Porträt

Der Katalanische Schäferhund, katalanisch Gos d'Atura Català, stammt aus den katalanischen Pyrenäen. Dort führte er Schaf- und Pferdeherden und traf dabei laut FCI-Standard oft eigenständige Entscheidungen, ohne jeden Schritt vom Hirten vorgegeben zu bekommen. Wegen seines Mutes wurde er zusätzlich als Wächter eingesetzt. Der erste Standard entstand 1929, seit 1954 ist die Rasse von der FCI anerkannt. Außerhalb Kataloniens blieb er lange ein Geheimtipp, in Deutschland ist er bis heute selten anzutreffen. Sein Wesen beschreibt der FCI-Standard als zurückhaltend, lebhaft und intelligent. Fremden nähert er sich nicht von sich aus, was ihn schnell distanziert wirken lässt, und er gilt als sehr wachsam, meldet also zuverlässig, was sich seinem Zuhause nähert. Seiner Familie gegenüber zeigt er sich dagegen anhänglich und beschützend. Als Hütehund gilt er als gut bis leicht trainierbar, verlangt aber eine konsequente, faire Führung sowie frühe, breite Sozialisierung, gerade im Umgang mit Kindern und fremden Hunden. Im Alltag braucht er echte Beschäftigung: Bewegung, Kopfarbeit und gern auch Hundesport wie Agility oder Obedience, denn er wurde nie auf reines Herumstehen gezüchtet. Sein langes, leicht gewelltes Fell mit dichter Unterwolle bildet Bart, Schnauzbart und Augenbrauen und verlangt regelmäßiges Bürsten. Im Fellwechsel zeigt sich ein rassetypisches Phänomen: Zuerst wechselt die vordere, dann die hintere Körperhälfte das Haar, kurzzeitig wirkt der Hund dadurch wie zweigeteilt. Trotz seiner Widerstandsfähigkeit gegen Wind, Kälte und Wetter ist er kein reiner Zwingerhund, sondern sucht die Nähe zu seinen Menschen. Gut geeignet ist die Rasse für aktive Halter mit Garten oder verlässlichem Zugang zu Freilauf, die einen wachsamen, klugen Begleiter suchen und Zeit in Fellpflege und Beschäftigung investieren wollen. Wer einen unkomplizierten Sofahund sucht oder einen Vierbeiner, der jedem Besuch freudig entgegenläuft, ist bei diesem eher zurückhaltenden Wächter falsch aufgehoben. Auch für Menschen ganz ohne Hundeerfahrung eignet er sich nur bedingt, denn konsequente Erziehung und ausreichende Auslastung sind Voraussetzung für ein entspanntes Zusammenleben.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Bewegung und Kopfarbeit: täglich mehrere Stunden Auslastung mit Aufgaben (Hüte- oder Dummytraining, Agility, Nasenarbeit), reines Spazierengehen reicht als Beschäftigung meist nicht aus.
  • Fellpflege: langes, gewelltes Fell mit dichter Unterwolle, zwei- bis dreimal wöchentlich bürsten, im Fellwechsel im Frühjahr und Herbst eher täglich, sonst drohen Verfilzungen hinter den Ohren und an den Hosen.
  • Sozialisierung: als reservierter, wachsamer Hund braucht er ab der achten Lebenswoche breiten, positiven Kontakt zu fremden Menschen und Hunden, sonst kann Zurückhaltung in Unsicherheit oder anhaltendes Bellen gegenüber Besuch kippen.
  • Züchterwahl: die Rasse ist in Deutschland selten, seriöse Zuchtstätten mit HD-Röntgen der Elterntiere sind rar, Wartezeiten von mehreren Monaten bis über ein Jahr sind realistisch.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Hüftgelenksdysplasie (HD): als Disposition dokumentiert, HD-Röntgen der Zuchttiere ist bei seriösen Züchtern sinnvoll und sollte vor dem Kauf eingesehen werden.
  • Der FCI-Standard verlangt für die Zucht ausdrücklich ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Katalanischer Schäferhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Die verfügbaren Angaben stammen von 2017 oder früher, also aus der Zeit vor dem Welpenboom 2020/21. Nimm die Spanne als groben Anhalt und frag beim Zuchtverein nach aktuellen Preisen.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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