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Lele

Italienisches Windspiel

Zarter Sprinter mit großem Anlehnungsbedürfnis

auch bekannt als Iggy, Piccolo Levriero Italiano, Italian Greyhound

klein (S)Italien
Älteres Italienisches Windspiel im grünen Strickpullover vor dem warmen Schein des Kamins
Italienisches Windspiel im Porträt
Italienisches Windspiel liegt mit ausgestreckten Läufen auf einem Sofa im warmen Licht
Italienisches Windspiel zu Hause

Steckbrief

Größe
klein (S), 32 bis 38 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 3 bis 5 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
mit SucheStufe 3 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 233 Welpen
Fell
Kurzhaar
Herkunft
Italien
Anerkennung
FCI-Gruppe 10 (Windhunde), Standard Nr. 200

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
eher ruhig (2 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt sehr ungern allein (1 von 5)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
minimaler Pflegeaufwand (1 von 5)
Haaren
haart kaum (1 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5)
Jagdtrieb
ausgeprägter Jagdtrieb (4 von 5)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)

Der Charakter: Italienisches Windspiel im Porträt

Das Italienische Windspiel gehört zu den ältesten Windhundrassen Europas. Seine Vorfahren reichen bis zu kleinwüchsigen Windhunden im antiken Mittelmeerraum zurück; über Griechenland gelangte der Typ vermutlich vor rund zweieinhalbtausend Jahren nach Italien. Während der Renaissance wurde er zum bevorzugten Begleiter an europäischen Adelshöfen. Auch der preußische König Friedrich der Große soll ihn sehr geschätzt haben. In Deutschland betreut heute der Windhundzucht- und Rennverband (DWZRV) die Zucht. Vom Wesen her gilt das Windspiel als anhänglich, lernwillig und im Alltag meist folgsam: Die Erziehung fällt tendenziell leichter als bei manch anderer Windhundrasse. Zugleich bleibt der Jagdinstinkt des Sichtjägers spürbar: Schnelle Bewegungen in der Ferne können die Aufmerksamkeit sofort auf sich ziehen, ein zuverlässiger Rückruf will daher gezielt trainiert werden. Fremden gegenüber zeigen sich viele Tiere eher zurückhaltend bis wachsam, ohne aggressiv zu wirken. Auffällig ist die enge Bindung an die Bezugsperson: Längeres Alleinsein erleben manche Hunde als belastend, weshalb es behutsam aufgebaut werden sollte. Der Bewegungsbedarf lässt sich im Vergleich zu großen Windhundrassen recht überschaubar decken: Regelmäßige, abwechslungsreiche Ausläufe reichen meist aus, eine Rennbahnkarriere ist keine Voraussetzung. Wichtiger erscheint der Schutz vor Kälte und vor Stürzen: Der feine Körperbau mit dünnen, zarten Läufen macht diese Hunde anfälliger für Brüche als robustere Rassen, und das kurze Fell bietet bei Nässe und Kälte wenig Schutz. Für wen passt diese Rasse? Wer einen aufmerksamen, gut erziehbaren Begleithund sucht, der sich an ruhige Wohnverhältnisse anpasst und viel Nähe zur Bezugsperson sucht, findet im Windspiel im Durchschnitt einen passenden Partner. Weniger geeignet erscheint die Rasse für Haushalte mit sehr kleinen Kindern, in denen grober Umgang die zerbrechlich wirkenden Läufe gefährden könnte, ebenso für Menschen, die täglich viele Stunden außer Haus sind. Wer sich auf die besonderen Bedürfnisse einlässt, also Wärmeschutz, behutsame Bewegungsführung und feste Bindung, bekommt einen eleganten, im Alltag angenehm unkomplizierten Hund.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Bewegungspensum: Meist reichen zwei bis drei Ausläufe von zusammen rund 1 bis 1,5 Stunden täglich; ein Renn- oder Coursingtraining ist ein Zusatzangebot, kein Muss.
  • Alleinbleiben ist bei dieser eng an ihre Bezugsperson gebundenen Rasse oft nur in kleinen, behutsamen Trainingsschritten aufzubauen. Lange Arbeitstage ohne Betreuung sind bei vielen Tieren nicht realistisch.
  • Das kurze Fell ohne nennenswerte Unterwolle bietet kaum Kälteschutz: Bei nassem oder kaltem Wetter ist ein Hundemantel in der Praxis fast unverzichtbar.
  • Die dünnen, feinknochigen Läufe gelten als anfällig für Brüche, besonders bei Junghunden: Sprünge von Möbeln oder ungebremstes Spiel mit großen Hunden bergen ein reales Verletzungsrisiko und damit verbundene Tierarztkosten.
  • Wie viele kleine Rassen neigt das Windspiel zu Zahnstein und Zahnfleischproblemen; regelmäßige Zahnkontrolle und -pflege sollten fest eingeplant werden.
  • Das Italienische Windspiel steht in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf keiner Rasseliste; unabhängig davon lohnt vor der Anschaffung ein Blick in lokale Leinen- und Freilaufregelungen.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Erhöhtes Frakturrisiko an den dünnen Vorderläufen, vor allem im Junghundealter
  • Neigung zu Zahnstein und Parodontalerkrankungen durch den schmalen Kiefer
  • Ausgeprägte Kälteempfindlichkeit durch kurzes Fell ohne nennenswerte Unterwolle
  • Für die Rasse fehlte lange eine verlässliche Gesundheitsdatenbasis; der Zuchtverband sammelt seit einigen Jahren gezielt Daten, um erbliche Risiken wie Augen- und Skeletterkrankungen künftig besser einschätzen zu können

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Italienisches Windspiel hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Die verfügbaren Angaben stammen von 2015 oder früher, also aus der Zeit vor dem Welpenboom 2020/21. Nimm die Spanne als groben Anhalt und frag beim Zuchtverein nach aktuellen Preisen.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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