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Lele

Irischer Wolfshund

Sanfter Riese mit Jagdherz

auch bekannt als Irish Wolfhound

sehr groß (XL)Irland
Irischer Wolfshund liegt entspannt im Wald und schaut zur Seite
Irischer Wolfshund im Porträt
Irischer Wolfshund im Profil, Kopf nah zwischen Wildblumen
Irischer Wolfshund im Porträt
Irischer Wolfshund steht aufmerksam zwischen Birken im Wald
Irischer Wolfshund unterwegs

Steckbrief

Größe
sehr groß (XL), 79 bis 90 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 40 bis 54 kg
Lebenserwartung
typisch 6 bis 8 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
mit SucheStufe 3 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 169 Welpen
Fell
Rauhaar, Regelmäßiges Bürsten und gelegentliches Trimmen an Kopf und Läufen halten das raue, drahtige Fell in Form, der Aufwand ist geringer als bei langhaarigen Rassen.
Herkunft
Irland
Anerkennung
FCI-Gruppe 10 (Windhunde), Standard Nr. 160

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
eher ruhig (2 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5)
Pflegeaufwand
mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
offen gegenüber Fremden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
kaum Wach-/Schutztrieb (1 von 5)
Jagdtrieb
ausgeprägter Jagdtrieb (4 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Irischer Wolfshund im Porträt

Der Irische Wolfshund ist mit einer Widerristhöhe ab 79 cm bei Rüden die größte Hunderasse der Welt und stammt aus Irland, wo er über Jahrhunderte zur Jagd auf Wölfe und großes Wild diente. Als die Wölfe auf der Insel ausgerottet waren, verlor die Rasse ihre Aufgabe und wäre beinahe verschwunden, bis sie im 19. Jahrhundert mit Deerhound, Doggen und Barsoi rückgezüchtet wurde. Von dieser Geschichte ist heute vor allem die Statur geblieben, der eigentliche Jagdauftrag spielt im Alltag keine Rolle mehr. Trotz der imposanten Größe gilt der Irische Wolfshund als sanft und liebevoll, der FCI-Standard beschreibt ihn treffend als zu Hause ein Lamm, auf der Jagd ein Löwe. Fremden begegnet er meist freundlich statt misstrauisch, als Wachhund taugt er deshalb kaum. Sein Sichthund-Erbe zeigt sich im Jagdtrieb: Schnelle Bewegungen von Kleintieren oder Katzen können den Beutefokus wecken, weshalb Freilauf an unübersichtlichen Orten gut überlegt sein sollte. Zu Hause ist der Wolfshund erstaunlich ruhig und liegt gern ausgestreckt am Boden, braucht aber tägliche Bewegung mit Gelegenheit zu freiem, schnellem Lauf, um seiner Natur gerecht zu werden. Das raue, drahtige Fell ist pflegeleichter als sein Aussehen vermuten lässt, verlangt aber regelmäßiges Bürsten und gelegentliches Trimmen im Gesicht. Wegen der Körpergröße braucht es angepasstes Futter, Platz im Auto und in der Wohnung sowie ein Budget, das für einen sehr großen Hund kalkuliert ist. Gesundheitlich ist die Rasse eine Herausforderung: Dilatative Kardiomyopathie betrifft im Alter einen erheblichen Teil der Tiere, Osteosarkom und Magendrehung zählen zu den häufigsten Todesursachen, die Lebenserwartung liegt im Schnitt nur bei sechs bis acht Jahren. Wer sich für einen Irischen Wolfshund entscheidet, sollte auf Zuchtlinien mit regelmäßigem Herzscreening der Elterntiere achten und einen Tierarzt in der Nähe haben, der Erfahrung mit Riesenrassen hat. Der Irische Wolfshund passt zu ruhigen Familien und Einzelpersonen mit viel Platz, einem stabilen Budget für Futter und Tierarztkosten und der Bereitschaft, sich auf eine kurze, intensive gemeinsame Zeit einzulassen. Für kleine Wohnungen, sehr sportliche Haushalte mit Hochleistungsanspruch oder für alle, die einen klassischen Wachhund suchen, ist er die falsche Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Für die Wohnungsgröße brauchst du ausreichend Platz zum Liegen, ein eigener großer Liegeplatz und ein Auto, in dem der Hund ausgestreckt mitfahren kann, sind Voraussetzung.
  • Wegen der erhöhten Rate an Herzerkrankungen (Dilatative Kardiomyopathie) lohnt sich vor dem Kauf ein Blick auf das Herzscreening der Elterntiere beim Züchter, frag aktiv nach Echokardiographie-Befunden.
  • Kalkuliere ein deutlich höheres Futter- und Tierarztbudget als bei mittelgroßen Rassen ein, allein die Futtermenge liegt oft bei 500 bis 700 Gramm pro Tag, dazu kommen größenbedingt teurere Medikamente und Operationen.
  • Wegen des ausgeprägten Jagdtriebs lohnt sich frühes Training an der Schleppleine und ein sicher eingezäunter Garten, freier Auslauf in der Nähe von Wild oder Kleintieren ist riskant.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Dilatative Kardiomyopathie (DCM), betrifft laut Studien einen großen Teil der Rasse im Alter und wird durch regelmäßiges Herzscreening der Zuchttiere überwacht
  • Osteosarkom (Knochenkrebs), eine der häufigsten Todesursachen bei dieser und anderen Riesenrassen
  • Magendrehung (Gastric Dilatation Volvulus), akuter Notfall bei tiefbrüstigen großen Hunden, der sofortige tierärztliche Behandlung braucht

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Irischer Wolfshund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Die verfügbaren Angaben stammen von 2015 oder früher, also aus der Zeit vor dem Welpenboom 2020/21. Nimm die Spanne als groben Anhalt und frag beim Zuchtverein nach aktuellen Preisen.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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