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Lele

Irischer Wasserspaniel

Wasserverliebter Jagdclown mit dichtem Lockenkopf

auch bekannt als Whiptail, Shannon Spaniel, Rat-Tail Spaniel, Bog Dog, Irish Water Spaniel

mittelgroß (M)Irland
Irischer Wasserspaniel im Profil auf einer Wiese, dicht gelocktes braunes Fell, glatte Rattenrute.
Irischer Wasserspaniel im PorträtFoto: Roete002 · CC BY 4.0
Irischer Wasserspaniel mit dicht gelocktem braunem Fell läuft schwungvoll über eine Wiese.
Irischer Wasserspaniel unterwegs

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 51 bis 59 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 20 bis 26 kg
Lebenserwartung
typisch 10 bis 12 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
Fell
Dicht gelocktes, festes Ringellöckchen-Haar ohne Wolligkeit, am Kopf ein loser Haarschopf, glatte Rutenspitze, Einmal wöchentlich gründlich durchkämmen und bürsten, dazu etwa alle acht bis zehn Wochen scheren, sonst verfilzen die dichten Locken.
Herkunft
Irland

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt situationsbedingt (3 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
hoher Pflegeaufwand (4 von 5)
Haaren
haart kaum (1 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
ausgeprägter Jagdtrieb (4 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Irischer Wasserspaniel im Porträt

Der Irische Wasserspaniel gilt als einer der ältesten Wasserhunde Europas, seine genaue Herkunft liegt aber im Dunkeln. Belegt ist die Rasse in Irland seit dem frühen 17. Jahrhundert als Helfer bei der Jagd auf Wasservögel in Sümpfen und an Flussufern, das markante Rattenschwanz-Merkmal an der Rute gilt als einzigartig und findet sich bei keiner verwandten Rasse. Der moderne Typ wurde in den 1830er Jahren in Irland gefestigt, 1890 gründete sich der erste Rasseclub. Der FCI-Standard beschreibt das Wesen als stolz, intelligent und ausdauernd, mit kühnem, forschem Temperament und enormer Kondition. Zugleich gilt der Irische Wasserspaniel als guter Familienhund mit Sinn für Humor, er zeigt sich Fremden gegenüber aber tendenziell zurückhaltend und braucht Zeit, um Vertrauen aufzubauen. Als vielseitiger Jagdgebrauchshund apportiert er bereitwillig aus dichtem Gestrüpp und geht gern ins Wasser, das wasserabweisende, dicht gelockte Fell schützt ihn dabei zuverlässig vor Nässe und Kälte. Im Alltag braucht die Rasse regelmäßige, ausgedehnte Bewegung und am liebsten Zugang zu Wasser, reine Spaziergänge reichen selten aus. Die dichten Ringellöckchen verfilzen ohne Pflege schnell, wöchentliches Bürsten und ein Scherrhythmus von etwa acht bis zehn Wochen gehören fest dazu. Gesundheitlich sind bei der Rasse Hüft- und Ellbogendysplasie sowie chronische Ohrentzündungen dokumentiert, Letztere begünstigt durch die tief angesetzten, dicht behaarten Hängeohren, die wenig Luft an den Gehörgang lassen. Auch Anfallsleiden wurden beschrieben, eine britische Studie von 2024 verzeichnete für die Rasse eine im Rassenvergleich eher niedrigere Lebenserwartung. In Deutschland ist der Irische Wasserspaniel eine echte Seltenheit, weltweit gibt es nur noch wenige tausend Tiere, in Irland selbst zählt er zu den gefährdeten heimischen Rassen. Wer sich für ihn interessiert, muss mit langen Wartezeiten, weiten Anfahrten zu den wenigen Zuchtstätten und oft mit Import aus dem europäischen Ausland rechnen, verfügbare Linien sind zudem meist jagdlich geprägt. Die Rasse passt zu aktiven Menschen mit Zeit für Bewegung, Wasserkontakt und regelmäßige Fellpflege, die sich außerdem auf die geduldige Sozialisierung eines eigenständigen, wachsamen Charakters einlassen. Für Wohnungshaltung ohne Auslauf, für sehr ruhige Haushalte oder als reiner Couchpartner eignet sich der Irische Wasserspaniel dagegen kaum.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Braucht täglich mindestens eine Stunde intensive Bewegung mit Wasserzugang, wenn möglich, reine kurze Gassirunden werden dem Bewegungs- und Auslastungsbedarf nicht gerecht.
  • Die dichten Locken brauchen wöchentliches Bürsten und alle acht bis zehn Wochen einen Termin beim Groomer oder eine geübte Eigenschur, sonst verfilzt das Fell und es drohen Hautprobleme.
  • Vor der Anschaffung Hüften und Ellbogen der Elterntiere röntgen lassen sowie nach dokumentierten Anfallsfällen in der Zuchtlinie fragen, beides ist bei der Rasse beschrieben.
  • Wegen des ausgeprägten Jagd- und Apportiertriebs sind ein gutes Rückruftraining und ein gesicherter Garten wichtig, freies Laufen an unübersichtlichem Gewässer sollte trainiert, nicht vorausgesetzt werden.
  • Als seltene Rasse mit oft nur jagdlich geführten Linien und langen Wartelisten empfiehlt sich frühzeitiger Kontakt zu den wenigen Züchtern in Europa, ein Kennenlernen erwachsener Elterntiere ist besonders wichtig.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Hüftdysplasie, in einer britischen Erhebung bei rund einem Drittel der untersuchten Tiere festgestellt
  • Ellbogendysplasie
  • Chronische Ohrentzündungen, begünstigt durch die tief angesetzten, dicht behaarten Hängeohren mit wenig Luftzirkulation
  • Anfallsleiden beziehungsweise Epilepsie, bei einem relevanten Anteil der Tiere dokumentiert

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Irischer Wasserspaniel hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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