Zum Inhalt springen
Lele

Hygen-Bracke

Ausdauernder Fährtenspezialist mit ernstem Blick

auch bekannt als Hygenhund

groß (L)Norwegen
Hygen-Bracke mit rotbraunem Fell und weisser Brust auf einer Wiese
Hygen-Bracke im PorträtFoto: Bjørn Konestabo · CC BY-SA 3.0

Steckbrief

Größe
groß (L), 47 bis 58 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 20 bis 25 kg
Lebenserwartung
typisch 11 bis 13 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
Fell
Kurzhaar, Dichtes, glattes bis leicht rauhes Kurzhaar. Gelegentliches Bürsten reicht, aufwendige Fellpflege ist nicht nötig.
Herkunft
Norwegen
Anerkennung
FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 266

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt sehr häufig (5 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5, Tendenzwert)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Hygen-Bracke im Porträt

Der Hygenhund, in Norwegen auch Hygen-Bracke genannt, geht auf die gezielte Zuchtarbeit des Norwegers Hygen zurück, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts importierte Holsteiner Bracken mit nordischen Laufhundeschlägen kreuzte. Ziel war ein ausdauernder Fährtenhund, der Hasen und Füchse auch im rauen skandinavischen Klima über weite Strecken verfolgen und dabei laut anschlagen kann, damit der Jäger dem Wild auflauern kann. Dieses Arbeitsprofil prägt die Rasse bis heute: Der FCI Standard beschreibt einen mittelgroßen, kräftigen und kompakten Laufhund mit fester Rückenlinie, geraden Läufen und einem ernsten, ruhigen Ausdruck. Im Wesen ist der Hygenhund ein typischer Bracke: nasenorientiert, ausdauernd und beim Verfolgen einer Fährte sehr eigenständig, was die Erziehung anspruchsvoll macht. Er wurde nie auf Gehorsam gegenüber dem Menschen selektiert, sondern auf die Fähigkeit, eine Spur über Stunden zu halten und dabei laut zu melden. Das zeigt sich im Alltag als ausgeprägte Bellfreude, sobald eine interessante Witterung auftaucht. Aus der Arbeit in loser Meute mit anderen Hunden resultiert eine gute Verträglichkeit gegenüber Artgenossen, während Katzen und kleine Haustiere wegen des Jagdtriebs kritisch zu sehen sind. Im Alltag braucht der Hygenhund viel Bewegung und am besten echte Nasenarbeit oder Fährtentraining, reine Spaziergänge reichen kaum aus, um ihn auszulasten. Das dichte, etwas raue Kurzhaar ist pflegeleicht, gelegentliches Bürsten genügt. Aus dem Körperbau lassen sich vorsichtige Tendenzen ableiten: Die weich hängenden Ohren begünstigen wie bei vielen Bracken eine Neigung zu Ohrentzündungen bei mangelnder Kontrolle, und die tiefe, geräumige Brust ist bei großen, aktiven Hunden ein bekannter Risikofaktor für Magendrehung, weshalb sich mehrere kleine Mahlzeiten statt einer großen empfehlen. Belastbare rassespezifische Gesundheitsdaten gibt es für den Hygenhund kaum. In Deutschland ist der Hygenhund praktisch unbekannt. Er wird fast ausschließlich in Norwegen und Skandinavien gezüchtet und jagdlich geführt, hierzulande gibt es weder etablierte Zuchtlinien noch einen nennenswerten Welpenmarkt. Wer sich für die Rasse interessiert, muss mit langer Wartezeit oder einem Import aus Skandinavien rechnen und sollte bereit sein, sich intensiv mit jagdlicher Führung zu beschäftigen. Für Menschen, die einen ausdauernden Arbeitshund mit klarer Aufgabe suchen und aktiv jagen oder Fährtenarbeit betreiben, kann der Hygenhund passen. Für reine Wohnungshaltung als Begleithund ohne Nasenarbeit und mit hohem Meldebedürfnis eher nicht.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane mindestens 1,5 bis 2 Stunden Bewegung täglich ein, davon einen Teil als gezielte Fährten oder Schleppwildarbeit, sonst sucht sich der Hygenhund selbst Beschäftigung.
  • Rechne mit langer Wartezeit oder einem Import aus Norwegen oder Skandinavien, seriöse deutsche Zuchtstätten für diese Rasse gibt es praktisch nicht.
  • Ein umzäunter Garten ersetzt kein Rückruftraining, der ausgeprägte Jagdtrieb macht sicheren Freilauf ohne Leine zur Daueraufgabe.
  • Kontrolliere die hängenden Ohren regelmäßig auf Rötung oder Geruch, um Entzündungen früh zu erkennen.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Wegen des Körperbaus mit hängenden, weich anliegenden Ohren tendenziell erhöhte Neigung zu Ohrentzündungen bei fehlender Kontrolle (aus dem Körperbau laut FCI-Standard abgeleitet, keine belegte rassespezifische Statistik).
  • Bei der tiefen, geräumigen Brust dieser mittelgroßen bis großen Rasse gilt wie bei vielen ähnlich gebauten Laufhunden ein grundsätzlich erhöhtes Risiko für Magendrehung als Tendenz, nicht als belegter Rassebefund.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Hygen-Bracke hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

Ähnliche Rassen entdecken

Passt Hygen-Bracke zu dir?

Finde in drei Minuten heraus, ob diese Rasse zu deinem Alltag passt: ehrlich, kostenlos und ohne Anmeldung.