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Lele

Harrier

Ausdauernder Meutehund mit unbestechlicher Nase

mittelgroß (M)Großbritannien
Harrier mit weiß-braunem Fell steht aufmerksam in einem violett blühenden Heidefeld.
Harrier im PorträtFoto: Evforce · CC BY-SA 4.0

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 48 bis 55 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 20 bis 30 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
Fell
Kurzhaar, Glattes, dicht anliegendes, nicht zu kurzes Kurzhaar: Bürsten in ruhigen Wochenintervallen reicht meist, im Fellwechsel haart der Harrier aber deutlich mehr.
Herkunft
Großbritannien
Anerkennung
FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 295

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
offen gegenüber Fremden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
sehr verträglich, liebt Hundekontakt (5 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Harrier im Porträt

Der Harrier ist ein englischer Laufhund, dessen Name schlicht von hare hound, also Hasenhund, abstammt: Seit dem 13. Jahrhundert wurde die Rasse in Großbritannien darauf gezüchtet, Hasen in der Meute über weite Strecken zu verfolgen. Als Vorfahren gelten Bloodhounds und frühe Vorläufer des Beagles, entsprechend wirkt der Harrier heute wie ein Beagle im XL-Format, deutlich leichter und edler gebaut als der nah verwandte Foxhound, dem er im FCI-Standard ausdrücklich gegenübergestellt wird. Von diesem Arbeitsauftrag ist bis heute nahezu alles im Wesen erhalten: eine feine, unermüdliche Nase, große Ausdauer und ein starker Verfolgungstrieb, der sich kaum abtrainieren lässt. Im Charakter gilt der Harrier als freundlich, umgänglich und wenig aggressiv, der FCI-Standard verlangt ausdrücklich einen ausgeglichenen, nicht ängstlichen Hund. Als klassischer Meutehund sucht er engen Anschluss an seine Gruppe, ob Menschen oder Artgenossen, und ist entsprechend kein Kandidat für lange Einzelhaltung. Fremden begegnet er in der Regel offen statt misstrauisch, ein ausgeprägter Wachtrieb war nie Zuchtziel. Bei der Jagd auf Wild kennt die Nase dagegen keine Kompromisse, weshalb Katzen und Kleintiere im Haushalt nur mit viel Geduld und schrittweiser Gewöhnung zu Mitbewohnern werden. Der Alltag mit einem Harrier verlangt vor allem eines: viel Bewegung. Lange, zügige Spaziergänge, im Idealfall mit Gelegenheit zum kontrollierten Laufen und Fährtenarbeit, gehören ebenso dazu wie ein sicher eingezäunter Garten, denn ein einmal aufgenommenes Spur lässt den Harrier taub für jeden Rückruf werden. Das kurze, glatte Fell ist unkompliziert in der Pflege. Als Meutehund neigt die Rasse zu deutlichem Lautgeben bei der Jagd, was in dicht besiedelten Wohnlagen zum Thema werden kann. Geeignet ist der Harrier für aktive, erfahrene Halter mit viel Zeit im Freien, Interesse an Fährten- oder Hundesport und der Bereitschaft, konsequent an Rückruf und Leinenführigkeit zu arbeiten. Für Anfänger, reine Wohnungshaltung oder Menschen, die einen ruhigen, leicht lenkbaren Begleiter suchen, ist die Rasse dagegen selten die richtige Wahl. In Deutschland ist der Harrier eine ausgesprochene Seltenheit, wer sich für ihn interessiert, muss mit langer Suche und eventuell Import rechnen.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane täglich mindestens 1,5 Stunden zügige Bewegung mit Gelegenheit zum freien Laufen ein, reine kurze Gassirunden werden diesem Ausdauerläufer nicht gerecht.
  • Sichere Garten und Grundstück lückenlos ab und trainiere Rückruf und Leinenführigkeit von Welpenbeinen an konsequent, der Jagdtrieb ist bei aufgenommener Spur kaum zu unterbrechen.
  • Führe Katzen oder Kleintiere im Haushalt nur langsam und gesichert ein und vereinbare vor der Anschaffung ein Probetreffen, spontane Begegnungen im Freien gehören an die Leine.
  • Da der Harrier in Deutschland kaum gezüchtet wird, ist mit langer Wartezeit oder einem Import aus Großbritannien oder anderen europäischen Ländern zu rechnen; prüfe Gesundheitszeugnisse der Elterntiere sorgfältig.
  • Kläre vor der Anschaffung mit Nachbarn oder Vermieter, ob das kräftige Lautgeben der Rasse bei der Jagd oder Fährtenarbeit im Wohnumfeld akzeptabel ist.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Vereinzelt Hüftdysplasie, wie bei mehreren mittelgroßen bis großen Laufhundrassen mit hoher Bewegungsleistung beschrieben.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Harrier hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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