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Lele

Hannoverscher Schweisshund

Ruhiger Fährtenspezialist mit ernstem Blick und klarem Job

auch bekannt als Hanoverian Scenthound, Hanover Hound

mittelgroß (M)Deutschland
Hannoverscher Schweisshund steht mit gestromtem Fell und heraushaengender Zunge auf einer Wiese.
Hannoverscher Schweisshund unterwegsFoto: TobiasHR · CC BY-SA 4.0

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 48 bis 55 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 25 bis 40 kg
Lebenserwartung
typisch 10 bis 12 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
seltenStufe 2 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 31 Welpen
Fell
Kurzhaar, Das kurze, dichte und derbe Fell ist pflegeleicht, wöchentliches Bürsten reicht. Hängeohren und die faltige Stirnpartie sollten regelmäßig auf Reizungen kontrolliert werden.
Herkunft
Deutschland
Anerkennung
FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 213

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5)
Bellfreude
bellt situationsbedingt (3 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
bedingt geeignet für Familien (2 von 5)
Wach- und Schutztrieb
mittlerer Wach-/Schutztrieb (3 von 5)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)

Der Charakter: Hannoverscher Schweisshund im Porträt

Der Hannoversche Schweisshund geht fast unverändert auf den Leithund des frühen Mittelalters zurück, einen Hund, der bereits vor über tausend Jahren zur Nachsuche auf angeschossenes Wild eingesetzt wurde. Mit dem Aufkommen der Feuerwaffen entstand aus dem Deutschen Leithund der Deutsche Schweisshund, den der Hannoversche Jägerhof im Königreich Hannover gezielt weiterzüchtete. Seit 1894 betreut der Verein Hirschmann die Rasse als hochspezialisierten Jagdhund, der laut FCI-Standard alle jagdlichen Leistungsprüfungen der Zuchtvereine bestehen muss. Der Standard beschreibt eine ruhige und sichere Wesensart, die gegenüber dem eigenen Führer empfindsam ist, Fremden gegenüber aber wählerisch und zurückhaltend bleibt. Bei der Nachsuchenarbeit zeigt der Hund eine hohe Konzentrationsfähigkeit und eine enge Bindung an den führenden Jäger. Dieser Arbeitscharakter prägt den Alltag: kräftig gebaut, mit tiefer Brust für ausdauernde Hetzen und einem ernsten, faltenreichen Gesichtsausdruck, ist der Hannoversche Schweisshund kein Hund für ruhige Wohnzimmerstunden, sondern für ein Leben mit klarer jagdlicher Aufgabe gedacht. Das kurze, derbe Fell macht die Fellpflege einfach, dafür verlangt die Rasse viel körperliche und geistige Auslastung durch gezielte Fährten und Nasenarbeit. Ohne echte jagdliche Beschäftigung neigt ein so spezialisierter Nachsuchenhund zu Frustration und Eigensinn, der sich schwer über klassisches Gehorsamstraining ausgleichen lässt. Diese Rasse passt zu erfahrenen Jägerinnen und Jägern mit gültigem Jagdschein, die den Hund fest in ihr Revier und die Nachsuchenarbeit einbinden, und die den zurückhaltenden, eigenständigen Charakter zu schätzen wissen. Für Anfänger, reine Familienhaltung ohne jagdlichen Bezug oder Stadtwohnungen ist der Hannoversche Schweisshund tendenziell ungeeignet, da ihm sonst genau die Aufgabe fehlt, für die er über Jahrhunderte gezüchtet wurde. Auch für Zweithund-Haltung neben einem nicht jagdlich geführten Hund ist die Rasse selten die richtige Wahl, weil sie ihre Konzentration und Bindung vor allem in der gemeinsamen Arbeit mit einem einzelnen Führer entfaltet. Zur Herkunft aus dem Königreich Hannover passt, dass die Rasse in Deutschland weiterhin selten bleibt und praktisch ausschliesslich über Jagdgebrauchshundvereine vermittelt wird. Wer sich für einen Hannoverschen Schweisshund interessiert, sollte den direkten Kontakt zum Verein Hirschmann suchen und sich auf lange Wartezeiten und eine sorgfältige Prüfung der eigenen jagdlichen Situation einstellen, bevor ein Welpe vermittelt wird.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Die Rasse wird ausschliesslich für die praktische Jagdausübung gezüchtet und muss laut FCI-Standard jagdliche Leistungsprüfungen bestehen, eine Haltung ohne echte Nachsuchenaufgabe wird der Zuchtausrichtung nicht gerecht.
  • Plane täglich mehrere Stunden Bewegung und gezielte Fährten- oder Nasenarbeit ein, sonst kann sich Frustration und Eigensinn entwickeln.
  • Das kurze Fell ist pflegeleicht, Hängeohren und die faltige Kopfpartie sollten aber regelmässig auf Reizungen und Feuchtigkeit kontrolliert werden.
  • Wegen der ausgeprägten Zurückhaltung gegenüber Fremden ist eine frühe, konsequente Sozialisierung im Welpenalter wichtig, damit der Hund auch ausserhalb des Reviers entspannt bleibt.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Hannoverscher Schweisshund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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