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Lele

Halden-Bracke

Ruhiger Einzelgänger mit feiner Nase und viel Ausdauer

auch bekannt als Haldenstøver

mittelgroß (M)Norwegen

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 50 bis 60 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 18 bis 24 kg
Lebenserwartung
typisch 11 bis 13 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5Keine VDH-Zucht in Deutschland, Bezug meist nur über Import
Fell
Kurzhaar mit dichter Unterwolle, Das raue, dichte Deckhaar mit voller Unterwolle ist pflegeleicht: wöchentliches Bürsten reicht, im Fellwechsel etwas häufiger.
Herkunft
Norwegen
Anerkennung
FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 267

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5, Tendenzwert)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5, Tendenzwert)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Halden-Bracke im Porträt

Die Halden-Bracke, norwegisch Haldenstøver, stammt aus der Gegend um die Stadt Halden im Südosten Norwegens. Erste Erwähnungen reichen bis etwa 1895 zurück, die offizielle Anerkennung kam erst um 1950, nachdem der Bestand zwischenzeitlich fast erloschen war. Vermutlich wurde die Rasse mit English Foxhounds aufgefrischt. Sie ist einer von drei norwegischen Hasenlaufhunden und wurde für die Jagd auf Hase und anderes Niederwild gezüchtet, dabei typischerweise als Einzeljäger mit dem Führer und nicht als reiner Meutehund. Der FCI-Standard beschreibt einen rechteckig gebauten, kräftigen aber nicht schweren Hund mit ruhigem Ausdruck und trockenem Kopf. Das passt zum Charakter: Halden-Bracken gelten als freundlich und anhänglich im Haus, richten sich draußen aber ganz auf die Fährte aus. Ist die Nase erst einmal am Boden, zählt für den Hund wenig anderes, das macht Rückruftraining zu einer echten Daueraufgabe. Als klassischer Laufhund hat sie einen ausgeprägten Jagdtrieb und neigt dazu, ihre Spur lautstark anzuzeigen. Bewegung braucht die Rasse reichlich und über lange Zeiträume, ausgedehnte Fährtenarbeit oder große Spaziergänge in reizarmer, gesicherter Umgebung passen besser als kurze Stadtrunden. Das dichte, raue Fell mit voller Unterwolle ist pflegeleicht, punktuell reicht regelmäßiges Bürsten. In Deutschland ist die Halden-Bracke praktisch unbekannt. Sie wird kaum außerhalb Skandinaviens gezüchtet, Welpen sind hierzulande so gut wie nur über einen Import aus Norwegen zu bekommen, und die wenigen vorhandenen Linien werden fast ausschließlich jagdlich geführt. Wer sich für die Rasse interessiert, sollte auf lange Wartezeiten und einen engen Kontakt zu norwegischen Züchtern eingestellt sein. Geeignet ist die Halden-Bracke für erfahrene Jagdhundehalter mit viel Zeit für Auslauf und Fährtenarbeit sowie einem eingezäunten Grundstück oder verlässlicher Leinenführigkeit. Für Anfänger, reine Wohnungshaltung oder Familien, die einen ruhigen Couchgefährten suchen, ist sie dagegen nicht die richtige Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane täglich mehrere Stunden Auslauf und regelmäßige Fährtenarbeit ein, reine Kurzspaziergänge werden dem Bewegungs und Beschäftigungsbedarf nicht gerecht.
  • Der Jagdtrieb ist stark ausgeprägt, ein sicher eingezäuntes Grundstück und konsequentes Rückruftraining von klein auf sind wichtig, freier Auslauf in Wildgebieten ohne Sicherung ist riskant.
  • Welpen und erwachsene Hunde sind in Deutschland kaum zu finden, rechne mit langer Wartezeit und wahrscheinlich einem Import aus Norwegen, dazu mit hauptsächlich jagdlich geprägten Zuchtlinien.
  • Als klassischer Laufhund neigt die Rasse zu lautem Anzeigen auf der Fährte, das ist in dicht besiedelten Wohnlagen zu bedenken.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Zur Halden-Bracke selbst sind kaum belastbare veterinärmedizinische Daten veröffentlicht, konkrete Häufigkeiten lassen sich derzeit nicht belegen.
  • Die hängenden, mittelgroßen Ohren begünstigen bei Laufhunden tendenziell Ohrenentzündungen, regelmäßige Ohrenkontrolle ist sinnvoll.
  • Die tiefe, gut gewölbte Brust laut Standard ist bei großwüchsigen, aktiven Hunden ein bekannter Risikofaktor für Magendrehung, mehrere kleine Mahlzeiten statt einer großen und Ruhe nach dem Fressen senken das Risiko tendenziell.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Halden-Bracke hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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