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Lele

Grosser Griffon Vendéen

Passionierter Fährtenjäger mit lautem Geläut

auch bekannt als GGV, Grand Griffon Vendéen

groß (L)Frankreich

Steckbrief

Größe
groß (L), 60 bis 68 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 25 bis 32 kg
Lebenserwartung
typisch 10 bis 12 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
Fell
Rauhaar, Das lange, raue, oft buschige Stockhaar mit dichter Unterwolle und dem markanten Bart braucht regelmäßiges Auskämmen und gelegentliches Trimmen, sonst verfilzt es besonders am Bart und an den Ohren.
Herkunft
Frankreich
Anerkennung
FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 282

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt sehr häufig (5 von 5)
Pflegeaufwand
mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5, Tendenzwert)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Grosser Griffon Vendéen im Porträt

Der Grosse Griffon Vendéen ist der Stammvater der vier Vendéen Griffons und eine sehr alte französische Laufhundrasse: Ursprünglich als kurzhaariger Schlag aus der Vendée entstanden, geht seine Zucht auf die sogenannten Kanzlerhunde und die weißen Hunde des Königs zurück, ergänzt durch Blut des Griffon fauve de Bretagne und der Gris de Saint Louis. Bis heute wird er fast ausschließlich in jagdlich geführten Meuten für die Büchsenjagd auf Hochwild, Hirsch, Reh, Wildschwein und Fuchs eingesetzt, oft in offenem, weiträumigem Gelände. Der FCI Standard beschreibt ihn als gelehrig und entschlossen, edel in Gestalt und Bewegung, kräftig gebaut, ohne schwerfällig zu wirken. Wesentlich ist seine feine Nase und sein schönes Geläut: Er ist eifrig auf der Fährte, scheut keine Dornenhecken und braucht weiträumiges Gelände. Der Standard nennt ihn ausdrücklich gehorsam, aber eigensinnig und voller Passion, er braucht deshalb eine konsequente, geduldige Führung statt strenger Härte. Als großer, ausdauernder Laufhund verlangt der Grosse Griffon Vendéen deutlich mehr als tägliche Spaziergänge: viel Bewegung mit Gelegenheit zur Nasenarbeit, am liebsten in offenem Gelände. Ohne diese Auslastung sucht er sich seine eigene Beschäftigung, und sein lautes, tragendes Geläut bei der Arbeit gehört zur Rasse. Das lange, raue Stockhaar mit dichter Unterwolle braucht regelmäßiges Kämmen und gelegentliches Trimmen, damit es nicht verfilzt. In Deutschland ist die Rasse extrem selten, ernsthafte Züchter außerhalb Frankreichs sind kaum zu finden, wer sich für diese Rasse entscheidet, muss mit langen Wartezeiten oder einem Import rechnen und meist mit rein jagdlich geprägten Linien ohne Erfahrung im ruhigen Familienalltag. Der Grosse Griffon Vendéen passt zu erfahrenen, aktiven Menschen mit Zugang zu weitläufigem Gelände, echtem Interesse an Nasenarbeit und der Bereitschaft, einen eigenständigen, lautstarken Jagdhund konsequent zu führen. Für ruhige Wohnungshaltung, Anfänger ohne Jagdhunderfahrung oder Halter, die einen leisen, sofort gehorsamen Begleiter suchen, ist er dagegen keine gute Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Bewegungspensum: Plane täglich mindestens 1,5 bis 2 Stunden intensive Bewegung mit viel Gelegenheit zur Nasenarbeit ein, reine kurze Gassi-Runden werden dieser großen, jagdlich geprägten Laufhundrasse nicht gerecht.
  • Freilauf ist wegen des sehr ausgeprägten Jagdtriebs nur mit sehr zuverlässigem Rückruf oder an der Schleppleine zu verantworten, in unumzäuntem Gelände droht sonst ein reelles Weglaufrisiko über weite Strecken.
  • Die Zucht ist außerhalb Frankreichs kaum organisiert: Rechne mit langer Suche, wahrscheinlichem Import und meist jagdlich orientierten Zuchtlinien statt spezialisierter Familienhund-Zucht.
  • Sein lautes, tragendes Geläut ist Teil der Rasse und in dünn besiedelten, ländlichen Lagen deutlich unproblematischer als in dichter Wohnbebauung, das solltest du vor der Anschaffung ehrlich mit deiner Wohnsituation abgleichen.
  • Die tief angesetzten, langhaarigen Hängeohren brauchen regelmäßige Kontrolle und Reinigung, um Ohrentzündungen vorzubeugen.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Belastbare, rassespezifische Gesundheitsstudien zu dieser sehr seltenen Rasse liegen praktisch nicht vor. Die folgenden Punkte sind aus dem Körperbau laut FCI-Standard abgeleitete Tendenzen, keine belegten Rassebefunde.
  • Die tief angesetzten, dicht behaarten Hängeohren begünstigen tendenziell wiederkehrende Ohrentzündungen (Otitis externa), wie bei den meisten Laufhundrassen mit ähnlichem Ohrbau.
  • Der Standard beschreibt eine ziemlich tiefe, bis auf Ellbogenhöhe reichende Brust bei einem großen, aktiven Hund: Das ist bei großwüchsigen, tiefbrüstigen Rassen ein anerkannter allgemeiner Risikofaktor für eine Magendrehung, besonders bei hastigem Fressen oder Bewegung direkt danach.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Grosser Griffon Vendéen hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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