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Lele

Grosser Anglo-Französischer Weiss-Oranger Laufhund

Robuster Meutejäger mit ausdauerndem Spürsinn

auch bekannt als Grand Anglo-Français Blanc et Orange

sehr groß (XL)Frankreich

Steckbrief

Größe
sehr groß (XL), 60 bis 70 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 28 bis 34 kg
Lebenserwartung
typisch 10 bis 13 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
Fell
Kurzhaar, Kurzes, robustes Fell, eine gründliche Bürste pro Woche reicht meist aus.
Herkunft
Frankreich
Anerkennung
FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 324

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht sehr viel Bewegung/Auslastung (5 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
sehr verträglich, liebt Hundekontakt (5 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
bedingt geeignet für Familien (2 von 5)
Wach- und Schutztrieb
kaum Wach-/Schutztrieb (1 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)

Der Charakter: Grosser Anglo-Französischer Weiss-Oranger Laufhund im Porträt

Der Große Anglo-Französische Weiß-Orange Laufhund entstand in Frankreich im späten 19. Jahrhundert aus einer Kreuzung des Billy mit dem Englischen Foxhound, ergänzt durch einheimische Laufhundlinien. Gezüchtet wurde er ausdrücklich für die Meutejagd auf großes Wild wie Reh und Wildschwein, bei der mehrere Hunde gemeinsam mit lautem Spurlaut die Fährte verfolgen. Diese Herkunft prägt ihn bis heute stark: Er ist in erster Linie ein Arbeitshund und kein reiner Begleithund, in Frankreich wird er fast ausschließlich in jagdlich geführten Meuten gehalten. Der FCI-Standard beschreibt ihn als ziemlich stark gebauten, kräftigen Hund mit breitem, kurzem Kopf, betontem Stirnabsatz und recht dicken, leicht gedrehten Hängeohren. Sein Wesen gilt als grundsätzlich freundlich und nicht scharf, im Rudel läuft er ausgesprochen sozial und verträgt sich sehr gut mit Artgenossen, seine Nase und sein ausgeprägter Jagdtrieb bestimmen aber jeden Alltag. Fremden Menschen gegenüber reagiert er eher neutral bis zurückhaltend, ein klassischer Wachhund ist er nicht, dafür fehlt ihm die entsprechende Veranlagung. Im Alltag braucht er sehr viel und vor allem lang anhaltende Bewegung, kurze Spaziergänge um den Block reichen dieser laufstarken Rasse nicht annähernd aus. Sein kurzes, wetterfestes Fell ist unkompliziert in der Pflege, eine gründliche Bürste pro Woche genügt meist. Wegen des tief in der Zucht verankerten Jagdtriebs ist zuverlässiger Freilauf ohne Leine kaum realistisch zu erreichen, ein gesichertes Grundstück und eingezäunte Auslaufflächen sind praktisch Pflicht. In Deutschland ist die Rasse extrem selten und außerhalb Frankreichs praktisch unbekannt. Wer sich für sie interessiert, muss mit einer langen Suche, häufig einem Import aus Frankreich und meist ausschließlich jagdlich geprägten Zuchtlinien rechnen, reine Begleithund-Linien gibt es kaum. Deshalb passt dieser Laufhund vor allem zu erfahrenen Halterinnen und Haltern mit viel Platz, Zeit für tägliche lange Auslastung und echtem Verständnis für einen unabhängigen, stark nasenorientierten Charakter. Für Anfänger, Wohnungshaltung oder Familien, die einen ruhigen, leicht führbaren Begleiter suchen, ist er ausdrücklich nicht die richtige Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane täglich mindestens zwei bis drei Stunden intensive Bewegung mit Nasenarbeit oder als Jagdbegleiter ein, reine Spaziergänge um den Block reichen dieser Rasse nicht.
  • Sichere Grundstück und Freilaufflächen konsequent ein, sobald eine interessante Fährte lockt, ist der Rückruf gegen den Jagdtrieb meist chancenlos.
  • Rechne mit einer langen Suche und wahrscheinlich einem Import aus Frankreich, in Deutschland gibt es praktisch keine etablierte Zucht dieser Rasse.
  • Achte bei der Zuchtlinie darauf, ob die Elterntiere aktiv jagdlich geführt werden, das beeinflusst Energielevel und Wesen des Welpen erheblich.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Die tief angesetzten Hängeohren begünstigen bei ungenügender Pflege tendenziell Ohrentzündungen, regelmäßige Kontrolle ist sinnvoll.
  • Als großer, tiefbrüstiger Hund zählt er körperbaubedingt tendenziell zu den Rassen mit erhöhtem Risiko für Magendrehung, mehrere kleinere Mahlzeiten statt einer großen können das Risiko senken.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Grosser Anglo-Französischer Weiss-Oranger Laufhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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