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Lele

Grosser Anglo-Französischer Dreifarbiger Laufhund

Ausdauernder Meutejäger mit feiner Nase

auch bekannt als Grand Anglo-Français Tricolore

sehr groß (XL)Frankreich
Dreifarbiger Grosser Anglo-Französischer Laufhund steht wachsam inmitten einer Meute auf der Wiese.
Grosser Anglo-Französischer Dreifarbiger Laufhund unterwegsFoto: derivative work: Caronna · CC BY-SA 3.0

Steckbrief

Größe
sehr groß (XL), 60 bis 70 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 32 bis 38 kg
Lebenserwartung
typisch 11 bis 13 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
Fell
Kurzhaar, Pflegeleichtes, kurzes Fell, wöchentliches Bürsten reicht. Die Hängeohren regelmäßig auf Rötung oder Geruch kontrollieren.
Herkunft
Frankreich
Anerkennung
FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 322

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht sehr viel Bewegung/Auslastung (5 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
verträgt sich selten mit Katzen (1 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
bedingt geeignet für Familien (2 von 5, Tendenzwert)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)

Der Charakter: Grosser Anglo-Französischer Dreifarbiger Laufhund im Porträt

Der Große Anglo-Französische Dreifarbige Laufhund entstand in Frankreich aus der Kreuzung einheimischer Laufhundrassen wie dem Poitevin und dem Gascon Saintongeois mit dem englischen Foxhound. Ziel war ein ausdauernder Meutehund für die Jagd auf Großwild wie Rotwild, Wildschwein und Rehwild, geführt in Gruppen, wie es der französische Begriff Grande Vènerie beschreibt. Der FCI Standard bestätigt diese Herkunft ausdrücklich, wenn er vom Hund spricht, der in unterschiedlichem Maß noch seine Abstammung vom Foxhound erkennen lässt. Wesentlich für seinen Alltag ist bis heute der Jagdgebrauch. Der Standard beschreibt kein eigenes Wesenskapitel, doch aus der Zuchtgeschichte und Fachquellen lässt sich ableiten, dass dieser Laufhund ausgesprochen nasenbetont und eigenständig arbeitet, sobald er eine Fährte aufgenommen hat. Er gilt als freundlich und unkompliziert im Umgang mit Menschen, auch mit Kindern, bringt aber einen sturen, selbstständigen Zug mit, der Gehorsamstraining zur Geduldsprobe machen kann. In der Meute gewöhnt, sucht er die Nähe von Artgenossen und gilt als gut hundeverträglich. Im Alltag braucht dieser Laufhund sehr viel Auslastung: lange, ausdauernde Bewegung, am besten mit Witterungsarbeit, nicht nur kurze Gassirunden. Das kurze, dichte Fell ist pflegeleicht, die Hängeohren wollen regelmäßig kontrolliert werden. Freilauf in unsicherem Gelände ist wegen des ausgeprägten Jagdtriebs riskant, die Fährte übernimmt schnell die Führung. In Deutschland ist die Rasse extrem selten, sie wird fast ausschließlich in Frankreich und dort überwiegend jagdlich gezüchtet und geführt. Interessenten müssen mit langen Wartezeiten, einem Import aus Frankreich und oft mit Zuchtlinien rechnen, die konsequent auf Jagdleistung statt auf Familienalltag ausgelegt sind. Ein Nachweis über ausreichend Auslastung und jagdliche oder zumindest sportliche Beschäftigung sollte vor der Anschaffung stehen. Diese Rasse passt zu erfahrenen, aktiven Haltern mit viel Zeit für lange Bewegungseinheiten, idealerweise mit jagdlichem oder fährtensportlichem Hintergrund und sicher eingezäuntem Grundstück. Für Anfänger, Wohnungshaltung, städtischen Alltag oder Familien, die einen ruhigen Begleithund suchen, ist er dagegen keine gute Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Braucht täglich mehrere Stunden echte Auslastung, idealerweise Fährtenarbeit oder Bewegung im gesicherten Gelände statt reiner Gassirunden.
  • Vor der Anschaffung mit sicher eingezäuntem Grundstück und einem Plan für Freilauf ohne Jagdrisiko rechnen, der Jagdtrieb ist kaum abtrainierbar.
  • In Deutschland praktisch nur über Import aus Frankreich erhältlich, meist aus jagdlich geführten Linien mit langer Wartezeit und wenig Erfahrung mit Familienalltag.
  • Grundgehorsam früh und konsequent aufbauen, da die Rasse eigenständig denkt und Nasenarbeit über Rückruf stellt.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Die hängenden, dicht anliegenden Ohren begünstigen tendenziell Ohrentzündungen, wie bei vielen Laufhundrassen mit Hängeohren; regelmäßige Kontrolle wird empfohlen.
  • Als großwüchsiger Hund mit tiefer, gut herabreichender Brust besteht laut Körperbau ein erhöhtes Risiko für Magendrehung; mehrere kleine Mahlzeiten und Ruhe nach dem Fressen sind ratsam.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Grosser Anglo-Französischer Dreifarbiger Laufhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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