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Lele

Griechischer Laufhund

Robuster Fährtenjäger mit lauter Spürnase

auch bekannt als Gkekas, Hellinikos Ichnilatis, Hellenic Hound, Greek Harehound, Greek Hound

mittelgroß (M)Griechenland
Griechischer Laufhund steht auf einer Wiese, schwarz lohfarbenes Fell, Hängeohren, Rute unkupiert erhoben.
Griechischer Laufhund im PorträtFoto: Georging · CC BY-SA 3.0

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 43 bis 57 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 17 bis 20 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5Keine VDH-Zucht in Deutschland, Bezug meist nur über Import
Fell
Kurzhaar, Kurzes, dichtes, hartes Haar liegt glatt am Körper an und lässt sich mit gelegentlichem Bürsten pflegen, ein aufwendiges Fellprogramm braucht es nicht.
Herkunft
Griechenland
Anerkennung
FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 214

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht sehr viel Bewegung/Auslastung (5 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5, Tendenzwert)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt sehr häufig (5 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
bedingt geeignet für Familien (2 von 5, Tendenzwert)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)

Der Charakter: Griechischer Laufhund im Porträt

Der Griechische Laufhund, im FCI-Standard Hellinikos Ichnilatis genannt, ist die älteste anerkannte Hunderasse Griechenlands: Sein Standard wurde bereits 1959 veröffentlicht, wissenschaftlich geht die Linie vermutlich auf laufhundartige Jagdhunde der griechischen Antike zurück, die in den isolierten Gebirgsregionen des Landes über Jahrhunderte kaum verändert weitergezüchtet wurden. Gezüchtet wurde er als Meutehund für die Hasenjagd in felsigem, unzugänglichem Terrain, und genau dafür ist sein Körper bis heute gebaut: kräftiger Rumpf, starker Knochenbau, tiefe Brust und eine sehr feine Nase. Der FCI-Standard beschreibt ihn als starken, kraftstrotzenden, lebhaften und scharfsinnigen Hund mit lauter, wohlklingender Stimme, die bei der Jagd als Meutelaut über weite Distanzen trägt. Genau dieses Lautgeben ist im Zuhause eine ehrliche Herausforderung: Der Griechische Laufhund neigt dazu, viel und ausdauernd zu bellen, sobald ihn etwas erregt, ein Verhalten, das schwer wegzutrainieren ist, weil es tief in seiner Arbeitsaufgabe verankert ist. Der Jagdtrieb ist ausgesprochen stark ausgeprägt, seine Nase übernimmt schnell die Führung, und Rückruf gegen eine frische Spur ist bei dieser Rasse kaum realistisch. Im Alltag braucht er sehr viel Bewegung und am liebsten lange, ausdauernde Einsätze statt kurzer Runden, dazu Beschäftigung, die seine Nase fordert. Die Fellpflege ist dagegen unkompliziert: kurzes, hartes, anliegendes Haar, das kaum Aufwand macht. In Deutschland ist die Rasse extrem selten, außerhalb Griechenlands generell kaum verbreitet, entsprechend gibt es hierzulande so gut wie keine Züchter, lange Wartezeiten sind die Regel und wer sich für die Rasse entscheidet, muss meist mit Import und mit überwiegend jagdlich geführten Linien rechnen, die selten auf reines Familienleben hin selektiert wurden. Damit passt der Griechische Laufhund vor allem zu jagdlich aktiven Menschen mit viel Zeit im Freien, Erfahrung mit eigenständigen Spürnasen und Toleranz für lautstarkes Melden. Für Anfänger, für ruhige Stadtwohnungen und für alle, die einen leisen, leicht lenkbaren Familienhund suchen, ist er ausdrücklich nicht die richtige Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane täglich mehrere Stunden echte Auslastung ein, am besten mit Nasenarbeit oder Fährtentraining, reine kurze Gassirunden werden dieser Rasse nicht gerecht.
  • Rechne mit ausgeprägter Bellfreude und lautem Meutelaut bei Erregung, das ist rassetypisch und in dünn besiedeltem Umfeld leichter zu handhaben als in dicht bebauten Wohngebieten.
  • Ein sicher eingezäunter Freilauf ist wichtig, der starke Jagdtrieb macht einen zuverlässigen Rückruf gegen frische Wildspuren nahezu unmöglich.
  • In Deutschland gibt es praktisch keine etablierten Zuchtlinien, wer sich für die Rasse interessiert, sollte sich auf lange Wartezeiten, Kontakte nach Griechenland oder einen Import einstellen und die Herkunft des Welpen sorgfältig prüfen.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Konkrete rassespezifische Gesundheitsstudien liegen wegen der extremen Seltenheit der Rasse außerhalb Griechenlands praktisch nicht vor, die folgenden Punkte sind daher aus dem Körperbau laut FCI-Standard abgeleitete Tendenzen, kein belegter Rassebefund.
  • Die hoch angesetzten, flach herabfallenden Hängeohren begünstigen tendenziell ein feuchteres Ohrklima und damit Ohrentzündungen, regelmäßige Ohrkontrolle ist sinnvoll.
  • Die tiefe, bis zum Ellenbogen reichende Brust ist bei mittelgroßen bis großen, aktiven Hunden tendenziell mit einem erhöhten Magendrehung-Risiko verbunden, weshalb Ruhe vor und nach dem Fressen sowie mehrere kleinere Mahlzeiten empfehlenswert sind.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Griechischer Laufhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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