Friesischer Wasserhund
Eigenwilliger Wachhund mit Leidenschaft fürs Wasser
auch bekannt als Wetterhoun
Steckbrief
- Größe
- mittelgroß (M), 55 bis 59 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 28 bis 34 kg
- Lebenserwartung
- typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 4 Welpen
- Fell
- Dicht gelockt, grobes, leicht fettiges Haar, Die festen, öligen Locken schützen im Wasser und verfilzen kaum: Gelegentliches Bürsten reicht meist, eine professionelle Fellpflege ist nicht nötig.
- Herkunft
- Niederlande
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 8 (Apportier-, Stöber- und Wasserhunde), Standard Nr. 221
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- ausgeglichen energiegeladen (3 von 5, Tendenzwert)
- Bewegungsbedarf
- braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5, Tendenzwert)
- Trainierbarkeit
- eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
- Bellfreude
- bellt situationsbedingt (3 von 5, Tendenzwert)
- Pflegeaufwand
- mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5, Tendenzwert)
- Haaren
- haart wenig (2 von 5, Tendenzwert)
- Offenheit gegenüber Fremden
- zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
- Verträglichkeit mit Hunden
- meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Katzen
- eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (4 von 5)
- Jagdtrieb
- ausgeprägter Jagdtrieb (4 von 5)
- Anfänger-Eignung
- für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)
Der Charakter: Friesischer Wasserhund im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Plane täglich mindestens ein bis anderthalb Stunden Bewegung mit Kopfarbeit ein, idealerweise mit Wasserzugang zum Schwimmen oder Apportieren. Reine Leinenspaziergänge werden dem historischen Jagdhund auf Dauer nicht gerecht.
- Der eigenwillige Charakter braucht konsequente, geduldige Erziehung ab dem Welpenalter statt harter Hand. Ein Hundeschulbesuch mit erfahrener Anleitung ist bei dieser Rasse eher die Regel als die Ausnahme.
- Wegen der starken Wachsamkeit und der zunächst zurückhaltenden Art gegenüber Fremden ist frühe, breite Sozialisierung mit wechselnden Menschen und Situationen wichtig, damit Zurückhaltung nicht in Ängstlichkeit oder Schärfe kippt.
- Rechne mit einem Import aus den Niederlanden oder langen Wartezeiten bei den wenigen Zuchtstätten in Deutschland: Kläre vor der Anschaffung frühzeitig Herkunft, Papiere und gesundheitliche Vorprüfung der Elterntiere.
- Frag beim Züchter aktiv nach dem Umgang mit der kleinen Zuchtpopulation und eingesetztem Fremdblut, um die genetische Vielfalt der Rasse zu erhalten: Seriöse Zuchtverbände dokumentieren das offen.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Kleine, genetisch enge Zuchtpopulation: Zuchtverbände setzen deshalb gezielt kontrolliertes Fremdblut ein, um Inzuchtdepression und Erbkrankheiten vorzubeugen
- Tendenziell erhöhtes Risiko für Ohrenentzündungen ist möglich, da die mäßig tief angesetzten Hängeohren an der Basis dicht gelockt behaart sind und den Gehörgang schlechter belüften. Das ist aus dem Körperbau abgeleitet und nicht rassespezifisch belegt
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Friesischer Wasserhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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