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Lele

Französischer Dreifarbiger Laufhund

Lautstarker Meutejäger mit französischem Chic

auch bekannt als Français Tricolore

sehr groß (XL)Frankreich
Französischer Dreifarbiger Laufhund läuft über eine Wiese bei der Jagd
Französischer Dreifarbiger Laufhund unterwegsFoto: Abujoy · CC BY 4.0

Steckbrief

Größe
sehr groß (XL), 60 bis 72 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 25 bis 32 kg
Lebenserwartung
typisch 10 bis 13 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5Keine VDH-Zucht in Deutschland, Bezug meist nur über Import
Fell
Kurzhaar, Kurzes, feines Fell ist pflegeleicht, die Hängeohren sollten aber regelmäßig auf Feuchtigkeit und Rötung kontrolliert werden.
Herkunft
Frankreich
Anerkennung
FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 219

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht sehr viel Bewegung/Auslastung (5 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt sehr häufig (5 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
sehr verträglich, liebt Hundekontakt (5 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
verträgt sich selten mit Katzen (1 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
bedingt geeignet für Familien (2 von 5)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)

Der Charakter: Französischer Dreifarbiger Laufhund im Porträt

Der Französische Dreifarbige Laufhund, in seiner Heimat Français Tricolore genannt, ist ein reinrassiger Meutehund aus dem Zentrum Frankreichs, gezüchtet für die Jagd auf Hochwild wie Reh, Wildschwein und Hirsch. In großen, geschlossenen Meuten hetzt er unter Führung eines Jägers stundenlang der Fährte nach, ausdauernd und mit lautem, weithin hörbarem Geläut. Diese Arbeitsherkunft prägt bis heute fast jede seiner Anlagen. Der FCI-Standard beschreibt ihn als Meutehund mit Klasse und Eleganz, recht kräftig gebaut und bemuskelt: ein langgezogener Kopf mit betontem Hinterhaupthöcker, große, breite Hängeohren und eine tief herabreichende Brust. Das kurze, feine Fell zeigt die namensgebende Dreifarbigkeit mit schwarzem Mantel und kräftig loh oder kupferfarbenen Abzeichen. Wesentlich ist der ausgeprägte Jagdtrieb: Der Français Tricolore folgt einer Fährte, ohne sich ablenken zu lassen, und sein Geläut ist Teil seiner Zuchtaufgabe, nicht Zufall. Wer einen ruhigen Wohnungsgenossen sucht, wird hier enttäuscht, das gehört ehrlich gesagt dazu. In Deutschland ist die Rasse ausgesprochen selten. Es gibt praktisch keine Zuchtstätten hierzulande, und wer sich für einen Français Tricolore interessiert, muss in aller Regel aus Frankreich importieren oder lange auf einen Wurf warten. Die meisten Linien werden nach wie vor rein jagdlich geführt und selten als reine Begleithunde sozialisiert, was die Haltung außerhalb einer aktiven Jagdstruktur zusätzlich erschwert. Alltag: Der Français Tricolore braucht sehr viel Auslauf, Nasenarbeit und im besten Fall eine Aufgabe, die seinem Jagdinstinkt entspricht. Bewegung im Hundepark reicht nicht, ihm fehlt sonst die Auslastung, die die Rasse jahrhundertelang geformt hat. Das kurze Fell ist pflegeleicht, die Hängeohren wollen aber regelmäßig kontrolliert werden, weil sich darunter leichter Feuchtigkeit staut. Als Meutehund ist er auf Artgenossen geprägt und in aller Regel gut hundeverträglich, gegenüber Katzen und Kleintieren sollte man dagegen sehr vorsichtig sein. Für wen passt diese Rasse: für erfahrene, jagdlich orientierte Halter mit viel Platz, Zeit und Zugang zu ausgedehnten Ausläufen, idealerweise mit Meutehaltung oder engem Kontakt zu Jagdstrukturen. Für Anfänger, Wohnungshaltung oder ruhige Nachbarschaften ist er dagegen denkbar ungeeignet, sein lautes Geläut und sein Bewegungsdrang verlangen sehr viel Raum und Verständnis.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Nur für erfahrene Jagdhundehalter oder Meutehalter mit Anschluss an eine aktive Jagdstruktur geeignet, nicht als reiner Familienbegleiter gedacht.
  • Braucht mehrere Stunden intensive Bewegung und Nasenarbeit täglich, ein umzäunter Garten allein reicht nicht als Auslastung.
  • Wegen der EU-weiten Seltenheit fast immer nur über Import aus Frankreich oder mit langer Wartezeit auf einen Wurf zu bekommen, vorab Papiere und Herkunft der Zuchtlinie genau prüfen.
  • Das laute, weithin hörbare Geläut macht die Haltung in dicht besiedelten Wohngegenden praktisch unmöglich, vorher Nachbarschaft und Grundstückslage ehrlich einschätzen.
  • Der stark ausgeprägte Jagdtrieb verlangt konsequentes Rückruftraining schon im Welpenalter und einen gesicherten Auslauf ohne Wildkontakt.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Die langen, tief angesetzten Hängeohren begünstigen tendenziell ein feuchtwarmes Klima im Gehörgang, was bei Laufhunden mit ähnlichem Ohrbau häufiger zu Ohrentzündungen führen kann.
  • Als großer, tiefbrüstiger Laufhund trägt der Français Tricolore wie andere Rassen mit ähnlichem Körperbau tendenziell ein erhöhtes Risiko für eine Magendrehung, weshalb mehrere kleine Mahlzeiten statt einer großen empfehlenswert sind.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Französischer Dreifarbiger Laufhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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