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Lele

Flat Coated Retriever

Überschwänglicher Optimist mit Jagdhundherz

auch bekannt als Flat, Flatcoat, Flat-Coated Retriever

groß (L)Großbritannien
Nahaufnahme eines schwarzen Flat Coated Retrievers mit glänzendem Fell und befederten Ohren im Freien
Flat Coated Retriever im Porträt
Leberbrauner Flat Coated Retriever im Seitenporträt in einem sommerlichen Garten
Flat Coated Retriever im Porträt
Schwarzer Flat Coated Retriever schaut neugierig durch einen Holzzaun im heimischen Garten
Flat Coated Retriever zu Hause

Steckbrief

Größe
groß (L), 56,5 bis 61,5 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 25 bis 36 kg
Lebenserwartung
typisch 8 bis 10 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
gut verfügbarStufe 4 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 473 Welpen
Fell
Mittellanges, glattes, glänzendes Haar mit Befederung, Ein- bis zweimal pro Woche bürsten genügt meist. Nach Wasser- oder Geländerunden die Befederung an Läufen, Rute und Ohren auf Kletten und Verfilzungen prüfen.
Herkunft
Großbritannien

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
extrem lebhaft, kaum zu bremsen (5 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
sehr offen, begrüßt Fremde freudig (5 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
kaum Wach-/Schutztrieb (1 von 5)
Jagdtrieb
ausgeprägter Jagdtrieb (4 von 5)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)

Der Charakter: Flat Coated Retriever im Porträt

Der Flat Coated Retriever entstand im 19. Jahrhundert in Großbritannien, als Züchter frühe Apportierhunde vom Typ des Wavy Coated Retrievers mit Settern und collieartigen Hunden kreuzten. Ziel war ein eleganter, ausdauernder Helfer für die Flintenjagd, der geschossenes Wild aus Wasser und dichter Deckung zuverlässig zurückbringt. Genau dieses Erbe prägt ihn bis heute: Er will suchen, tragen, apportieren und vor allem gemeinsam mit seinen Menschen arbeiten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wäre die Rasse fast verschwunden, weil Labrador und Golden Retriever sie überholten. Engagierten Züchtern verdankt sie ihr Comeback, vergleichsweise selten ist sie trotzdem geblieben. Der FCI-Standard beschreibt einen aufgeweckten, regen Hund, selbstsicher und freundlich, der seinen Optimismus mit begeistert wedelnder Rute zeigt. Liebhaber nennen den Flat gern den Peter Pan unter den Retrievern: Er reift langsam und bleibt oft bis ins hohe Alter verspielt wie ein Junghund. Fremden begegnet er in der Regel offen und herzlich, als Wachhund taugt er deshalb kaum. Sein Jagd- und Apportiertrieb ist dagegen ernst zu nehmen und will in geordnete Bahnen gelenkt werden. Im Alltag braucht er deutlich mehr als Spaziergänge: Dummy-Arbeit, Nasenaufgaben, Obedience oder eine Ausbildung im Rettungshundebereich lasten Kopf und Körper aus. Das mittellange, glänzende Fell ist vergleichsweise pflegeleicht, regelmäßiges Bürsten genügt meist. Ehrlich sein muss man beim Thema Gesundheit: Studien zeigen bei der Rasse eine deutlich erhöhte Rate an Tumorerkrankungen, besonders das Histiozytäre Sarkom trifft Flats überdurchschnittlich oft, und die mittlere Lebenserwartung liegt in Untersuchungen um neun bis zehn Jahre. Seriöse Zuchtvereine arbeiten mit Gesundheitsprogrammen und offener Datenerfassung dagegen an. Der Flat Coated Retriever passt zu aktiven Menschen und Familien, die einen fröhlichen, gut gelaunten Mitmach-Hund suchen und mit Überschwang, Kraft und einer langen Junghund-Phase gelassen umgehen können. Wer einen ruhigen Begleiter für kurze Runden erwartet, tagsüber lange außer Haus ist oder das erhöhte Krebsrisiko der Rasse emotional nicht tragen möchte, sollte sich besser für eine andere Rasse entscheiden.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane täglich rund zwei Stunden Bewegung plus echte Beschäftigung ein. Dummy-Training ist der Klassiker für diese Rasse, auch Nasenarbeit oder Rettungshundesport lasten sie gut aus.
  • Frag die Zuchtstätte gezielt nach Tumorerkrankungen und erreichtem Alter in den Linien sowie nach HD- und ED-Auswertungen und aktuellen Gonioskopie-Befunden der Elterntiere.
  • Rechne mit einer langen Junghund-Phase: Flats bleiben oft drei bis vier Jahre stürmisch. Impulskontrolle und Ruhetraining gehören von Anfang an ins Programm, gerade in Haushalten mit kleinen Kindern.
  • Wegen der erhöhten Krebsrate der Rasse lohnt sich eine früh abgeschlossene Tierkrankenversicherung, ab dem mittleren Alter zusätzlich regelmäßige Vorsorge-Checks in der Tierarztpraxis.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Histiozytäres Sarkom und andere Tumorerkrankungen (rassetypisch stark gehäuft)
  • Hüftgelenksdysplasie (HD)
  • Ellenbogendysplasie (ED)
  • Goniodysgenesie mit erhöhtem Glaukomrisiko

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Flat Coated Retriever hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Für diese Rasse liegt ein Welpe beim seriösen Züchter meist zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Quellen: hunderasse.de, Fressnapf-Magazin (2025). Von uns erhoben am 25.08.2026. Grob auf Hunderter gerundet. Einen amtlichen Preis gibt es nicht.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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