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Lele

Field Spaniel

Gelassener Jagdgefährte fürs Landleben

mittelgroß (M)Großbritannien
Schwarzer Field Spaniel sitzt aufmerksam auf einer Wiese im Garten.
Field Spaniel im PorträtFoto: Peter · CC BY 2.0
Schwarzer Field Spaniel liegt entspannt im Garten und schaut nach oben.
Field Spaniel zu HauseFoto: Peter · CC BY 2.0

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 46 bis 46 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 18 bis 25 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
Fell
Lang, seidig, flach, Reichliche Befederung an Brust, Bauch, Ohren und Läufen verfilzt ohne regelmäßiges Bürsten schnell; gelegentliches fachkundiges Trimmen sinnvoll.
Herkunft
Großbritannien

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt situationsbedingt (3 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
hoher Pflegeaufwand (4 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Field Spaniel im Porträt

Der Field Spaniel entstand im späten 19. Jahrhundert in Großbritannien aus einer Kreuzung des früheren Sussex Springer Spaniels mit dem Cocker Spaniel und zählte ursprünglich zur Gruppe der sogenannten Land Spaniels, die Wild aufstöbern und apportieren sollten. Die Rasse geriet zweimal in ernste Bedrängnis: Eine Modewelle Anfang des 20. Jahrhunderts veränderte den Körperbau zulasten der Arbeitsfähigkeit, und um 1950 war der Bestand so klein, dass der britische Kennel Club den Championstatus zeitweise aberkannte. Erst dem Einsatz entschlossener Züchter ist es zu verdanken, dass die Rasse seit 1969 wieder anerkannt ist, bis heute aber sehr selten bleibt. Der FCI Standard beschreibt den Field Spaniel als außergewöhnlich gelehrig, lebhaft, feinfühlig und selbständig, und genau diese Mischung prägt den Alltag mit ihm. Er lässt sich gut führen, denkt dabei aber mit und handelt im Zweifel eigenständig, etwa bei der Nasenarbeit im Feld. Im Vergleich zum Cocker Spaniel gilt er als ruhiger und weniger schnell erregbar, bleibt dabei aber ein vollwertiger, ausdauernder Jagdspaniel mit ausgeprägtem Stöber und Apportiertrieb. Der Standard selbst hält fest, dass die Rasse ideal für harte Jagdeinsätze oder als Begleiter auf dem Land ist und nicht in die Stadt passt, ein Hinweis, den man bei der Anschaffung ernst nehmen sollte. Im Alltag braucht der Field Spaniel regelmäßige, ausdauernde Bewegung mit Gelegenheit zum Schnüffeln und Stöbern, reine kurze Gassirunden werden ihm nicht gerecht. Das lange, seidige Fell mit reichlicher Befederung an Brust, Bauch, Ohren und Läufen verfilzt ohne regelmäßiges Bürsten schnell und braucht zusätzlich gelegentliches fachkundiges Trimmen. Gesundheitlich zeigen tierärztliche Auswertungen bei der Rasse vor allem Augenerkrankungen wie Katarakte und Netzhautveränderungen sowie in britischen Linien Hüftdysplasie, als häufigste Todesursachen gelten Krebserkrankungen und altersbedingte Ursachen. Der Field Spaniel passt zu aktiven, ländlich lebenden Menschen mit Zeit für tägliche Bewegung, Fellpflege und am liebsten etwas Jagd oder Stöberarbeit, sowie zu Haltern, die eine sehr seltene Rasse mit entsprechend eingeschränkter Verfügbarkeit und kleiner Zuchtbasis in Kauf nehmen. Wer überwiegend in der Stadt lebt, wenig Zeit für Auslauf und Fellpflege hat oder einen unkomplizierten Couchhund sucht, findet in ihm eher nicht den passenden Begleiter.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane täglich mindestens 1,5 Stunden aktive Bewegung mit Gelegenheit zum Schnüffeln und Stöbern ein, reine kurze Leinenrunden werden der Rasse nicht gerecht. Der FCI-Standard selbst nennt sie explizit ungeeignet für ein reines Stadtleben.
  • Das lange, seidige Fell braucht mehrmals wöchentliches Bürsten, besonders an Ohren, Brust, Bauch und Läufen, sowie alle 6 bis 8 Wochen fachkundiges Trimmen, ein laufender Zeit- und Kostenfaktor.
  • Verlange vor dem Kauf aktuelle Augenuntersuchungen der Elterntiere auf Katarakt und Netzhautveränderungen sowie eine Hüftbewertung, da die Rasse eine kleine Zuchtbasis mit entsprechend erhöhtem Erbkrankheitsrisiko hat.
  • Die tief angesetzten, gut befederten Hängeohren begünstigen ein feuchtwarmes Klima im Gehörgang, regelmäßige Ohrenkontrolle und -reinigung senken das Entzündungsrisiko.
  • Der Field Spaniel ist in Deutschland und der DACH-Region extrem selten, plane lange Wartezeiten bei seriösen Züchtern und gegebenenfalls Auslandssuche ein.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Katarakt: erblich bedingte Linsentrübung, in tierärztlichen Auswertungen bei der Rasse gehäuft beschrieben, Augenuntersuchung der Zuchttiere wird vom britischen Kennel Club empfohlen.
  • Progressive Retinaatrophie und Netzhautdysplasie: fortschreitende beziehungsweise angeborene Netzhautveränderungen mit möglichem Sehverlust, gehören zu den empfohlenen Zuchtchecks.
  • Hüftdysplasie: insbesondere in britischen Zuchtlinien beschrieben, Hüftbewertung der Elterntiere vor der Zucht empfohlen.
  • Als häufigste Todesursachen gelten in Auswertungen britischer Bestände Krebserkrankungen und altersbedingte Ursachen.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Field Spaniel hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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